In der Kreisliga A bleiben Abstiegskampf und Aufstiegsrennen unheimlich spannend. Lommersum holt in der Nachspielzeit einen Zähler im Derby.
Kreisliga ASchöneseiffen und Golbach liefern sich wildes Duell – Schwere Verletung bei Vernich

DHOs Eren Catak (l.) versucht Lommersums Jan-Niklas Runkel am Torschuss zu hindern.
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SSV Lommersum – Sportfreunde DHO 2:2 (1:1). Im Derby trennten sich der SSV Lommersum und die Sportfreunde remis. Die Gäste führten bis tief in die Nachspielzeit, brachten den Vorsprung in Überzahl jedoch nicht ins Ziel. Im Abstiegskampf hilft der Punkt keinem der beiden Teams entscheidend weiter.
Die Anfangsphase war umkämpft und spielte sich überwiegend im Mittelfeld ab. DHO wirkte etwas aktiver und ging früh in Führung: In der 10. Minute traf Aziz Neziri per abgefälschtem Freistoß aus rund 20 Metern. Der Rückstand wirkte bei den Gastgebern wie ein Weckruf. Nur drei Minuten später verhinderte Niklas Wesling den Ausgleich auf der Linie.
Lommersum belohnt sich für mehr Mut
Anschließend übernahm Lommersum zunehmend die Kontrolle und belohnte sich in der 26. Minute: Nach einer Flanke von Jan-Niklas Runkel klärte die Gästeabwehr nicht konsequent, Lars Mechernich traf per Direktabnahme zum 1:1. Kurz danach lag sogar die SSV-Führung in der Luft, doch Lukas Goetz vergab knapp. So ging es in die Pause.
Lommersum kam schwungvoll aus der Kabine. „Wir müssen in dieser Phase das 2:1 machen. Wir hatten zwei, drei hochkarätige Chancen, nutzen sie aber nicht“, sagte SSV-Trainer Sebastian Reisenauer. Neben einem Lattentreffer von Maurice Hergarten scheiterte Alexander Joist aus kurzer Distanz an DHO-Keeper Bastian Hilbert.

Lommersums Keeper Leon Wynen gibt Anweisungen an seine Mitspieler.
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Kurz darauf endete Alex Joists Arbeitstag frühzeitig: Nach Foul als letzter Mann an Youssef Khabbaz zeigte Schiedsrichter Giuseppe Scolare die Rote Karte (53.). „Der Spieler läuft allein auf das Tor zu – die Entscheidung ist vertretbar“, so Reisenauer. Nur zwei Minuten später nutzten die Gäste die Überzahl: Wael Hassan bediente Vladyslav Shukhovtsev, der frei vor Wynen zum 2:1 aus Sicht der Sportfreunde traf (55.).
Trotz Überzahl verpassten die Sportfreunde das dritte Tor
Anschließend verpassten die Gäste die Entscheidung. „Wenn du mehr als 30 Minuten in Überzahl spielst und führst, musst du das dritte Tor machen“, so Trainer René Urbach. Stattdessen blieb Lommersum im Spiel. Trainer Reisenauer stellte auf Dreierkette um, und sein Team gab nicht auf. Die beste Chance vergab Joshua Schramm, der nur das Lattenkreuz traf. Auch die Gäste kamen zu Möglichkeiten, spielten ihre Angriffe jedoch zu ungenau aus. „Wir waren vorne nicht clever genug“, kritisierte Urbach.
Wenn du vorne nicht triffst, fängst du dir hinten einen. Das fühlt sich wie eine Niederlage an und der Punkt bringt uns wenig.
Die Schlussphase zog sich aufgrund einer längeren Unterbrechung in die Länge. Acht Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt – und die hatten es in sich. In der 96. Minute brachte Elias May eine Flanke in den Strafraum, Kapitän Andreas Struve köpfte zum 2:2-Ausgleich ein.
