Der VfL Kommern hat gute Chancen, den direkten Durchmarsch von der Kreis- in die Landesliga zu schaffen. Kreispokalsieger wurde er ebenfalls.
Sportlerwahl 2025Beim VfL Kommern steht das Kollektiv im Vordergrund

Eines der Highlights 2025: Kommern gewinnt den Kreispokal gegen Erfthöhen.
Copyright: Rocco Bartsch
Kein Ort im Kreis Euskirchen steht so sehr für Frauenfußball wie Kommern. Über viele Jahre prägte die Frauenmannschaft des VfL die regionale Fußballlandschaft. Ihren größten Erfolg feierte sie in der Saison 2011/12, als die damalige Regionalliga-Elf in der ersten Runde des DFB-Pokals den Zweitligisten 1. FC Köln bezwang. Ein historischer Moment für den Fußball der Region. Doch dem steilen Aufstieg folgte der schmerzhafte Absturz. In der Saison 2019/20 endete der Spielbetrieb – zu viele Abgänge, zu wenig Struktur.
Mit der Neugründung einer Frauenmannschaft im Jahr 2023 setzte der VfL Kommern ein starkes Zeichen. Unter Trainer Sascha Wagner, dem Frauen- und Mädchenbeauftragten, baut der Verein seit Jahren einen nachhaltigen Unterbau aus Jugendmannschaften auf. Und so ist das neue, außerordentlich erfolgreiche Kapitel in der Vereinshistorie kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis konsequenter Jugendarbeit.
Aufstieg in die Bezirksliga ohne Punktverlust und mit 73:4 Toren
Im ersten Jahr in der Kreisliga A musste Kommern sich noch mit Platz zwei hinter dem TuS Zülpich begnügen. Die Zülpicherinnen, die noch in der Vorsaison der SG Oleftal in der Landesliga angehört hatten, stiegen auf, der VfL spielte ein weiteres Jahr Kreisliga. „Entwicklung braucht Zeit“, betonte Wagner.
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Im zweiten Kreisligajahr dominierte Kommern die Liga deutlich: Ohne Punktverlust und mit einer Bilanz von 73:4 Toren machte die Wagner-Elf den verdienten Aufstieg in die Bezirksliga perfekt. Der 2:1-Sieg im Kreispokal-Finale 2025 gegen Bezirksligist SG Erfthöhen krönte eine gelungene Saison. „Der Pokal hat einen hohen Stellenwert für uns, die Meisterschaft ist aber höher zu bewerten“, ordnete der VfL-Coach den Erfolg ein und lobte: „Die Mädels haben gezeigt, dass sie das Potenzial haben, oben mitzuspielen.“
In der Bezirksliga-Hinrunde mehr Spiele als in der Kreisliga-A-Saison
Anpassungsschwierigkeiten in der Bezirksliga? Fehlanzeige. Zwar forderte die Hinrunde mit mehr Spielen als in der Kreisliga A in der ganzen Saison, gesundheitsbedingten Ausfällen und anspruchsvollen Gegnern wie Eschweiler und Selfkant die Mannschaft. Das stoppte die Entwicklung jedoch nicht. Lediglich eine Niederlage im Spitzenspiel gegen Landesligaabsteiger Selfkant musste das Team wegstecken: „Zwar gehen wir mit einem Negativerlebnis in die Pause, aber wir sind Herbstmeister“, kommentiert der Coach die erste Liga-Niederlage seit mehr als zwei Jahren.
„Das Team hat über alle Mannschaftsteile hinweg eine tolle Entwicklung genommen“, fasst Wagner, der es vermeidet, individuelle Leistungen in den Vordergrund zu stellen, die Gesamtleistung zusammen. Die Defensive hebt er dennoch besonders hervor: „Nur neun Gegentore haben die Mädels zugelassen.“ Mit 44 erzielten Treffern hat der VfL sogar den Liga-Topwert inne: Das Ergebnis einer breiten, torgefährlichen Offensive, die Ausfälle im Kollektiv abfedert.
Im Verbandspokal auf Augenhöhe mit Alemannia Aachen präsentiert
Ein weiteres Ausrufezeichen setzte der VfL im Verbandspokal-Achtelfinale im November gegen Regionalliga-Absteiger Aachen. Lange präsentierte die Wagner-Elf sich auf Augenhöhe, glich einen 0:1-Rückstand aus und schnupperte zwischenzeitlich sogar am 2:2-Ausgleich. Dass das Spiel gegen den höherklassigen Gegner letztlich mit 1:5 um ein paar Tore zu hoch verloren ging, wurde zur Nebensache: „Das Ergebnis ist nicht alles, wir haben uns mehr als teuer verkauft“, resümierte Wagner, der sich besonders über das Lob des Aachener Trainers freute.
Der Blick richtet sich auf 2026. Als realistisch stuft Wagner den Aufstieg in die Landesliga ein, gleichzeitig nimmt er der Mannschaft aber den Druck: „Der Aufstieg ist unser Ziel, er ist aber kein Muss.“ Die Vorbereitung verläuft ambitioniert. Besonders freut es Wagner, dass die Testspiel-Anfragen höherklassiger Vereine beim VfL eintreffen und nicht umgekehrt. „Das ist ein riesiges Kompliment.“

