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Spendenboxen in GeschäftenMit Bons Gemünder Kinder den Besuch der Kirmes verschönern

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Eine Frau und ein Mann stehen hinter zwei Frauen und einem Mann, die an einem Tisch sitzen. Alle bis auf den stehenden Mann halten Spendenboxen in ihren Händen. Er hält ein Plakat hoch.

Sammeln Spenden für Kinder: (v.l.) Nelli Held, Cornelia Feld, Cafer Kasisari, Michael Kerenkewitz und Bianca Elsen.

Mit einer Spendenaktion wollen Gemünder Bürger und Geschäftsleute drei fliegen mit einer klappe schlagen. Weitere Aktionen sind in Vorbereitung. 

Man könnte von einer Win-Win-Win-Situation sprechen, die für Spaß bei den Gemünder Kindern und für mehr Besucher bei der Kirmes sorgen und zugleich das Gemeinschaftsgefühl unter den Geschäftsleuten im Ort stärken soll. In immer mehr Geschäften in Gemünd stehen Spendenboxen, in denen Geld gesammelt wird, um Kindern den Besuch der Kirmes zu verschönern. Die Idee dazu hatten einige Gemünder Bürger und Geschäftsleute um Cafer Kasisari, Inhaber des Istanbul-Döners in der Dreiborner Straße.

Das Bild zeigt zwei Boxen mit Geldscheinen und Münzgeld.

In der Spendenboxen im Istanbul-Döner von Cafer Kasisari ist schon einiges Geld eingeworfen worden.

„Bei der Kirmes im vergangenen Jahr fragte ein Mädchen ihre Mutter, ob sie etwas Geld haben könnte, um sich Chips für ein Fahrgeschäft zu kaufen“, erzählt Kasisari. Die Mutter habe aber abgewunken und gesagt: „Dafür haben wir kein Geld.“ „Das hat mich beschäftigt. Da bin ich auf die Idee mit der Spendenaktion gekommen“, erzählt der Gastronom. Mit Bianca Elsen, Nelli Held, Cornelia Feld und Michael Kerenkewitz fand er schnell Mitstreiter, die seine Aktion unterstützen.

„Am Anfang hat es einige Kritik an der Aktion gegeben“, berichtet Elsen. Einige hätten bemängelt, dass nur kleinere Kinder berücksichtigt würden. Auch Geschäftsleute seien zunächst kritisch gewesen und hätten sich der Aktion nicht anschließen wollen. „Wir schauen jetzt erst einmal, wie die Aktion ankommt. Wenn das gut läuft, können wir immer noch etwas für ältere Kinder und Jugendliche tun“, so Elsen.

Aus fünf aufgestellten Spendenboxen wurden schnell 25

„Mit fünf Spendenboxen haben wir angefangen. Jetzt sind wir bei 25, und es werden immer mehr“, freut sich Kasisari. Fast täglich würden sich Geschäftsleute melden, die eine Box aufstellen wollten. Für das Design und die Grafik der Spendenboxen ist Kerenkewitz verantwortlich. „Es ist schön zu sehen, dass die Aktion mittlerweile einen so großen Anklang findet“, ist Nelli Held zufrieden.

Zu sehen ist ein Hüpfekästchen-Parcours.

Dieses Hüpfekästchen sah Kasisari in der Türkei.

Geplant ist, dass alle Kinder der Gemünder Grundschule und des Kindergartens je einen Briefumschlag überreicht bekommen. „Darin sind Bons, die jeder einen Wert von einem Euro haben. Die können dann bei den Schaustellern oder an den Imbiss- und Getränkeständen auf der Kirmes eingelöst werden“, erzählt Elsen. Nach der Veranstaltung würden die Bons dann mit den Schaustellern und den Budenbetreibern abgerechnet.

„Die Gemünder Grundschule besuchen aktuell rund 180 Kinder. Hinzu kommen weitere rund 50 im Kindergarten“, berichtet Kasisari. Wie viele Bons jedes Kind am Ende bekomme, stehe noch nicht fest: „Das liegt vor allem daran, wie viel Geld wir insgesamt einnehmen.“ Mindestens fünf – da sind sich die Initiatoren einig – sollten es aber schon sein.

Kinder und ihre Eltern sollen die Kirmes beleben

Je nachdem, wie viel Geld zusammenkommt, soll die Aktion auf weitere Grundschulen und Kindergärten im Schleidener Stadtgebiet ausgedehnt werden. „Wir können uns auch vorstellen, künftig andere Veranstaltungen wie St. Martin zu unterstützen“, sagt Elsen.

Gleichzeitig wollen die Initiatoren auch die Kirmes beleben. „Wenn die Kinder kommen, kommen die Eltern mit. Dadurch ist mehr Betrieb, was wiederum auch gut für die Schausteller ist“, sagt Elsen. Man müsse etwas tun, um die Kirmes attraktiver zu machen, damit es sich für die Schausteller auch lohnt, nach Gemünd zu kommen: „Sonst hat man irgendwann keine Kirmes mehr. Seit einigem Jahren gibt es schon keine Raupe mehr, nur noch einen Autoscooter.“ Das sei ein weiterer Grund, warum man sich mit der Spendenaktion auf jüngere Kinder beschränke: „Für Jugendliche gibt es ohnehin nur wenig Angebote auf der Kirmes.“

Mehrere Hüpfekästchen in der Dreiborner Straße

„Bislang sind schon mehr als 600 Euro gesammelt worden“, so Kasisari. Das Ziel seien 5000 Euro. Aber bis zur Kirmes Anfang Oktober ist ja auch noch viel Zeit. Der Gastronom hat auch ein Spendenkonto für Auswärtige eingerichtet, die nicht in Gemünd wohnen, trotzdem aber spenden wollen.

Darüber hinaus überlegt die Truppe, wie man Besucher und Einheimische auch mit kleinen Aktionen bespaßen kann. Kasisari: „Wir haben auf der Dreiborner Straße einen Hüpfekästchen-Parcours aufgemalt und waren erstaunt, wie gut der angekommen ist.“ Nicht nur Kinder, auch Erwachsene seien darüber gehüpft. „Ich bin in Kontakt mit der Stadt und der Bürgerstiftung Schleiden. Wir wollen drei Hüpfekästchen in der Dreiborner Straße verteilen“, erzählt Kasisari, der so einen Parcours bei einem Türkei-Urlaub gesehen hatte. „Die Leute wollen im Urlaub ein bisschen Spaß, und da können auch Kleinigkeiten eine große Wirkung haben.“ Auch über Public-Viewing-Angebote bei der Fußball-Weltmeisterschaft werde nachgedacht.

Kasisari und seine Mitstreiter haben zudem die Hoffnung, dass solche Aktionen dazu führen, dass alle an einem Strang ziehen. „Es ist wichtig, dass alle Geschäftsleute zum Wohle von Gemünd zusammenarbeiten“, betont Kasisari. Nur so könne man den Ort attraktiver machen. Er habe mittlerweile eine WhatsApp-Gruppe mit knapp 70 Geschäftsleuten.