Im Kostenrahmen und schneller als geplant ist das neue Euskirchener Rathaus fertig geworden. Jetzt wurde der Schlüssel übergeben.
GroßprojektEuskirchens Bürgermeister hat den Schlüssel zum neuen Rathaus

90 Meter lang und 60 Meter breit ist das neue Rathaus, das für rund 59 Millionen Euro an der Vogelrute entstanden ist.
Copyright: Tom Steinicke
Die Tage des Euskirchener Rathauses an der Kölner Straße sind gezählt. Die ersten Umzugskartons sind gepackt, das Stadtarchiv ist mit einem Großteil der rund 400.000 Archivalien bereits im neuen Rathaus an der Vogelrute angekommen. Zum Archivmaterial zählen auch die Stadtrechtsurkunde aus dem Jahr 1302 sowie die originale Urkunde fürs Marktrecht aus dem Jahr 1322.
Die beiden Urkunden ziehen allerdings erst zum Schluss um. „Dann, wenn der Tresor umzieht“, sagt Sabine Dünnwald, Leiterin des Euskirchener Stadtarchivs. Doch vor dem ohnehin geschichtsträchtigen Umzug galt es, einen symbolischen Akt zu vollziehen. Bürgermeister Sacha Reichelt erhielt am Dienstagnachmittag ganz offiziell den Schlüssel zu dem Haus, das fast 60 Millionen Euro kostet und von Generalunternehmer Depenbrock realisiert worden ist.
Das Rathaus in Euskirchen kostet 59 Millionen Euro
Mit einer Fläche von 90 Meter Länge und 60 Meter Breite finden in dem 20 Meter hohen Gebäude 365 Büros, das Bürgerbüro, das Stadtarchiv und der neue Ratssaal Platz. Der Bau des Verwaltungsgebäudes wurde nach Angaben der Stadtverwaltung nahezu im gesetzten Kostenrahmen von 59 Millionen Euro umgesetzt.

Zumindest symbolisch hat das Rathaus einen massiven Schlüssel.
Copyright: Tom Steinicke

365 Büros stehen Sacha Reichelt und dem Rathaus-Team zur Verfügung.
Copyright: Tom Steinicke
Im Neubau werden auch das Zentrale Immobilienmanagement und das Bürgerbüro aus dem Alten Rathaus an der Baumstraße zusammengeführt. Damit entsteht ein zentraler Verwaltungsstandort, der sich durch kurze Wege und moderne Arbeitsbedingungen auszeichnen soll. Besonderen Wert legt die Stadt auf Nachhaltigkeit und Mitarbeiterfreundlichkeit: Das Gebäude verfügt über einen Fahrradkeller mit Lademöglichkeiten für E-Bikes, Duschen und Umkleiden. Auf jeder Etage sind Teeküchen eingerichtet, im Untergeschoss entsteht ein Sportraum.
Im Krisenfall ist das Gebäude bis zu 72 Stunden autark
Für Energieeffizienz sorgen Photovoltaikanlagen auf dem Dach, eine Betonkernaktivierung zur Wärme- und Kälteversorgung sowie eine Notstromanlage, die das Gebäude im Krisenfall bis zu 72 Stunden autark macht. „Wir freuen uns sehr, dass dieses Projekt so vorbildlich umgesetzt werden konnte“, sagte Reichelt. Es sein wahnsinnig intensives Projekt gewesen. Durch die vorfristige Fertigstellung – knapp sechs Monate früher als vertraglich vereinbart – können die städtischen Bediensteten den neuen Verwaltungssitz nun schon beziehen.
Wolfgang Honecker, Technischer Beigeordneter, bezeichnete das Projekt als bundesweit einzigartig. Auch, weil es im Kostenrahmen geblieben und sechs Monate früher als geplant fertig sei. Mit dem neuen Rathaus wird laut Reichelt auch das erste Gebäude an das neue Fernwärmenetz der e-regio angeschlossen, das in Zukunft für die gesamte City-Süd und perspektivisch darüber hinaus zur Verfügung gestellt wird.
Das neue Rathaus werde eine repräsentative Anlaufstelle für alle Anliegen bieten und zugleich das Herz der neuen City-Süd sein, die in den nächsten Jahren das Zentrum erweitern wird, so Reichelt. Doch das ist noch ein wenig Zukunftsmusik. Zuerst steht einiges an Arbeit an: In den kommenden Tagen müssen rund 3800 Umzugskartons von den Kölner Straße an die Vogelrute transportiert und dort ausgepackt werden.

