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KlassikAlte Musik findet in der Eifel immer mehr neue Freunde – Konzert im Kloster Steinfeld

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Das Bild zeigt einen Moment des Auftritts.

Das auf Alte Musik spezialisierte Ensemble „Ludus instrumentalis“ aus Köln spielte in der ehemaligen Schülerkapelle des Salvatorianer-Klosters Werke von Bach und Goldberg.

Das Ensemble „Ludus instrumentalis“ präsentierte in Steinfeld im Rahmen des Festivals „Fonte vivace“ Werke von Bach und Goldberg.

Zum zweiten Mal findet das Festival für „Alte Musik“ „Fonte vivace“ im Großraum Aachen statt, und wie im Vorjahr mit einem Gastspiel im Kloster Steinfeld. Iris Poth, Geschäftsführerin der Nordeifel Tourismus GmbH und Leiterin der Stabsstelle Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen, wird mit dem Eintritt in den Ruhestand Mitte des Jahres das Ehrenamt der Leitung des Kuratoriums der Stiftung Kloster Steinfeld übernehmen.

Als Vertreterin des Gremiums begrüßte sie jetzt die Gäste in der ausverkauften ehemaligen Schülerkapelle von Kloster Steinfeld. Hier fand mit dem Auftritt von „Ludus instrumentalis“ (deutsch: Spiel auf Instrumenten) die Auftaktveranstaltung des Festivals „Fonte vivace“ (übersetzt: lebendiger Quell) statt.

100 Besucher in der Kapelle

Das Festival gastiert im Großraum Aachen und, wie im vergangenen Jahr bei der Premiere, hatte man wieder die Steinfelder Kapelle mit dem schönen gotischen Maßwerkfenster an der Stirnseite als Veranstaltungsraum gebucht. Der Raum für rund 100 Besucher hat sich als Adresse für Kammermusik schon seit Jahren etabliert.

„Ludus instrumentalis“, in St. Petersburg gegründet und heute in Köln ansässig, besteht aus Evgeny Sviroidov und Anna Dmitrieva an der Violine, Davit Melkonyan am Violoncello, Stanislav Gres am Cembalo und der Truhenorgel/Klavier sowie Liza Solovey an der Theorbe. Das Quintett spielte vor allem viersätzige Sonaten von Johann Sebastian Bach (1685-1750), die vergleichbaren Kompositionen von Johann Gottlieb Goldberg (1727-1756) gegenübergestellt wurden. Letzterer ist vor allem durch Bachs „Goldberg Variationen“ bekannt.

Von Renaissance bis Barock

Goldberg war auch selbst Komponist, der vom Kunstsammler, Mäzen und vor allem russischen Gesandten am Dresdener Hof, Graf Keyserlingk, entdeckt und gefördert wurde. Keyserlingk soll die „Goldberg Variationen“ bei Bach bestellt haben, um, so die musikhistorische Forschung, „dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert zu werden“. Demnach, so heißt es im Programmheft des „Fonte vivace“-Festivals weiter, sollte Goldberg wohl die Variationen „nachts in einem Vorzimmer des Grafen vortragen“. Es waren eben dekadente Zeiten bei denen, die es sich leisten konnten.

Im Kloster Steinfeld kam es durch „Ludus instrumentalis“ nun zu gepflegt gespielter Barockmusik. Freunde Alter Musik – grob eingeteilt kommt sie aus der Zeit von Renaissance bis einschließlich Barock – finden in der Nordeifel seit einem Jahr ein überraschend großes Angebot. Als neuer Anbieter ist neben „Fonte vivace“ mit seinem Steinfeld-Gastspiel vor allem die Kirchenkonzert-Rundreise „Mit der Gambe durch die Eifel“ zu nennen, die ebenfalls in die zweite Runde geht.

Sponsoren für Konzertreihe gefunden

Besonders erfreulich: Beide Konzertreihen haben offenbar zuverlässige Sponsoren gefunden. So unterstützt das Büro Aachen des Regionalen Kulturprogramms (RKP) des Landes beide Konzertreihen. „Fonte vivace“ wird zudem unter anderem vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes gefördert, aber auch von einer bekannten Hotelkette.

Man wisse als Musikerin ja, wie wichtig es sei, ein gutes Bett für die Nacht nach dem Auftritt zu haben“, so Ulrike Schaar erfreut. Sie ist im Rahmen des Festivals mit seinen 13 Konzerten bis zum 10. Mai im Großraum Aachen eine von zwei Dozenten bei einem Workshop der Musikschule der Stadt Aachen.

Für Steinfeld wiederum, so Iris Poth in ihrem Grußwort, sei das Konzert von „Ludus instrumentalis“ zugleich der Beginn eines veranstaltungsreichen Jahres im Kloster. Ein erster Höhepunkt wird „Steinfeld Calling!“ zum diesjährigen Hermann-Josef-Fest am 16. und 17. Mai sein.