In der Kreisliga A ließen sich einige Teams von Rückständen nicht aus dem Konzept bringen. Allein zehn Treffer fielen in Zülpich.
Kreisliga ADie Ballermänner von Zülpich und FlaKi geben es sich richtig – wildes Spiel in Vernich

Sah gut aus, doch Vernichs Arber Kryeziu traft den Ball nicht.
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TuS Zülpich II - SG Flamersheim/Kirchheim 5:5 (3:4). In einem Offensivduell haben sich der TuS Zülpich II und die SG FlaKi mit einem Unentschieden getrennt – ein Punkt, der Zülpich die Tabellenführung kostete, während Dahlem-Schmidtheim vorbeizog.
FlaKi legte früh vor durch Paul Doppelfeld (4.), doch Tamino Mäurer glich schnell aus (9.). Lukas Mager brachte die Gäste erneut in Führung (25.), ehe Lukas Bungart ausglich (28.) und Felix Faure per Kopf sogar das Spiel drehte (31.). Doch Flamersheim blieb dran: Doppelfeld stellte wieder auf Remis (34.), kurz vor der Pause traf Kasimir Johannes Reutershan zur erneuten Führung (45.+2.).
Auch nach dem Seitenwechsel ging es hin und her: Bungart glich per Kopf aus (54.), ehe er kurz vor Schluss die Führung erzielte (87.). Der Sieg schien greifbar, doch Leon Trichkovski sorgte in letzter Minute für den Ausgleich (90.). „Wir haben einfach viel zu viele Fehler gemacht“, haderte Zülpichs Trainer Marc Altendorf. Auch Marco Markwald sprach von einem „offenen Schlagabtausch“, in dem sein Team „bis zur letzten Situation alles reingehauen“ habe.
Dahlem-Schmidtheim dreht frühen Rückschlag in Schöneseiffen
SV Schöneseiffen – SG Dahlem-Schmidtheim 1:4 (1:2). Der SVS ging durch Maurice Niedermeier in Führung (9.), doch Dahlem drehte die Partie noch vor der Pause durch Treffer von Leon Ingenhaag (16.) und Dino Halilic (21.). Die Gäste blieben auch danach spielbestimmend und bauten ihre Führung im zweiten Durchgang durch Dominik Vilz (57.) und Silvio Ferjani (60.) weiter aus. Schöneseiffen hielt kämpferisch dagegen, konnte dem Druck aber nicht dauerhaft standhalten.
Trainer Heiko Zimmer zeigte sich dennoch gefasst: „Ich kann heute keinem einen Vorwurf machen. Wir haben alles versucht.“ Dahlem ließ zudem weitere Chancen liegen und vergab sogar einen Elfmeter, blieb aber insgesamt klar überlegen. Während Schöneseiffen weiter nahe der Abstiegsränge bleibt, übernehmen die Gäste die Tabellenführung. Dahlem-Trainer Christian Hammes blickte daher optimistisch auf die letzten Spieltage: „Die Stimmung im Team ist die gesamte Saison schon gut, der Wechsel an der Tabellenspitze wird uns weiter motivieren.“
Lommersum führt 2:0, verliert am Ende aber noch
SV Frauenberg - SSV Lommersum 4:2 (3:2). Der SV Frauenberg hat einen frühen Rückstand gedreht und sich mit 4:2 gegen Tabellenschlusslicht Lommersum durchgesetzt. Lommersum ging durch Elias May (11.) und Joshua Schramm (28.) 2:0 in Führung und stellte Frauenberg zunächst vor große Probleme.
„Die haben uns besonders in der ersten halben Stunde alles abverlangt“, schilderte Frauenbergs Trainer Marcel Timm den Start für seinen SSV. Doch noch vor der Pause kippte die Partie: Ben Huthmacher verkürzte (32.), Tom Bauer glich aus (43.), ehe Huthmacher in der Nachspielzeit zur Führung traf (45.+3.).

Frauenbergs Ben Huthmacher (r.) im Zweikampf mit Lommersums Marcel Ebel.
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Nach dem Seitenwechsel kontrollierte Frauenberg das Spiel weitgehend und ließ nur noch wenig zu. Erst spät sorgte Julian Crombach für die Entscheidung (89.). Lommersums Trainer Sebastian Reisenauer haderte vor allem mit dem Verlauf: „Wie gerne würde ich mal ein 2:0 mit in die Halbzeit nehmen.“ Timm betonte dagegen die Moral seiner Mannschaft, die sich nach dem Rückstand zurückkämpfte.
