Weil die Feuchtigkeit zu hoch ist, gibt es Innenraum der Golbacher Kapelle schwarze Ablagerungen. Eine Lüftungsanlage soll das Problem beheben.
Zu viel FeuchtigkeitInnenraum der Golbacher Kapelle wird zurzeit umfassend saniert

Wo sonst die Sitzbänke für die Gläubigen stehen, sind jetzt Gerüste aufgebaut.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Die vergoldete Madonna im Strahlenkranz steht auf der Turmspitze und wacht über die Golbacher Kapelle Maria Hilf. Sie war 2004 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Gotteshauses überarbeitet worden und funkelt im Sonnenlicht. Anders sieht es im Innern der Kapelle aus, wo aktuell Sanierungsmaßnahmen laufen. Die Kosten von knapp 100.000 Euro werden komplett von der Kapellengemeinde übernommen.
„Eine Madonna auf der Turmspitze ist weltweit einmalig“, sagt Karl-Heinz Reetz vom Förderverein für die Kapelle. Zumindest habe er im Internet keine andere gefunden. In der Kapelle finden einmal im Monat eine Messe und ein Wortgottesdienst statt.
Erdbeben sorgte für Risse in den Wänden der Kapelle in Golbach
Im Jahr 2000 war der Innenraum des Gotteshauses saniert und eine neue Heizung eingebaut worden. „Dabei wurden durch Erdbebenschäden entstandene Risse in den Wänden beseitigt“, erinnert sich Wolfgang Larres von der Kirchengemeinde, der aktuell etwa 320 Katholiken angehören. Damals habe es auch noch Mittel vom Bistum Aachen gegeben.
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Um den Erhalt der Golbacher Kapelle kümmern sich (v.l.) Karl-Heinz Reetz, Ortsvorsteher Guido Manstein und Wolfgang Larres.
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Die vergoldete Madonna auf der Turmspitze ist ein Unikat.
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Drei Jahre später wurde auch die Hülle des Gotteshauses erneuert. „Die Kapelle wurde neu verputzt, die feuchten Grundmauern saniert und Schäden an den Schieferplättchen am Dach behoben“, so Larres. Einige Arbeiten hätten der Kapellenvorstand und weitere fleißige Helfer in Eigenleistung durchgeführt.
Seitdem werde das Dach jedes Jahr von einem Dachdecker kontrolliert. „Er hat gesagt, dass das Dach noch rund zehn Jahre halten wird. Die Kosten für eine neue Eindeckung schätzt er auf rund 300.000 Euro“, sagte Larres. So eine Summe könnten weder die Kapellengemeinde noch der Förderverein stemmen.
Wände und Decke wurden immer schwärzer
Die Kapellengemeinde in Golbach gehöre zur Pfarre Kall, sei wirtschaftlich aber noch eigenständig und habe einen eigenen Haushalt. „Wir haben im Laufe der Jahre etwas Geld für Sanierungsarbeiten auf die Seite legen können“, berichtet Larres. Außerdem habe man 2005 einen Förderverein gegründet, der aktuell 60 Mitglieder hat, die jährlich einen Beitrag zwischen zwölf und 60 Euro bezahlen. Mit den eingenommenen Mitteln sollen künftige Bauprojekte finanziert werden.
Für die aktuelle Sanierung gibt es einen besonderen Grund. „Seit Jahren wird das Innere der Kapelle immer schwärzer“, sagte Larres. Auch die Denkmalschützer des Bistums hätten dafür keine Erklärung gehabt. Die Firma, die die Umluftheizung warte, habe man dann gebeten, im Gebäude Sensoren für Temperatur und Feuchtigkeit anzubringen. „Heraus kam, dass die Kapelle viel zu feucht ist“, berichtete Larres. Deshalb habe der Kapellenvorstand beschlossen, das Gotteshaus zu sanieren. Mitte Januar seien die Kirchenbänke ausgebaut, mit Unterstützung von fleißigen Helfern aus dem Dorf auf zwei Möbeltransporter geladen und dann bei Möbel Brucker in Kall zwischengelagert worden.
„Die Wände werden nun mit einer Art Schwamm gereinigt, grundiert und dann neu gestrichen“, so Larres. Die Heizung erhalte eine neue Steuerung und eine Lüftungsanlage, um die Feuchtigkeit in der Kapelle zu reduzieren. Dafür müsse auch die Elektroinstallation überarbeitet werden. Darüber hinaus werden die Kirchenfenster gereinigt und kaputte Scheiben ausgetauscht. Bis Ostern sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.


