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Kreisliga APassender Abschluss einer turbulenten Woche für die TuS Mechernich

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DHO-Torwart Bastian Hilbert macht sich lang, bekommt seine Finger aber nicht mehr an den Ball, mit dem Tom Lengersdorf ihn ausspielt.

Das 1:0 erzielte Tom Lengersdorf, nachdem er DHO-Schlussmann Bastian Hilbert umkurvt hatte.

TuS Mechernich schlägt DHO in ein torreichem Spiel knapp. Guido und Mirco Mertens übernehmen Nachfolge von Trainer Nico Hohn am Bleiberg.

TuS Mechernich – Sportfreunde DHO 4:3 (2:2). Zum Abschluss einer turbulenten Woche bei der TuS Mechernich gab es standesgemäß auch ein turbulentes Fußballspiel. Sieben Treffer, zahlreiche vergebene Chancen, ein Platzverweis gegen einen Trainer und ein verschossener Elfmeter deuten schon rein statistisch gesehen auf ein interessantes Spiel hin. Das war weniger von fußballerischer Klasse als vom Ausnutzen von Fehlern dominiert.

An der Seitenlinie bei der TuS standen nach dem Rücktritt von Cheftrainer Nico Hohn dessen Co-Trainer Torsten Flimm und Mirko Lepartz. Allerdings wird das keine Dauerlösung sein. Wie Seniorenfußball-Abteilungsleiter Harald Hohmeier nach dem Spiel mitteilte, werden der bisherige Sportliche Leiter Guido Mertens und dessen Sohn Mirco, bisher auch Co-Trainer unter Nico Hohn, die Mannschaft übernehmen – und zwar nicht unbedingt nur bis zum Saisonende. Mertens senior war zuletzt in der abgebrochenen Corona-Saison 2020/21 Trainer des damaligen Bezirksligisten, ein 3:0-Sieg gegen Voreifel im Oktober 2020 war sein letztes Spiel. Ob Torsten Flimm Co-Trainer bleibt, sei allein dessen Entscheidung, so Hohmeier.

Mechernich legt Blitzstart hin, schaltet dann aber in den Passivmodus

Das Spiel selbst war dann ein Abbild der TuS-Saison, denn die Mannschaft zeigte komprimiert auf 90 Minuten ihre beiden Gesichter. In den ersten zehn Minuten war sie drückend überlegen und DHO hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn sie 0:4 zurückgelegen hätten. Dass es nicht so kam, lag unter anderem daran, dass Leon Radschibajev nur den Pfosten traf (2.) und Tom Lengersdorf, frei vor dem Tor stehend, am langen Eck vorbeischlenzte (6.). Es zeigte sich aber, dass die DHO-Abwehr bei langen Bällen Probleme mit dem Stellungsspiel hatte. Nur zwei Minuten später verschätzte sich ein Verteidiger der Gäste, diesmal traf Lengersdorf.

Torsten Flimm und Mikro Lepartz besprechen sich an der Seitenauslinie unweit der Trainerbänke.

Das Mechernicher Interimstrainer-Duo: Torsten Flimm (l.) und Mirko Lepartz.

Die Führung war nur von kurzer Dauer. Fünf Minuten später rutschte TuS-Keeper Max Mies beim Abschlag weg. Der Ball landete bei Salah Kacem, der aus 30 Metern den Ausgleich erzielte. Einen Eckball verwandelte Franz Evertz per Kopf zur erneuten Führung (27.). Danach folgte eine Phase, in der Mechernich vornehmlich zuschaute – was DHO ausnutzte. Einen strammen Schuss von Vladyslav Shukhovtsev kann Mies nicht abwehren (39.).

Mechernich und DHO mit kapitalen Fehlern, die zu Gegentoren führten

Nach der Pause erlaubte sich auch DHO einen kapitalen Fehler. Sven Lepartz ging bei einem zu laschen Pass dazwischen und nutzte die Chance zum 3:2 (51.). Ein weiterer TuS-Fehler wurde von DHO bestraft. Mechernichs Niklas Borgelt verstolperte den Ball, Youssef Khabbaz bedankte sich (72.). Drei Minuten später parierte Gäste-Torwart Bastian Hilbert einen von Jonas Hohn schwach geschossenen Foulelfmeter. Das 4:3 besorgte Lengersdorf (83.): Der eingewechselte Johannes Simons hatte sich auf der linken Außenbahn gegen mehrere Gegenspieler durchgesetzt, auf Radschibajev gepasst, der wiederum Lengersdorf bediente. Danach traf Lengersdorf noch das Lattenkreuz, einen Fehler von Mies bestrafte DHO diesmal nicht – und dann war Schluss.

