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Ergebnisse der Online-BefragungGemünder sehen vor allem die Leerstände kritisch

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Blick auf ein leerstehendes Ladenlokal, dessen Fenster von ihnen abgeklebt sind.

Auch knapp fünf Jahre nach der Flut stehen noch einige Immobilien in der Gemünder Innenstadt leer.

386 Fragebögen zum städtebaulichen Entwicklungskonzepts für Gemünd sind eingegangen. Als nächster Schritt findet nun ein Jugendworkshop statt.

Das Interesse an der Online-Befragung im Rahmen des Beteiligungsprozesses für die Ausarbeitung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für den Ortsteil Gemünd ist nach Angaben des beauftragten Büros gut. 386 ausgefüllte Fragebögen seien eingegangen. Positiv wird die touristische Infrastruktur bewertet, kritisch werden die Leerstände von Gebäuden sowie fehlende Treffpunkte und Angebote für Jugendliche gesehen.

Die Stadt Schleiden hatte den laufenden Beteiligungsprozess mit einem weiteren Bürgerworkshop im Online-Format fortgesetzt. Im Mittelpunkt standen die Auswertung der bisherigen Hinweise aus dem Workshop im März und erste Ergebnisse der Online-Befragung.

Blick auf die Tourist-Info in Gemünd.

Positiv wird die touristische Infrastruktur – hier die Tourist-Info – in der Online-Befragung bewertet.

Im Rahmen des Online-Termins wurden laut Büro die zahlreichen Rückmeldungen aus der ersten Bürgerversammlung gebündelt und in erste übergeordnete Handlungsfelder überführt. Dabei hätten sich folgende Themen als zentral herausgestellt: die Aufwertung der Ortsmitte und des öffentlichen Raums, Mobilität und Erreichbarkeit, Tourismus und Ortsprofil, Freizeit, Jugend und soziales Leben sowie Klima, Umwelt und Freiraum.

Rund 68 Prozent der Antworten stammen direkt von Gemündern

Zusätzlich habe die Online-Befragung wichtige Hinweise für die weitere Bearbeitung geliefert. Die Zahl von 386 ausgefüllten Fragebögen stelle eine belastbare Grundlage für das weitere Prozedere dar. Rund 68 Prozent der Antworten stammen direkt von Gemündern. 88 Prozent der Teilnehmenden halten sich nach Angaben des Büros täglich oder zumindest mehrmals pro Woche in Gemünd auf.

Als Stärken werden vor allem Natur, Nationalpark, Kurpark und Tourismus genannt. Positiv werde vor allem die touristische Ausgangslage des Ortsteils bewertet. „Die touristische Infrastruktur erzielt mit 3,7 von 5 Punkten den besten Wert der abgefragten Themenfelder“, teilt das Büro mit.

Besonders kritisch werde das Thema „Leerstände und Nutzung von Gebäuden“ gesehen. Dieser Bereich sei mit 1,8 von 5 Punkten am schlechtesten bewertet worden. Deutlich unterdurchschnittlich schneide auch das Angebot für Jugendliche und Kinder mit 2,6 von 5 Punkten ab.

Ergebnisse decken sich weitgehend mit Einschätzungen der Verwaltung

Aus fachlicher Sicht sei besonders bemerkenswert, dass sich die Ergebnisse der Online-Befragung in weiten Teilen mit den Hinweisen aus dem Bürgerworkshop deckten. Dies stärke die Belastbarkeit der bisherigen Auswertung und die Ableitung der weiteren Handlungsfelder im ISEK-Prozess.

„Die bisherigen Rückmeldungen zeigen sehr deutlich, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger Gedanken über die Zukunft Gemünds machen. Für uns ist wichtig, die Hinweise jetzt nicht nur zu sammeln, sondern daraus Schritt für Schritt ein tragfähiges Konzept für den Ortsteil zu entwickeln“, erklärte Bürgermeister Ingo Pfennings. Die Ergebnisse würden sich dabei weitestgehend mit den Einschätzungen der Verwaltung decken und seien daher nicht überraschend. „Sie bestätigen damit aber die Sinnhaftigkeit des ISEK-Verfahrens“, so Pfennings.

Ein Jugendworkshop steht am 28. April auf dem Programm

Der Online-Workshop habe vor allem dazu gedient, die bisherigen Ergebnisse transparent zurückzuspiegeln, erste thematische Schwerpunkte sichtbar zu machen und den weiteren Prozess einzuordnen. Die Hinweise aus den bisherigen Beteiligungsformaten würden nun weiter ausgewertet und mit den Ergebnissen der Online-Befragung sowie der noch anstehenden Beteiligungsschritte zusammengeführt.

Als nächste Schritte folgen ein Jugendworkshop am 28. April, ein weiterer Online-Bürgerworkshop am 30. April sowie ein abschließender Bürgerworkshop am 9. Juni. Weitere Informationen zum ISEK Gemünd gibt es im Internet.

Ende 2026 will die Stadt einen Antrag auf Städtebauförderung für Gemünd stellen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stärkung der Ortsmitte, die Schaffung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen, die Vermeidung von Abwanderungen und Leerständen sowie die Wiedernutzung brachliegender Flächen. Zudem sollen Maßnahmen entwickelt werden, die zur Verbesserung sozialer Rahmenbedingungen beitragen.