„Wenn du vorne nicht triffst, fängst du dir hinten einen. Das fühlt sich wie eine Niederlage an und der Punkt bringt uns wenig“, sagte Urbach. Reisenauer ordnete den Punkt nüchtern ein: „Tabellarisch bringt uns das nicht viel. Für den Kopf ist es wichtig, weil sich die Mannschaft spät belohnt hat.“ Am Ende steht ein 2:2-Unentschieden, das dem Spielverlauf entspricht, im Tabellenkeller aber keinem der beiden Teams entscheidend weiterhilft.
Zülpich macht mit Mechernich kurzen Prozess
TuS Mechernich – TuS Zülpich II 1:8 (0:1). Zülpich hatte mehr Ballbesitz und ging nach einer Standardsituation durch Marcel Blum in Führung (27.). Nach der Pause legte Leon Seeberger nach (47.), doch Mechernich antwortete sofort: Jens Honnef verkürzte direkt im Gegenzug (48.). Die Partie blieb zunächst offen, ehe ein Foulelfmeter durch Jakob-Janis Fischer die Wende einleitete (65.).
„Wir haben wirklich 71 gute Minuten gemacht, es war ein umkämpftes Spiel“, betonte Mechernich-Trainer Mirco Mertens. Danach brach Mechernich ein: Fabian Schmitz, Milian Mäurer, Nico Jensen und Tamino Mäurer sorgten binnen 15 Minuten für klare Verhältnisse. Mertens ärgerte sich über den Einbruch: „Da haben wir alles wieder eingerissen, was wir davor gut gemacht haben. Wie ein Toter, dem man den Stecker gezogen hat.“
SG FlaKi spielt eine schlechte erste Halbzeit
SG Flamersheim/Kirchheim – SV Frauenberg 1:1 (0:1). Die SG FlaKi und der SV Frauenberg haben sich in einer umkämpften Partie mit einem Remis getrennt, das sich für die Gäste jedoch wie ein verpasster Sieg anfühlte. Frauenberg erwischte den besseren Start und ging früh durch Sebastian Kaiser in Führung (8.). Die Gäste bestimmten die erste Hälfte: „Wir hatten das Spiel ganz klar im Griff, haben gar keine Chancen zugelassen“, erklärte Trainer Marcel Timm. Flamersheim hatte Glück, nur mit einem knappen Rückstand in die Pause zu gehen. „In der ersten Halbzeit waren wir die klar schlechtere Mannschaft“, gab auch Marco Markwald zu.
Nach dem Seitenwechsel wurde FlaKi stärker, doch zunächst verpasste Frauenberg die Entscheidung. „Wir haben eine hundertprozentige Chance, das 2:0 zu machen, und bekommen im Gegenzug einen Konter“, so Timm. Diesen nutzte Paul Doppelfeld mit einem starken Abschluss zum Ausgleich (59.). In der Schlussphase hatten beide Teams noch Möglichkeiten, doch es blieb beim Remis. Markwald resümierte: „Mit dem 1:1 müssen wir nach unserer Leistung heute zufrieden sein.“
Golbach und Schöneseiffen liefern sich ein wildes Duell
SSV Golbach – SV Schöneseiffen 4:4 (2:3). In einem wilden Kellerduell mussten sich der SSV Golbach und der SV Schöneseiffen die Punkte in letzter Sekunde teilen. Schöneseiffen ging früh durch Felix Zimmer in Führung (2.), doch Max Hofmann glich schnell aus (13.). Maurice Niedermeier brachte die Gäste erneut nach vorne (16.), ehe Maurice Gölden egalisierte (19.). Nur kurze Zeit später legte Schöneseiffen durch Timo Bornewasser wieder vor (21.). „Wir sind jedes Mal zurückgekommen, haben eine gute Moral bewiesen“, lobte Golbachs Trainer Michael Müller.
