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Feuerwehr-GroßeinsatzMatratze in Patientenzimmer der Klinik Marienborn in Zülpich brannte

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Ein Feuerwehrauto steht in der Einfahrt zu einer Fachklinik. Im Hintergrund sind Feuerwehrleute zu erkennen.

Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst eilte am Mittwochmittag zur Fachklinik Marienborn in Hoven.

Ein 59-jähriger Patient wird verdächtigt, die Matratze angezündet zu haben. Zehn Bedienstete der Klinik kamen ins Krankenhaus.

In einem waren sich alle Beteiligten sicher: Die Stationsmitarbeiter haben vorbildlich reagiert, als am Mittwochmittag in einem Patientenzimmer in der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Marienborn gGmbH in Hoven ein Feuer ausgebrochen war. Klinik-Geschäftsführer Helmut Häfner, der allgemeine Vertreter des Zülpicher Bürgermeisters, Michael Höhn, sowie Heiko Bensberg als Einsatzleiter der Feuerwehr sprachen ihr Lob aus.

Gegen 12.15 Uhr war von Angestellten der Station bemerkt worden, dass Rauch aus einem Patientenzimmer drang. Das Zimmer war laut Polizei allerdings leer. Es brannte die Matratze im Patientenbett. Laut Häfner sind die Matratzen in dem Bereich der Klinik schwer entflammbar.

Rettungshubschauber wurde am Ende doch nicht benötigt

Die Bediensteten der Station begannen zum einen sofort damit, die brennende Matratze zu löschen, dabei wurden sie später von der Feuerwehr unterstützt. Zum anderen brachten sie laut Häfner rund 20 Patienten der Station in dem benachbarten Klinikflügel in Sicherheit. Zehn der Bediensteten atmeten allerdings soviel Rauch ein, dass sie mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurden.

Ein ebenfalls verständigter Rettungshubschrauber, der auf dem Sportgelände der Klinik gelandet war und eine Patientin in eine Aachener Klinik bringen sollte, flog leer zurück. Die Frau wurde, wie die anderen Mitarbeiter, ins Euskirchener Marien-Hospital gebracht.

Ein Hubschrauber startet von einer Tartan-Sportanlage aus.

Ohne Patient flog der Rettungshubschrauber zurück.

Feuerwehrleute stehen vor einem Eingang der Fachklinik.

Im Einsatz waren 65 Feuerwehrleute und 18 Rettungsdienstmitarbeiter.

Zahlreiche Einheiten von Feuerwehr und Rettungsdienst wurden alarmiert, die Rettungsleitstelle des Kreises setzte die Einsatzkräfte für einen Massenanfall von Verletzten in Marsch. Die Feuerwehr war mit 65 Kräften und 22 Fahrzeugen (Löschzüge 1 und 2 der Stadt Zülpich sowie Kräfte aus dem Brandschutzzentrum in Schleiden) vor Ort, der Rettungsdienst mit 18 Personen und acht Fahrzeugen (fünf Rettungswagen, zwei Notärzte plus der Organisatorische Leiter) sowie der Hubschrauber. Hinzu kamen noch drei Mitarbeiter des Zülpicher Ordnungsamtes und vier Polizisten. Ein Mitarbeiter der Haustechnik der nahm die Feuerwehrkräfte in Empfang.

Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung

Zunächst wurde noch ein Patient der Klinik vermisst, so dass die Feuerwehr eine Menschenrettung einleitete. Der Patient hatte die Station allerdings bereits verlassen und war in Sicherheit. Das war im Trubel offenbar nicht direkt bemerkt worden.

Es besteht der Verdacht der Brandstiftung, die Polizei ermittelt diesbezüglich. Als tatverdächtig gilt ein 59-jähriger Patient der Station. Der Brandort wurde von den Beamten beschlagnahmt.

Großes Lob vom Geschäftsführer und aus dem Rathaus

„Ich bin froh, dass alles so schnell gelöscht und dadurch Schlimmeres verhindert wurde“, sagte Helmut Häfner. Regelmäßig werde, auch mit der Feuerwehr, ein solches Szenario geübt, erklärte der Geschäftsführer. Deshalb wussten die Bediensteten der Klinik, wie sie zu reagieren haben.

„Alle haben sehr schnell und sehr gut reagiert. Das war eine gute Zusammenarbeit, durch die Schlimmeres verhindert werden konnte“, sagte auch Michael Höhn.