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Insolvente KlinikNoch ist keine Lösung für das Krankenhaus in Prüm gefunden

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Das Bild zeigt den Eingangsbereich der Klinik in Prüm.

Noch ist nicht entschieden, wie es mit dem Krankenhaus in Prüm weitergeht.

Nach Insolvenz: Zukunft des St.-Joseph-Krankenhauses in Prüm unklar – Landkreis und Land sichern vorerst Löhne, Lösung noch offen.

Auch zwei Monate nach Bekanntwerden der wirtschaftlichen Probleme des St.-Joseph-Krankenhauses in Prüm, das in die Insolvenz in Eigenverwaltung gerutscht ist, gibt es keine Klarheit über dessen Fortbestand.

Die Suche nach einer Lösung dauere vielmehr an, teilten auf Anfrage sowohl der Landkreis Bitburg-Prüm als auch das rheinland-pfälzische Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit mit. Für das Ministerium stellte eine Sprecherin auf Anfrage allerdings klar, dass „die Fortführung des Krankenhauses in Prüm mit unverändertem Leistungsspektrum das Ziel ist“.

Insolvenz Mitte November bekanntgeworden

Allerdings haben die seit dem Bekanntwerden der Insolvenz des Krankenhauses Mitte November stattfindenden Gespräche mit dem Krankenhausbetreiber, der Kölner Josef-Gesellschaft gAG, und dem Landkreis offenbar noch keine Ergebnisse gebracht.

Die „mittel- und langfristige“ Perspektive des Krankenhausstandortes müsse jedenfalls „weiterentwickelt und konkretisiert werden“, heißt es nur vage aus Mainz. Die medizinische Grundversorgung solle am Ende „nicht nur kurzfristig stabilisiert werden“, so eine Sprecherin: „Sondern auch über 2026 hinaus eine tragfähige Perspektive erhalten.“

Konkrete Antworten gibt es nicht

Was damit genau gemeint ist und welche möglichen Optionen überhaupt zur Wahl stehen, dazu wollten sich weder das Ministerium noch der Landkreis Bitburg-Prüm auf Anfrage der Redaktion äußern. Lediglich, dass der Krankenhausstandort Prüm für die Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung im Eifelkreis Bitburg-Prüm „und darüber hinaus auch zukünftig von zentraler Bedeutung“ sei, so ein Sprecher der Bitburger Kreisverwaltung. Landkreis und Land Rheinland-Pfalz stünden zu ihrer diesbezüglichen Verantwortung, so der Kreissprecher.

Die Unsicherheiten dauern also an, und das dürfte auch für vier Gemeinden im Süden des Kreises Euskirchen nicht unbedingt zur Beruhigung beitragen. Die Bürgermeister aus Hellenthal, Schleiden, Dahlem und Blankenheim hatten in einer gemeinsamen Erklärung den Erhalt des Krankenhausstandortes gefordert, da auch viele Bürger aus ihren Kommunen Prüm im Nachbarbundesland als den nächsterreichbaren Krankenhausstandort wählen.

Verschiedene Varianten sind denkbar

Doch welche Varianten stehen überhaupt zur Wahl, um das St.-Joseph-Krankenhaus zu erhalten? Denkbar scheinen diese Varianten zu sein: Eine Kooperation mit anderen Kliniken der Region und eine Bestandsgarantie für alle Fachabteilungen; eine Übernahme, das heißt ein Verkauf an einen neuen Krankenhausträger unter Beibehaltung aller oder einzelner Fachbereiche; Verkauf an einen neuen Träger unter Beibehaltung nur einer Notfallaufnahme. Diese Option könnte auch der derzeitige Träger des Hauses ziehen: eine Weiterführung im Minimalmodus.

Welche Variante derzeit die wahrscheinlichste ist, dazu wollten sich weder das Ministerium noch der Landkreis äußern. Für den derzeitigen Krankenhausträger, die Josefs-Gesellschaft gAG, ließ eine mit der Insolvenzverwaltung beauftragte Kölner Fachanwaltskanzlei eine Anfrage unbeantwortet. Das deutet möglicherweise auf schwierige Verhandlungen hin.

Immerhin ist klar: Die rund 450 Beschäftigten des St.-Joseph-Krankenhauses müssen sich derzeit keine Sorgen um ihre Löhne und Gehälter machen. Nach Angaben des zuständigen rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums gehe es bei den derzeitigen Gesprächen darum, die Zahlungen so lange zu sichern, bis eine dauerhafte Lösung gefunden sei. Was aber danach passiert, ist derzeit offen.