Nach der Pause traf Hofmann per Kopf nach einem Freistoß erneut zum Ausgleich (50.). Kurz zuvor hatte Schöneseiffen nach einer Gelb-Roten Karte gegen Nils Fink in Unterzahl weiterspielen müssen (49.). Beide Trainer sahen die Entscheidung kritisch: Müller meinte, „die erste Gelbe muss man nicht unbedingt geben“, auch SVS-Coach Heiko Zimmer fand die erste Karte „ein bisschen übertrieben“. Trotz Unterzahl ging Schöneseiffen durch Niedermeier wieder in Führung (79.), ehe Jan Malsbenden in letzter Sekunde per direktem Freistoß ausglich (90.+4.).
SG Dahlem-Schmidtheim – SV SW Nierfeld 2:1 (2:0). Die SG Dahlem-Schmidtheim bleibt nach einem 2:1-Sieg gegen den SV SW Nierfeld Tabellenführer Zülpich II dicht auf den Fersen, während Nierfeld weiter im Tabellenkeller steckt. Die Gastgeber legten früh den Grundstein für den Sieg: Leon Ingenhaag brachte Dahlem in Führung (5.), wenig später erhöhte Sebastian Etten (16.).
„Wir haben verdient und schnell 2:0 geführt - und versäumen dann, auf 3:0 oder 4:0 zu stellen“, erklärte Trainer Christian Hammes. Dahlem ließ in der Folge mehrere Chancen liegen, wodurch das Spiel offen blieb. Nierfeld fand nach dem Rückstand besser in die Partie, konnte seine Möglichkeiten aber lange nicht nutzen.
Trainer Dirk Scheer sah den Knackpunkt früh: „Das Spiel haben wir im Prinzip in den ersten 10,15 Minuten verloren.“ Erst spät gelang Torben Hörnchen der Anschluss (85.), doch für mehr reichte es nicht mehr.
Sötenich legt Grundstein in der ersten Halbzeit
SV Sötenich – TSV Schönau 3:0 (2:0). Die Gastgeber legten früh vor: Dennis Jäckel traf bereits kurz nach Anpfiff zur Führung (2.). Schönau versuchte zu reagieren, kam jedoch kaum zu klaren Abschlüssen. Sötenich blieb stabil und nutzte seine Chancen effizient, Paul Hrziwnak erhöhte noch vor der Pause (29.). „Nach dem frühen 1:0 haben wir die Drangphase des Gegners gut überstanden“, beschrieb Sötenichs Sportlicher Leiter Uwe Metternich den Spielverlauf.
Nach dem Seitenwechsel sorgte erneut Jäckel für die Entscheidung (50.). Die Gastgeber kontrollierten das Spiel und ließen wenig zu. Metternich zeigte sich zufrieden: „Wir hatten Schönau weitestgehend im Griff.“ Auf der anderen Seite fand Gerrit Ueckert klare Worte: „Drei individuelle Fehler und kaum erarbeitete Torchancen sind einfach zu wenig.“
SSV Weilerswist – TuS Vernich 2:0 (1:0). Der SSV Weilerswist hat das Derby gegen den TuS Vernich für sich entschieden. In einer umkämpften Anfangsphase hatte Vernich die besseren Chancen, scheiterte jedoch mehrfach – unter anderem per Lattentreffer durch Arber Kryeziu. Weilerswist nutzte dagegen seine erste Standardsituation eiskalt: Nach einer Ecke von Björn Büscher traf Kai Karamouzas per Kopf zur Führung (30.). „Es war ein hartes Stück Arbeit, ein typisches Derby. Beide haben sich voll reingekrallt“, beschrieb Trainer Frederik Ziburske die Partie. Nach der Pause sorgte ein Foulelfmeter für die Vorentscheidung, nachdem sich Luis Kampermann durchgesetzt hatte (52.).
Vernich-Trainer Georg Wall fand den Elfmeter „völlig unverdient“. In der Folge verteidigte Weilerswist kompakt und ließ wenig zu. Kurz vor Schluss wurde das Spiel von einer schweren Verletzung überschattet: Vernichs Innenverteidiger Kian Schmitz zog sich im Zweikampf einen komplexen Bruch des Sprunggelenks zu.


