An einem Wegekreuz in Anstois hatte der Zahn der Zeit genagt. ein Schreiner aus Kall hat es an mehreren Wochenenden wieder auf Vordermann gebracht.
Schreiner zeigte sein KönnenWegekreuz in Kall-Anstois erstrahlt in neuem Glanz

Das Wegekreuz an der Kreuzung Ginsterweg/Kiefernweg in Anstois wurde restauriert.
Copyright: Wolfgang Kirfel
„Das war für mich eine Herzensangelegenheit, denn ich war früher oft in Anstois und habe dort meine Großeltern besucht“, erzählt Thorsten Reger. Deshalb stellte sich der gelernte Dachdecker und Schreiner aus Kall gerne zur Verfügung, als er gefragt wurde, ob er das alte Wegekreuz an der Kreuzung Ginsterweg/Kiefernweg restaurieren wolle.
Wegekreuze stehen oft an Straßenkreuzungen, Feldwegen oder im Wald und sind Orte des Gebets und der Andacht. Im Rheinland sind viele Kreuze während der französischen Besetzung verloren gegangen, da sie im Zuge der Säkularisation verboten waren. Nur einige dieser Symbole des Christentums konnten damals von der Bevölkerung vor den Franzosen versteckt werden und haben so diese Zeit überstanden. Die meisten Wegekreuze, die heute noch vorhanden sind, stammen aber in der Regel aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Der Sockel des Kreuzes war so stark beschädigt, dass er ausgetauscht werden musste.
Copyright: privat/Dieter Pütz
So auch das Kreuz in Anstois, das 1858 errichtet worden war und von zwei großen Bäumen umrahmt wird. An dem Kulturdenkmal hatte der Zahn der Zeit kräftig genagt. Die Farben waren an vielen Stellen abgeblättert und der Eichenbalken war insbesondere am Sockel stark beschädigt. Zudem musste das Kreuz schon seit Jahren mit einer Stahlstrebe abgestützt werden, damit es nicht umfiel.
Holz des Sockels musste teilweise ausgetauscht werden
Als Dieter Pütz von der Kaller Grünkolonne von Anstoisern angesprochen wurde, ob er nicht jemand kenne, der das gute Stück wieder in Schuss bringen könne, fiel im gleich Thorsten Reger ein. Der hatte ihm nämlich einmal gesagt, dass er an Wochenenden nicht viel Zeit habe, doch an den langen Winterabenden könne er etwas machen. Mit Holz kennt sich Reger gut aus, denn er arbeitet in den Peetz Schreinerwerkstätten in Kall.
Zunächst wurde das Kreuz abgebaut und in Regers Werkstatt gebracht. Dort wurde das Holz erst einmal abgeschliffen und so der alte Anstrich entfernt. Als dann die Holzstruktur wieder sichtbar wurde, zeigte sich auch das ganze Ausmaß der Schäden. Gut ein halber Meter Holz im unteren Bereich war so angegriffen, dass er nicht mehr zu retten war. Also musste Reger improvisieren: Ein alter Eichenbalken aus einem abgerissenen Fachwerkhaus wurde zugeschnitten, fachgerecht eingesetzt und mit dem bestehenden Holz verbunden. Anschließend wurde das Holz geölt.
Dach erhielt eine neue Einfassung und eine Schiefereindeckung
Auch der Jesus-Korpus wurde neu gestaltet und neu gestrichen: „Der Korpus ist jetzt heller. Die Haare habe ich schwarz und den Lendenschurz rot gestrichen.“ Das Dach erhielt eine neue Kupfereinfassung und eine hochwertige Schiefereindeckung.
So wurde das Kreuz an drei Wochenenden wieder auf Vordermann gebracht. „Ich arbeite gern mit Holz. Die Restaurierung hat mir richtig Spaß gemacht“, sagte Reger. Er habe auch schon einige positive Rückmeldungen bekommen.
Das Aufstellen des sanierten Kreuzes wurde in geselliger Runde gefeiert: Sabine Herr, Petra Bertram und Guido Schmidt aus Kall sorgten für Kaffee, Brötchen und Kuchen. Sabine Herr bepflanzte zudem die Blumenschale neu, und Peter Justus Pütz aus Anstois brachte den Standort wieder auf Vordermann. Nun können sich die Anstoiser und Wanderer wieder an dem Anblick des Kreuzes erfreuen.