DHO-Trainer René Urbach fand es unglücklich, dass mit Lisa Reinecke von der SG Erfthöhen eine Mechernicherin für dieses Spiel angesetzt worden war. Reinecke hatte ihm in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte gezeigt. Als Grund für die Niederlage sah er aber auch fehlende individuelle Klasse in der Offensive. Torsten Flimm freute sich über eine leidenschaftliche Darbietung der TuS. Er sah nerven- und kampfstarke Mechernicher.


Flamersheim/Kirchheim schlägt das nächste Topteam der Liga

SV Sötenich – SG Flamersheim/Kirchheim 1:4 (0:1). Einen gelungenen Start in die Rückrunde hat die SG Flamersheim/Kirchheim hingelegt. Nach dem 3:2-Erfolg gegen den SSV Weilerswist schlug sie nun mit dem SV Sötenich ein weiteres Team aus dem Spitzenquartett. Die SG kam gut ins Spiel und ging durch Yannik Ramm in Führung (4.). Sötenich tat sich gegen die spielstarke Spielgemeinschaft zunächst schwer und lief dem Rückstand lange hinterher.

Nach der Pause arbeitete sich die Heimelf jedoch besser in die Begegnung und belohnte sich schließlich mit dem Ausgleich. Nils Knebel traf nach einer Flanke per Kopf zum 1:1 (65.). Für kurze Zeit schien die Partie zu kippen. „Da habe ich gedacht: Jetzt packen wir sie, weil wir am Drücker waren“, erklärte Sötenichs Sportlicher Leiter Uwe Metternich.

Mit sechs Punkten aus zwei Spielen gegen Teams aus der Spitzengruppe sind wir zum Start natürlich sehr zufrieden.
Marco Markwald, Trainer SG Flamersheim/Kirchheim

Doch FlaKi fand schnell die passende Antwort. Julian Seliger stellte die Führung wieder her (74.), ehe Daniel Graichen nachlegte (80.). In der Schlussphase sorgte Paul Doppelfeld für die Entscheidung (86.).

„Nach dem Tor von Sötenich wachen wir auf und spielen eine richtig starke Schlussviertelstunde“, sagte FlaKi-Trainer Marco Markwald. „Mit sechs Punkten aus zwei Spielen gegen Teams aus der Spitzengruppe sind wir zum Start natürlich sehr zufrieden.“ Sötenich musste hingegen einen kleinen Dämpfer hinnehmen. „Vielleicht ist das Ergebnis am Ende zu hoch, aber der Sieg geht schon in Ordnung“, sagte Metternich.

Vernich startet mit zwei Niederlagen in die Rückrunde

TuS Vernich – TSV Schönau 0:3 (0:2). Nach der Niederlage gegen Lommersum verliert der TuS Vernich auch zu Hause gegen Schönau. Die Gäste traten von Beginn an organisiert auf und gingen früh in Führung, als Tim Breuer eine Gelegenheit zum 1:0 nutzte (11.). Schönau blieb die aktivere Mannschaft und legte wenig später nach: Norman Loepke erhöhte auf 2:0 (26.). „Wir waren sehr diszipliniert, haben klasse kompakt verschoben und Vernich keine Räume gegeben“, sagte TSV-Trainer Gerrit Ueckert.

Tim Breuer und Fabian Di Stefano klatschen sich ab.

Schönaus Torjäger Tim Breuer (r.) brachte den TSV früh in Führung. Hier gratuliert ihm Mitspieler Fabian Di Stefano.

Vernich fand kaum zu einem geordneten Spielaufbau. Viele Aktionen der Gastgeber endeten bereits im Ansatz, sodass Schönau die Partie weitestgehend kontrollierte. Trainer Georg Wall zeigte sich enttäuscht: „Mit dem spielerischen Vermögen und auch mit der Leistung meiner Mannschaft kann ich absolut nicht zufrieden sein.“

Nach der Pause versuchte Vernich mehr Druck zu entwickeln. Stattdessen sorgte erneut Breuer für die endgültige Entscheidung (69.). Während die Gäste zufrieden auf einen gelungenen Rückrundenstart blicken, bleibt Aufsteiger Vernich im Tabellenkeller unter Druck. „Unser einziges Ziel kann es sein, den Klassenerhalt zu schaffen“, betonte Wall. „Aber es wird natürlich mit jedem Sonntag schwieriger, an dem wir nicht punkten.“

TuS Zülpich II erobert die Tabellenführung

SSV Weilerswist – TuS Chlodwig Zülpich II 2:6 (0:2). Der TuS Zülpich II hat das Topspiel beim SSV Weilerswist deutlich mit 6:2 gewonnen und damit ein klares Ausrufezeichen gesetzt. Weil die Partie von Dahlem-Schmidtheim wegen Personalmangel beim Gegner Lommersum abgesetzt wurde, hatte Zülpich zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung übernommen. Mittlerweile wurde die abgesetzte Partie für Dahlem-Schmidtheim gewertet, sodass die SG wieder Spitzenreiter ist.

