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Wechsel bei SalvatorianernPhilipp Sauter wird neuer Superior für das Kloster Steinfeld

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Zwei Männer stehen vor einem der Klostergebäude.

Wechsel bei den Salvatorianern: Philipp Sauter (l.) folgt im Mai auf Paul Cyrus als Superior der Gemeinschaft.

Der 38-jährige Philipp Sauter wird Anfang Mai offiziell die Leitung übernehmen und damit einer der wichtigsten Salvatorianer in Deutschland.

Pater Philipp Sauter SDS, seit gut einem Jahr Schulseelsorger am Hermann-Josef Kolleg und einer der acht Brüder der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer im Kloster Steinfeld, wird neuer Superior. Er folgt auf Pater Paul Cyrus SDS.

Der 38-Jährige wird Anfang Mai offiziell die Superiorwürde übernehmen und damit einer der wichtigsten Salvatorianer in Deutschland werden, die in fünf Niederlassungen mit derzeit 36 Brüdern organisiert sind. Entsprechend bedeutsam wird die Amtsübernahme gefeiert. Der Provinzial der deutschen Salvatorianer, Pater Friedrich Emde, wird aus der Ordenszentrale in München nach Steinfeld kommen. Eingeladen sind zudem Landrat Markus Ramers, Kalls Bürgermeister Emmanuel Kunz und andere Vertreter aus Politik und Gesellschaft.

Paul Cyrus hatte das Amt elf Jahre inne und damit zwei Jahre länger als eigentlich üblich. „Bei uns kann man als Superior am Stück maximal drei Amtszeiten mit jeweils drei Jahren haben,“ so der 60-Jährige. Er hatte mit Erlaubnis des Ordensgeneralats in Rom zwei Jahre dranhängen können – es galt, einen Nachfolger zu finden.

Brückenbauer zwischen den Interessengruppen in Steinfeld

Mit Philipp Sauter ist im vergangenen Jahr ein Kandidat nach Steinfeld gekommen. Er übernahm das verwaiste Amt des Schulseelsorgers, lebte sich ein, knüpfte Kontakte. Als er vor kurzem gefragt wurde, ob er sich das Amt des Superiors zutraue, sagte er zu. „Was ihn nun erwartet, ist eine Art Bundespräsidentenamt, nicht mehr, aber auch nicht weniger“, so Cyrus.

Der Superior soll Brückenbauer zwischen den Interessengruppen sein, die sich um das Leben am und im jahrhundertealten geistlichen Zentrum kümmern. Da gibt es den Förderverein, die Stiftung Kloster Steinfeld, das Hermann-Josef Kolleg und die GdG Steinfeld, deren Pfarradministrator Pater Wieslaw Kaczor SDS ist. Vor allem der Kontakt zur GmbH mit Pater Lambertus Schildt SDS als Geschäftsführer und Wolfgang Scheidtweiler als zentralem Anteilseigner ist von Bedeutung.

Zudem gilt es, den Kontakt zu den beiden weiteren Ordensgemeinschaften zu halten: den Salvatorianerinnen und den Trappistinnen in ihrer Abtei neben dem Haus Benedikt vor den Klostermauern. Schließlich sind die vielen Ehrenamtlichen, die sich für das Kloster einsetzen, nicht zu vergessen.

Zuerst aber ist der Superior Sprecher und Interessenvertreter einer Mietergemeinschaft. Mit der Gründung der Kloster Steinfeld GmbH 2014 als Betriebsgesellschaft für die vielfältigen Aktivitäten, zu denen das Gästehaus, die Akademie und weitere kulturelle Einrichtungen zählen, ist die Gemeinschaft erstmals in ihrer Geschichte zum Mieter in den vormals eigenen Räumen geworden. Das war damals alternativlos für den Erhalt des Klosters. Den   Umgewöhnungsprozess hatte im Wesentlichen Cyrus als Superior zu moderieren.

Sauter ist die Vielfalt der Aufgaben bewusst, die zu denen des Schul- und Gästeseelsorgers dazukommen. Er wolle eigentlich mit einer gesunden Naivität in das Amt reingehen, so Sauter und auch Aufgaben delegieren. Der Rat seines Vorgängers ist ihm zudem gewiss: darauf zu achten, „dass ich meine persönliche Klausurlinie ziehe, wo ich für mich sein kann“. Eins wolle er beibehalten, sagt Sauter grinsend: Das ihm für seine Amtsgeschäfte zustehende Superior-Zimmer   werde er genauso wenig nutzen wie Pater Paul. Wird es offiziell und gilt es, etwas zu beurkunden, reiche schließlich das Superior-Siegel. Das hat er schon mal auf einem Stück Papier ausprobiert: „Passt!“