Um den Autoverkehr zu schützen und Wildunfälle zu vermeiden wurden zahlreiche Eschen an der Bundestraße 258 bei Sistig gefällt.
VerkehrssicherheitEschen an der Bundesstraße 258 bei Sistig wurden gefällt

Neben der Bundesstraße 258 bei Sistig wurden zahlreiche Bäume gefällt.
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Autofahrern, die zurzeit auf der Bundesstraße 258 aus Richtung Broich nach Sistig unterwegs sind, fallen die Fällarbeiten neben der Straße ins Auge, die dort seit einigen Tagen laufen. Manch einer fragt sich nach dem Grund für die Maßnahme. „Es handelt sich um Verkehrssicherungsarbeiten“, erklärte Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters. Die Gemeinde Kall ist als Grundstückseigentümer zuständig für das Waldstück.
„Vor allem alte Eschen wurden entnommen“, sagte Auel. Sie seien geschädigt oder schon ganz abgestorben. „Bei Kontrollen war festgestellt worden, dass die Gefahr bestand, dass Bäume umkippen und Äste auf die Straße fallen“, erzählte der Vertreter des Bürgermeisters. Deshalb sei eine größere Fläche gerodet worden. Auf der anderen Straßenseite würden dagegen nur einige Bäume entnommen.
Gemeinde: Zahlreiche Unfälle mit Wild in dem Streckenabschnitt
Ein weiterer Grund für die Abholzung sind nach Angaben von Auel die häufigen Wildunfälle in dem Abschnitt: „Wild meidet in der Regel gut einsehbare Flächen und hält dadurch in dem Fall auch mehr Abstand von der Straße.“

Auf der anderen Seite der Straße wurden zum Schutz des Straßenverkehrs nur einige Bäume entnommen.
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Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde laut Forstwirtschaftsplan mit ihrem Wald Einnahmen von rund 70.000 Euro erzielt. Der Holzeinschlag lag bei gut 3000 Festmetern. 1475 Festmeter Fichte, 1180 Festmeter Kiefer, 121 Festmeter Douglasie und 250 Festmeter Laubholz wurden gefällt. 2025 gab es fast keinen Borkenkäfereinschlag im Gemeindewald.
„Während die Preise für Holz aus Nadelwald gestiegen sind, wird Laubholz aktuell nicht so stark nachgefragt“, erklärte Markus Wunsch vom Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde. Das liege vor allem daran, dass für Bauten weltweit Nadelholz verwendet werde. Das Angebot sei in dem Sektor geringer als die Nachfrage.
Knapp sechs Hektar wurden im vergangenen Jahr aufgeforstet
Je ein Douglasien- und ein Küstentannenbestand der Gemeinde wurden 2025 als Saatgutbestände anerkannt. Die Zapfen der Bäume werden gesammelt und an Baumschulen geliefert, wo sie für Nachzuchten verwendet werden.
Aufgeforstet wurden eine rund 2,7 Hektar große Fläche mit Birken und Lärchen und ein drei Hektar großes Areal mit Rotbuchen. Die neuen Pflanzen sind überwiegend gut angewachsen.
Drei Musterflächen für die Wiederbewaldung angelegt
Außerdem wurden im vergangenen Jahr etwa 1800 Biotopbäume auf einer Fläche von 273 Hektar markiert. Insgesamt sind im Kaller Gemeindewald laut Forstwirtschaftsplan jetzt 5000 Biotopbäume auf rund 900 Hektar ausgewiesen. Biotopbäume sind oft sehr alte, zum Teil auch bereits absterbende oder tote Bäume, die besondere Lebensräume für andere Lebewesen bieten.
Für Privatwaldbesitzer wurden zudem drei Musterflächen für die Wiederbewaldung gemäß Waldbaukonzept NRW angelegt. In den Bereichen werden Baumarten und Schutzmöglichkeiten vorgestellt und die jeweiligen Vor- und Nachteile erläutert. „Baumarten wie die Robinie beispielsweise sind giftig für Pferde“, erklärte Wunsch. Gut zwei Kilometer Wirtschaftswege wurden 2025 instandgesetzt und weitere 13 Kilometer gepflegt.
In diesem Jahr werden Erträge von gut 55.000 Euro für die Gemeinde erwartet. Einnahmen von rund 358.000 Euro stehen Ausgaben von etwa 302.000 Euro gegenüber. Hauptsächlich sollen wieder Fichten (1500 Festmeter) und Kiefern (1100) geschlagen werden. Mit großem Abstand folgen die Douglasie (190 Festmeter), die Buche (150) und die Eiche (100). Abzuwarten bleibt, wie groß die Schäden durch Stürme oder Borkenkäferbefall ausfallen und wie sich der Holzpreis weiter entwickelt.