TSV Schönau - TuS Mechernich 2:3 (0:2). Die TuS Mechernich hat sich beim TSV Schönau mit 3:2 durchgesetzt und damit den ersten Liga-Sieg unter Trainer Mirco Mertens eingefahren. Mechernich startete konzentriert und ging durch Dominik Linden früh in Führung (13.), ehe Sven Lepartz nachlegte (20.).
Schönau fand zunächst kaum Zugriff. „Wir haben leider wieder 20 Minuten verschlafen“, ärgerte sich Trainer Gerrit Ueckert. Auch nach der Pause blieb Mechernich effizient und erhöhte durch Niklas Borgelt (53.). Anschließend brachte ein Foulelfmeter nach einem laut Mertens „ungestümen“ Dribbling im Strafraum Schönau zurück ins Spiel, Chris Schmauder verwandelte sicher. In der Schlussphase drängte Schönau auf den Ausgleich und kam durch Schmauder noch einmal heran (88.), doch Mechernich rettete den Vorsprung über die Zeit.
DHO lässt sich von frühem Rückstand nicht aus dem Konzept bringen
Ueckert lobte den Einsatz: „Meiner Mannschaft muss ich danach ein riesen Kompliment machen.“ Für Mertens war der Erfolg besonders wichtig: „Nach den turbulenten Wochen hat sich die Mannschaft heute endlich mal belohnt.“ Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte eine Rote Karte gegen Schönaus Kapitän Norman Loepke nach Abpfiff wegen Unsportlichkeit, nachdem er sich über den Schiedsrichter beschwert hatte.
Sportfreunde DHO - SSV Weilerswist 2:2 (2:2). Die Sportfreunde DHO haben sich im Derby gegen den SSV Weilerswist ein Remis erkämpft. Weilerswist kam druckvoll aus den Startlöchern und stellte durch Björn Büscher (2.) und Luis Kampermann (7.) schnell auf 2:0 - „zwei absolut unnötige Gastgeschenke“, ärgerte sich DHO-Trainer René Urbach. Doch seine Mannschaft zeigte Moral: Vladyslav Shukhovtsev verkürzte (21.) und sorgte kurz vor der Pause für den Ausgleich (45.).

Traf doppelt im Derby: Sportfreunde-Stürmer Vladyslav Shukhovtsev (r.).
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Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine offenere Partie mit Vorteilen für DHO. „In der zweiten Halbzeit hatten wir die deutlich besseren Chancen“, so Urbach, dessen Team sogar kurz vor Schluss noch die große Möglichkeit auf den Sieg hatte. Weilerswist-Coach Frederik Ziburske haderte vor allem mit dem Verlauf: „Wenn man 2:0 führt, dann ist es natürlich super ärgerlich, da noch 2 Punkte abzugeben.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass sein Team den Gegner „mit ins Spiel reingenommen“ habe und das Remis am Ende leistungsgerecht sei.
Nierfeld gewinnt das Derby gegen Sötenich
SV SW Nierfeld - SV Sötenich 3:2 (1:1). Der SV SW Nierfeld hat sich in einer intensiven Partie mit 3:2 gegen den SV Sötenich durchgesetzt. Die Gäste gingen zunächst durch ein Kopfballtor von Dennis Jäckel in Führung (13.) und waren vor der Pause die aktivere Mannschaft.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff kam Nierfeld jedoch durch einen Foulelfmeter zurück ins Spiel, den Luca Bläser verwandelte (43.). „Der hat uns so ein bisschen den Stecker gezogen“, erklärte Sötenichs Uwe Metternich später. Nach dem Seitenwechsel nutzte Nierfeld seine Chancen konsequenter: Jonas Küpper brachte die Gastgeber in Führung (74.), Marlon Vogt erhöhte (83.).
Zwar kam Sötenich durch einen weiteren Foulelfmeter von Martin Schmitz noch einmal heran (84.), doch der Ausgleich blieb aus. Die Strafstoß-Szenen wurden unterschiedlich bewertet: Nierfelds Trainer Dirk Scheer meinte, „unser Elfmeter ist definitiv einer, der von Sötenich eher nicht“, während Metternich beide als „fragwürdig“ einstufte, aber betonte, dass sie „nicht maßgeblich für das Ergebnis“ gewesen seien.
