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Urgesteine verabschiedetDaniel Rütz und Jörg de la Motte sind neue Wehrleiter in Kall

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Mehrere Feuerwehrmänner in Uniform udn ein Zivilist stehen nebeneinander. Zwei Männer in der Mitte halten Präsente hoch.

Als Leiter der Feuerwehr wurden Harald Heinen und sein Stellvertreter Andreas Lang (6. und 7. v.l.) verabschiedet. Ihre Ämter übernehmen Daniel Rütz (l.) und Jörg de la Motte (4.v.l.)

Im Rahmen einer Feier wurden Harald Heinen und Andreas Lang als Kaller Wehrleiter verabschiedet.

Die große Anzahl der Gäste und die Anwesenheit zahlreicher Weggefährten zeugten von der großen Anerkennung, die sich Harald Heinen und Andreas Lang über Jahrzehnte hinweg verdient haben. Über etliche Jahre hinweg bildeten sie die Spitze der Feuerwehr in der Gemeinde Kall, nun wurden sie feierlich verabschiedet.

In seiner Laudatio brachte Bürgermeister Emmanuel Kunz es auf den Punkt: „Wir sind heute hier, um zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten zu verabschieden, die unsere Feuerwehr über Jahre und Jahrzehnte maßgeblich geprägt haben. Diese Leistung ist außergewöhnlich, und sie wird nicht in Vergessenheit geraten.“

Harald Heinen, seit 50 Jahren Mitglied des Löschzuges Kall, hatte das Amt des Wehrleiters 1987 angetreten. Andreas Lang ist seit 45 Jahren in der Löschgruppe Wahlen aktiv und seit 2014 stellvertretender Wehrleiter sowie Ausbildungsbeauftragter.

Große Verdienste der scheidenden Wehrleiter gewürdigt

Kreisbrandmeister Peter Jonas würdigte die großen Verdienste der scheidenden Wehrleiter, die sich auch auf Kreisebene und darüber hinaus um die Feuerwehr verdient gemacht haben. Heinen etwa war auch viele Jahre stellvertretender Kreisbrandmeister. Bevor Bürgermeister Kunz den beiden Ehrenbeamten die Entlassungsurkunden überreichte, würdigte er die Verdienste der beiden Feuerwehr-Urgesteine. Mit Blick auf die 45 beziehungsweise 50 Jahre aktiven Dienst sagte er: „Da waren ich und viele hier im Raum noch nicht mal in Planung.“

Andreas Lang habe stets den Blick für das große Ganze gehabt und nie den Einzelnen aus den Augen verloren. „Dein Engagement in der Ausbildung und dein Einsatz in der Löschgruppe Wahlen sind nur einige der vielen Beispiele.“ Mit Harald Heinen gehe ein echtes Urgestein: „Du bist seit 1987 als Wehrleiter das Gesicht unserer Feuerwehr. Eine Ära geht nun zu Ende, aber die Spuren, die du hinterlässt, sind nicht nur sichtbar, sie sind tief in der Geschichte unserer Wehr verankert.“

Ex-Bürgermeister Esser bedankte sich mit einem Foto

Heinen habe maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Feuerwehr in der Gemeinde nicht nur personell und organisatorisch weiterentwickelt habe, sondern auch technisch bestens ausgerüstet sei. Kunz verschwieg auch nicht, dass dabei wahrlich nicht immer eitel Sonnenschein herrschte: „Wer über so viele Jahre Verantwortung übernimmt, der hat es nicht immer einfach und muss oft auch undankbare Entscheidungen verantworten. Doch du hast dich diesen Herausforderungen stets gestellt und bist nie ausgewichen.“

Für die Einheiten bedankten sich deren Leiter Michael Knie (Kall), Kerstin Brandhoff (Wahlen) und Jochen Völler (Sistig) mit gemeinsamen Geschenken, die auf die Hobbys von Heinen (Jagd) und Lang (Modellhubschrauber fliegen) hindeuten. Ex-Bürgermeister Hermann-Josef Esser bedankte sich mit einem Foto, auf dem sich Heinen und Lang bei der Gewerbeschau gemütlich an ein Löschfahrzeug anlehnen. In Wirklichkeit, so Esser, sei es anders: „Bei uns kann sich die Bevölkerung in Ruhe anlehnen, weil sie sich auf eine funktionierende Feuerwehr verlassen kann.“

Esser ließ aber auch Kritik anklingen: Als den völlig falschen Weg bezeichnete er Bestrebungen, dass die Feuerwehr nicht mehr an öffentlichen Veranstaltungen wie der Gewerbeschau teilnehmen solle. Seitdem die Feuerwehrleute nicht mehr per Sirene zum Einsatz gerufen   werden, sinke die Wahrnehmung der Ehrenamtler in der Bevölkerung ohnehin immer mehr. Teilnahmen an öffentlichen Veranstaltungen könnten diesem Trend durchaus entgegenwirken.

Diesem Appell schloss sich auch Heinen in seiner Dankrede an: „Wir müssen in der Öffentlichkeit sichtbar und wahrnehmbar bleiben.“ Dazu zähle auch die Teilnahme an der Kaller Gewerbeschau oder an den Gedenkfeiern zum Volkstrauertag.


Auswirkungen auf die Einheit Kall

Das Ausscheiden von Harald Heinen und Andreas Lang aus der Führungsspitze der Gemeindefeuerwehr hat auch einen Wechsel an der Spitze des Löschzuges Kall zur Folge. Neuer Leiter des Löschzugs ist Brandoberinspektor Michael Knie, Stellvertreter sind Brandinspektor Christoph Hensen und Oberbrandmeister Lukas Keutgen.

Nachdem der bisherige Leiter des Löschzugs, Daniel Rütz, die Nachfolge von Harald Heinen als Leiter der Feuerwehr übernommen hat und der bisherige stellvertretende Löschzugführer Jörg de la Motte nun   stellvertretender Leiter der Gemeindefeuerwehr ist, mussten beide Ämter im Löschzug neu besetzt werden.

Drei Männer in Uniformen stehen nebeneinander und schauen in die Kamera.

Im Löschzug Kall sind nun Michael Knie (M.) sowie seine Stellvertreter Christoph Hensen (l.) und Lukas Keutgen verantwortlich.

In der Jahreshauptversammlung ließ Rütz zum letzten Mal als Verantwortlicher der Einheit das verflossene Jahr Revue passieren und zog eine imposante Bilanz. 128 Einsätze hatten die 61 aktiven Feuerwehrleute zu bewältigen und dabei 4826 Einsatzstunden geleistet. Dazu kommen mehrere hundert Übungsstunden und 50 Lehrgänge. Personell sei man mit 95 Mitgliedern gut aufgestellt: 61 Kräfte zählt die   Einsatzabteilung, 34 Mitglieder die Jugendfeuerwehr sowie die Ehren- und Unterstützungsabteilung.