Zu Beginn des Spiels hatte Weilerswist mehr Ballbesitz, ohne daraus klare Chancen zu entwickeln. Effektiver zeigte sich die Gästeelf: Marcel Blum brachte Zülpich in Führung (22.), Marcel Heindrichs legte nach (37.). Kurz zuvor hatte eine Szene für Diskussionen gesorgt: Nach einem Zusammenprall im Mittelfeld zeigte der Schiedsrichter zunächst Gelb gegen Weilerswists Stefan Silva-Santos, korrigierte seine Entscheidung nach Hinweis des Assistenten jedoch auf Rot (37.). „Der Schiedsrichter steht direkt daneben – und dann schaltet sich der Assistent von der anderen Seite des Feldes ein“, sagte SSV-Trainer Frederik Ziburske, „das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.“

Der Schiedsrichter steht direkt daneben – und dann schaltet sich der Assistent von der anderen Seite des Feldes ein.
Frederik Ziburske, Trainer SSV Weilerswist

Mit einem Mann mehr kontrollierte Zülpich die Partie zunehmend. Blum erhöhte kurz nach der Pause auf 3:0 (54.). Felix Kortholt verkürzte per Foulelfmeter (62.), doch Blum stellte mit seinem dritten Treffer den alten Abstand wieder her (65.). Leon Seeberger schraubte das Ergebnis mit einem Doppelpack weiter in die Höhe (70., 75.). Auch Zülpich musste eine Rote Karte hinnehmen, Lukas Fischer wurde nur 14 Minuten nach seiner Einwechslung vom Platz gestellt (80.). Kai Karamouzas verwandelte den anschließenden Strafstoß zum 2:6-Endstand (81.).

Springend klärt Marcel Heindrichs den Ball gegen zwei Weilerswister Spieler.

Klärt den Ball artistisch: Zülpichs Abwehrspieler Marcel Heindrichs, der von Daouda Coulibaly und Robin Berk bedrängt wird.

Zülpichs Trainer Marc Altendorf zeigte sich zufrieden: „Ich bin einfach nur stolz auf die Jungs, weil sie das heute top gemacht haben.“ Der Sieg sei verdient gewesen, weil seine Mannschaft „von der ersten bis zur letzten Minute wirklich absolut motiviert“ aufgetreten sei. Ziburske erkannte die Leistung des Gegners an: „Absolut verdienter Sieg für Zülpich. Die haben das sehr clever und sehr reif gegen uns gespielt.“

Golbach läuft frühem Rückstand gegen Frauenberg hinterher

SSV Golbach – SV Frauenberg 2:5 (1:3). Schön früh standen für den SV Frauenberg gegen Golbach die Zeichen auf Sieg – dank effizienter Chancenverwertung. Die Gäste erwischten einen Traumstart: Wesley Schleicher traf bereits früh zur Führung (3.), Tom Bauer legte wenig später mit einem weiteren sehenswerten Treffer nach (8.). Golbach zeigte jedoch eine Reaktion und verkürzte durch Kai Müller auf 1:2 (17.). Doch Frauenberg blieb gefährlich. Marcel Kaiser stellte den alten Abstand wieder her (31.) und hatte damit maßgeblichen Anteil daran, dass die Gäste mit einer komfortablen Führung in die Pause gingen. „Marcel Kaiser macht halt den Unterschied“, erkannte Golbachs Trainer Michael Müller an.

Lange passierte nach der Pause wenig, ehe Golbach wieder Hoffnung schöpfte: Max Hofmann traf zum 2:3-Anschluss (66.). Doch die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Deniz Arigan stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her (73.) und sorgte mit seinem zweiten Treffer für die endgültige Entscheidung (82.).

Frauenbergs Trainer Marcel Timm war entsprechend zufrieden: „Wir haben von der ersten Minute an einen guten Einsatz, Laufbereitschaft und Kampfbereitschaft gezeigt.“ Zwar habe seine Mannschaft Chancen ein noch höheres Ergebnis liegen lassen, „aber alles in allem bin ich zufrieden“. Golbach konnte der Niederlage dennoch etwas Positives abgewinnen. „Ich würde sagen, dass wir ein gutes Spiel gezeigt haben“, sagte Müller, „Frauenberg hat aber immer zu den richtigen Zeitpunkten nachgelegt.“