Spiel des Tages: Vernich und Golbach liefern sich wildes Duell
TuS Vernich – SSV Golbach 4:4 (0:2). Wenn man in einem Lexikon das Wort Spektakel nachschlägt, müsste man dort ein Foto des SSV Golbach finden. In gleich zwölf seiner 20 Ligapartien fielen mindestens fünf Tore. Auf einen 7:3-Sieg folgte zuletzt ein 4:4-Unentschieden. Das Ergebnis wiederholte sich nun in Vernich.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Beide Mannschaften dürften mit dem Remis nicht glücklich sein. Denn beide haben – so paradox das auch klingt – einen Sieg verschenkt. „Eine 3:1-Führung darfst du nicht aus der Hand geben“, sagte Golbachs Trainer Michael Müller. „Wir müssen das 5:3 machen“, fand Vernichs Trainer Georg Wall.
Golbach wirkte im ersten Durchgang deutlich frischer
Dabei konnte einem beim Spiel seiner Mannschaft zwischenzeitlich angst und bange werden. Denn die Gäste aus der Gemeinde Kall zeigten den Gastgebern, wie man im Abstiegskampf agiert. Golbach wirkte in der ersten Halbzeit frischer, wacher, insgesamt präsenter und hatte deutliche Spielvorteile. Der Halbzeitstand von 2:0 war deshalb hochverdient.
Wiederholt suchten die Gäste mit langen Bällen über die Abwehr Max Hofmann, der aber ein ums andere Mal ins Abseits gestellt wurde. Doch in der 11. Minute war er durch, seinen Schuss wehrte Torwart Elias Weise nach vorne ab, wo Jan Malsbenden vollendete. Vor dem 2:0 bugsierte Vernichs Maxim Klinov eine Golbacher Flanke Richtung eigenes Tor, Weise bekam gerade noch die Finger an die Bogenlampe, die sich Richtung Tor senkte, und Hofmann bedankte sich (42.).

Golbachs Max Hofmann (r.) wird von Vernichs Tom Luca Stegink bedrängt.
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Vernichs Sportchef und Ersatztorwart sah vom Schiedsrichter Rot, weil er den Ball festgehalten hatte.
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Vernich konnte sich nur selten aus dem Druck befreien, hatte dann aber einige Großchancen, die sehr zum Leidwesen von Georg Wall nicht verwandelt wurden. So war Arber Kryeziu kurz nach dem Rückstand etwas zu eigensinnig und schoss lieber anstatt den Ball zum besser platzierten Mitspieler zu passen (14.). Ein Kryeziu-Schlenzer ging knapp vorbei (31.). Auch Luc Kajba vergab aus guten Positionen (29., 45.+3).
Aufreger in der ersten Halbzeit gab es ebenfalls: Max Hofmann wurde in der 21. Minute im Strafraum getroffen. Anstatt auf Elfmeter entschied das Schiedsrichtergespann aber auf Freistoß, obwohl der Kontakt klar im Sechzehnmeterraum stattgefunden hatte. Torschütze Jan Malsbenden musste in der 39. Minute nach minutenlanger Behandlung ausgewechselt werden. Kryeziu hatte ihn im Zweikampf unter dem Fuß getroffen. Malsbenden konnte auch nach dem Spiel noch nicht wieder gehen. Das sah nicht gut aus.
Nach dem Seitenwechsel investierte Vernich mehr
In der zweiten Halbzeit tat Vernich deutlich mehr und erzielte – auch dank der Mithilfe von Golbachs Schlussmann Stephan Pessara – den Anschlusstreffer durch Kryeziu (52.). Luca Adaldo stellte nach einem Konter den alten Vorsprung für Golbach wieder her (55.).
Vorhang auf für die spektakuläre Schlussphase: Maurice Platz verwandelte einen Freistoß direkt, der Ball schlug in der Torwartecke ein (87.). Eine Minute später stand Luc Kajba nach Flanke von Platz mutterseelenallein vor dem Tor und erzielte den Ausgleich. Platz nahm sich in der dritten Minute der Nachspielzeit ein Herz und zog aus der Distanz ab, der Ball ging unter Pessara ins Tor. Doch das war noch nicht alles: Vernichs Sportchef Yannick Wall sah wegen Ballsperrens noch die Rote Karte (90.+5). Laurin Peters vergab den Ausgleich aus kurzer Distanz (90.+8), den dann Max Hofmann doch noch erzielte (90.+10).
„Nach dem Unentschieden kippte das Spiel in unsere Richtung“, sagte Georg Wall, der als 60-Jähriger wegen Personalmangels ebenso auf dem Spielberichtsbogen stand wie der 55-jährige Stefan Schmitz.

