Die weiterführenden Schulen in Zülpich verzeichnen für das kommende Schuljahr 53 Anmeldungen mehr als im vergangenen Jahr.
Realschule musste Kinder ablehnenViel Zuwachs für Zülpcher Schulen

Verschafft den Schulen mehr Platz: das neue Gebäude..
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350 Kinder werden ab September die fünften Klassen der weiterführenden Schulen der Stadt Zülpich besuchen. 53 mehr als im aktuell laufenden Schuljahr. Das ist einer Vorlage für den kommenden Ausschuss für Schulen, Soziales, Sport und Kultur zu entnehmen. 150 Kinder werden demnach auf die Karl-von-Lutzenberger-Realschule gehen, 137 auf das Franken-Gymnasium und 63 auf die Gemeinschaftshauptschule.
An Gymnasium und Hauptschule werden deshalb im kommenden Schuljahr mehr Eingangsklassen gebildet. Joachim Beilharz, Leiter des Gymnasiums, sieht die Ursachen dafür in der steigenden Zahl der abgehenden Grundschulkinder und dem vermehrten Zuzug.
Zülpicher Gynasium blickt mit Sorge auf Personal
29 Kinder mehr als im vergangenen Jahr wechseln ab Herbst 2026 aufs Gymnasium. Weshalb es statt vier dann fünf Eingangsklassen geben wird. Beilharz sieht darin auch eine Bestätigung der bisherigen Arbeit seiner Schule.
Doch es kommen nicht nur mehr Fünftklässler – es gehen auch viel weniger Schülerinnen und Schüler ab. Aufgrund des Wechsels zu G9 wird es 2026 keine Abiturienten geben. Ist dafür überhaupt genug Platz da? Durch den Erweiterungsbau auf dem Schulcampus habe das Gymnasium vier weitere Unterrichtsräume hinzugewonnen und sei damit hinlänglich aufgestellt, sagt der Schulleiter. Es mangele allerdings an Rückzugs- und Mediationsräumen. Auch das Lehrerzimmer sei zu klein und nicht bedarfsgerecht. Genügend Lehrkräfte seien ebenfalls vorhanden, allerdings sei die Bildung einer Mehrklasse „personalplanerisch herausfordernd“.
Realschule musste einige Geschwisterkinder abweisen
Ein paar Meter weiter über den Schulcampus zeigt sich Raphaela Kehren, was das Personal-Thema angeht , entspannter. „Wir haben ein richtig cooles, junges Kollegium“, sagt die Leiterin der Karl-von-Lutzenberger-Realschule. Zwei neue Kolleginnen sollen im Mai noch dazukommen.
Realschule wird fünfzügigSie hat andere Sorgen: Viel zu viele Kinder haben sich für einen Platz an der Realschule interessiert. Insgesamt 200 Anmeldegespräche habe sie geführt, berichtet Kehren. 159 Kinder meldeten sich schließlich an. Das Problem: Die Realschule kann maximal 150 Kinder pro Schuljahr aufnehmen. So musste neun Kindern eine Absage erteilt werden. Nach welchen Regeln das geschieht, sei zum Glück festgeschrieben, so Kehren. Das erste Ausschlusskriterium: Kinder, die aus einer anderen Kommune kommen, in der es eine eigene Realschule gibt (etwa Euskirchen). „Traurigerweise waren das alles Geschwisterkinder“, sagt Kehren.
Schon im vergangenen Jahr wurden drei Kinder abgewiesen. Allerdings seien diese alle über die Warteliste nachgerückt, berichtet die Schulleiterin. Auch in diesem Jahr gibt es eine solche Liste. Dass alle neun abgewiesenen Kinder darüber noch einen Platz erhalten, ist laut Kehren aber unwahrscheinlich.
Zülpicher Hauptschule von vielen Anmeldungen überrascht
Insgesamt geht Kehren davon aus, dass der Peak bei den Anmeldezahlen im kommenden Jahr erreicht werde. Die Bevölkerungsentwicklung sei eher rückläufig und das werde sich dann auch in Zülpich bemerkbar machen, ist sie sich sicher. Dennoch hat die Stadt Zülpich die Aufstockung der Realschule in eine dauerhafte Fünfzügigkeit beantragt, und die Bezirksregierung habe dem zugestimmt, ist es der Ausschuss-Vorlage zu entnehmen.
Eine Klasse mehr gibt es im kommenden Jahr auch an der Hauptschule. Hier haben sich im Vergleich zum aktuell laufenden Schuljahr 24 Kinder mehr angemeldet, weshalb es ab September drei fünfte Klassen geben wird. „Tatsächlich war das für mich überraschend“, sagt Leiterin Alexa Türk. Ein Grund für die Beliebtheit der Zülpicher Hauptschule sei die im Vergleich zu den anderen Schulen kleinere Größe. Vielen Eltern ist es laut Türk lieber, ihre Kinder nach der Grundschule nicht direkt ein großes System zu schicken.
An der Hauptschule seien die Drähte zwischen Schule, Kindern und Eltern kürzer, so Alexa Türk. Personell wie auch räumlich sei man gut ausgestattet. Final sei die Zahl im Übrigen noch nicht, nach wie vor erhalte sie noch Anmeldungen. Typischerweise kenne sie die genau Zahl der Kinder in der fünften Klasse erst zu Beginn des neuen Schuljahres.
Der Ausschuss für Schulen, Soziales, Sport und Kultur tagt am Donnerstag, 16. April, ab 18 Uhr in der Martinskirche.

