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Gewichtskontrollen für Lkw auf Bonner NordbrückeWer zu schwer ist, muss abfahren

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Das Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf der Bonner Nordbrücke wird ab sofort durch automatische Gewichtskontrollen überwacht.

Das Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf der Bonner Nordbrücke wird ab sofort durch automatische Gewichtskontrollen überwacht. 

Die Autobahn GmbH Rheinland installiert vor der Brücke drei Anlagen, mit denen die Achslast von Lastwagen automatisch kontrolliert werden kann.

Wegen erheblicher Bauschäden ist die Bonner Nordbrücke seit Anfang Februar für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt. Weil die Gewichtsbeschränkung von vielen Fahrern ignoriert wird, hat die Autobahn GmbH Rheinland am Mittwoch mit dem Einbau von Messstellen begonnen, die automatisch die Achslast kontrollieren.

Mit dieser Technik, der sogenannten Weigh-in-Motion-Methode („Wiegen in Bewegung“), sollen Lastwagen künftig automatisch gewogen, über die Autokennzeichen erfasst und gezielt vor der schadhaften Brücke abgeleitet werden. Alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen werden dabei automatisch identifiziert und über Hinweistafeln zum Verlassen der Strecke aufgefordert.

Insgesamt werden in den kommenden Tagen nacheinander drei Anlagen in Betrieb genommen. Auf der A565  in Fahrtrichtung Koblenz zwischen dem Autobahndreieck Bonn‑Nordost und der Anschlussstelle Bonn‑Beuel,  auf der gleichen Autobahn in Fahrtrichtung Siegburg zwischen der Anschlussstelle Bonn‑Endenich und dem Autobahnkreuz Bonn‑Nord sowie auf der A555 in Richtung Bonn zwischen der Anschlussstelle Bornheim und dem Autobahnkreuz Bonn‑Nord.

100.000 Fahrzeuge pro Tag

Die Rheinbrücke Bonn-Nord, auch Friedrich-Ebert-Brücke genannt, wurde im Jahr 1967 gebaut. Sie besteht aus der linksrheinischen Vorlandbrücke, der Strombrücke und der rechtsrheinischen Vorlandbrücke. Auf dem Bauwerk befinden sich zwei durchgehende Fahrspuren je Fahrtrichtung und je eine Abbiegespur. Es fahren täglich über 100.000 Fahrzeuge über die Brücke.

Die Ergebnisse der Bauwerksprüfungen und Gutachten zeigen deutliche Schäden an der rund 660 Meter langen linksrheinischen Vorlandbrücke. Infolge jahrzehntelanger Belastung und intensiver Beanspruchung verfügt das Bauwerk nicht mehr über ausreichende Tragreserven für den Lkw‑Verkehr. Bereits seit 2016 galt eine Begrenzung des Schwerlastverkehrs auf maximal 44 Tonnen. Weil jedoch weitere Materialermüdungen festgestellt wurden, musste die Brücke im Februar 2026 noch einmal abgelastet werden.

Die Gewichtsbeschränkungen und Kontrollen werden aufrechterhalten, bis eine technische Lösung zur Verstärkung des Bauwerks gefunden ist. Das Fahrverbot für Lkw muss eingehalten und überwacht werden, weil sonst eine Vollsperrung droht.

Die Bonner Nordbrücke ist nicht die einzige Autobahnbrücke in NRW mit Gewichtskontrollen. Das System wird auch auf der Rhein-Herne-Kanalbrücke der A42 und auf der A40 in Duisburg eingesetzt.