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MotorsportTobias Müller profitiert von Verstappen-Disqualifikation bei NLS2

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Tobias Müller unterhält sich mit einem anderen Teammitglied in der Boxengasse. Im Hintergrund steht jemand in Rennoverall und Cowboyhut.

Hatte gut lachen: Tobias Müller (Mitte) wurde Gesamtdritter.

Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen sorgte für einen Hype beim zweiten Rennen der Nürburgring-Langstrecken-Serie.

Wo Max Verstappen draufsteht, ist auch Max Verstappen drin. Der vierfache Formel-1-Weltmeister lieferte beim zweiten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) das, was er am besten kann: ein Motorsport-Spektakel. Wie schon beim ersten Auftritt im vergangenen Jahr siegte der Niederländer.

Er und seine Mitfahrer Daniel Juncadella (Spanien) und Jules Gounon (Andorra) waren in ihrem Mercedes-AMG eine Minute schneller als der zweitplatzierte BMW von Rowe Racing. Doch diesmal währte die Freude nur kurz: Das Team Verstappen Racing hatte am Renntag sieben anstatt der erlaubten sechs Reifensätze an dem Mercedes-AMG verwendet, woraufhin es disqualifiziert wurde.

Dadurch rutschte ein anderer Fahrer zwei Stunden später aufs Treppchen, ohne dass er bei der Siegerehrung dort stehen durfte: Tobias Müller aus Euskirchen, der im Porsche 911 GT3 R von 48 Losch Motorsport by Black Falcon unverhofft Dritter wurde und den Sieg in der Klasse SP9 Pro-Am holte. Mit einem so erfolgreichen Wochenende hatte der gar nicht gerechnet, nachdem er im Qualifying auf Platz zwölf gelandet war. Aber im ersten Stint fuhr er vor auf Platz drei. „Ein sehr gelungener Auftakt“, fand Müller, der sogar noch Verbesserungspotenzial am Wagen sieht, der vermutlich beim dritten Rennen pausieren wird.

Alex Hardt aus Mechernich startete in seiner Klasse von der Pole

Seine erste Poleposition in der Cup2-Pro-Klasse erfuhr sich der Mechernicher Alex Hardt. In seinem Doppelstint zum Start verteidigt er den ersten Platz, am Ende belegte das Black Falcon Team Zimmermann in der Klasse den vierten Rang. „Das Feld war stark besetzt, meine Teamkollegen haben das in ihrem ersten Rennen aber gut gemacht“, zeigte sich Hardt zufrieden.

Den Fokus aufs Testen gelegt hatte das Team von HRT Ford Racing mit Fahrer Frank Stippler. „Wir haben uns entschlossen, zugunsten der Testarbeit noch etwas umzubauen, und waren dann beim Start nicht dabei“, sagt der Iversheimer. Doch es kam auch etwas dazwischen in Form eines Reifenschadens eines Audi, dem Stippler ausweichen musste und dabei die Leitplanke touchierte. Zwar sei der Schaden reparabel gewesen, doch weil man eh schon später gestartet war, entschloss man sich darauf, den Fokus für den Rest des Rennens auf den zweiten Ford Mustang zu legen und den Lauf zu beenden.

Giti-Tires-Team konnte nicht starten

Das Giti-Tires-Team mit der Euskirchenerin Carrie Schreiner schaffte es im Gegensatz zum Stippler-Ford noch nicht mal zum Start. Eine von Schreiners Mitfahrerinnen war mit einem GT3-Fahrzeug kollidiert – das Rennen für den Porsche war schon vorbei, bevor es angefangen hatte.

Nahaufnahme von Max Verstappens Kopf, der in einem Fahrerhelm steckt

Stand besonders im Fokus: Max Verstappen. Dessen Team gewann zwar das Rennen, wurde aber später disqualifiziert.

Weitere Starter aus dem Kreis Euskirchen waren Peter Terting (Euskirchen), dessen Porsche in der Cup2-Pro-Klasse nicht ins Ziel kam. Auch das Team Renazzo Motorsport mit Christoph Breuer (Nettersheim) und Danny „Dieter Schmidtmann“ Kubasik (Mechernich) sah die Zielflagge nicht, das Rennen für den Lamborghini Huracan endete nach 18 Runden.

So konnten sie aus allernächster Nähe den Hype um Max Verstappen beobachten. Der Motorsport-Superstar gab sich vor allen Dingen beim Testtag am Freitag sehr nahbar. Zwar hatte er Personenschutz dabei, schirmte sich aber nicht ab, nahm sich Zeit für die Zuschauer und gab entspannt Autogramme.

Max Verstappen möchte die Nordschleife möglichst oft fahren

Während an normalen Renntagen zum Qualifying-Start um 8.30 Uhr noch viele Parkplätze frei sind, sah das diesmal anders aus. Es war schon früh rappelvoll. Die Großveranstaltungen erprobte Verkehrswacht kam mit dem Ansturm aber gut zurecht. Deutlich mehr Motorsportfans als sonst drängten sich in die Boxen und ins Fahrerlager, um einen Blick auf Verstappen oder Influencerin Happinessa zu werfen.

Diese Nähe zu den Fahrern und Teams macht die Langstreckenserie aus. Und wer Max Verstappen verpasst hat, dürfte schon im April wieder Gelegenheit haben, denn der Niederländer sagte: „Die Nordschleife ist für mich eine der verrücktesten Strecken der Welt. Ich will definitiv so oft wie möglich hier fahren.“