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Spaziergang in Burscheid10.000 Schritte am Tag – für Bernd Stelter eine feste Routine

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Bernd Stelter steht mit Wanderstöcken im Wald.

Mit Wanderstöcken ausgestattet sammelt Bernd Stelter Schritte.

Vor seinem Auftritt in Burscheid begleitete der „Leverkusener Anzeiger“ den Komiker bei einem seiner Spaziergänge.

Mit einem Paar Wanderstöcken, einer Sportuhr, die die Schritte zählt, und dem Handy, das den Weg weist, ausgestattet, macht sich Bernd Stelter regelmäßig auf den Weg raus in die Natur – sein Ziel: an fünf von sieben Tagen in der Woche 10.000 Schritte sammeln.

Das Ziel setzte sich Stelter während der Corona-Pandemie. Gemeinsam mit seiner Frau verbrachte er viel Zeit zu Hause, bis sie sich irgendwann gedacht haben: „Wir hängen nur noch aufeinander.“ Die täglichen Runden raus sind in dieser Zeit zu Stelters festem Ritual geworden, das er bis heute sehr schätzt. „Ich habe eine ganz andere Kondition aufgebaut“, erzählt Stelter, der am vergangenen Sonntag vor seinem Auftritt in Burscheid vom „Leverkusener Anzeiger“ bei seiner täglichen Runde begleitet wurde.

Denn alleine geht er seine Runden nicht immer: Häufig wird er von Menschen aus seinem Publikum begleitet – „Walk and Talk“ nennt sich das Ganze. Man kann es sich vorstellen wie ein „Meet and Greet“, bei dem Fans die Gelegenheit haben, sich mit den Künstlerinnen und Künstlern auszutauschen. Häufig finden solche Treffen aber auf die Schnelle, zwischendrin in den Pausen, statt. Deshalb habe sich Stelter gedacht: „Wenn ich sowieso gehe, warum soll ich alleine gehen?“ Bei den verschiedenen gemeinsamen Spaziergängen in der Vergangenheit habe er schon ganz tolle Sachen erleben dürfen. Fünf bis zehn Personen, vielleicht noch ein paar Hunde, das sei die perfekte Gruppengröße, so Stelter.

Buchtipps von Zuschauern

Neben dem Gehen hat sich Bernd Stelter aber auch noch ein anderes Ziel gesetzt: jeden Tag 30 Seiten lesen. Allein in diesem Jahr sind so schon 21 gelesene Bücher zusammengekommen. Bei diesem Projekt steht er in engem Kontakt mit seinem Publikum. Viele Buchtipps kommen von Zuschauerinnen und Zuschauern.

Spazieren gehen und lesen – für den 65-Jährigen bedeutet das auch Abwechslung, die ihm in seinem Alltag wichtig ist. „Ich bin ein absoluter Bühnenmensch“, erzählt Stelter, aber nach zwei bis drei Monaten auf Tour freue er sich auch immer darauf, zu schreiben – sein neuestes Programm, aber auch Bücher. Denn auch Krimis und Sachbücher veröffentlicht der Komiker. „Nach dem Schreiben brauche ich aber auch dringend wieder die Bühne“, erzählt Stelter.

Mit seinem Programm „Reg dich nicht auf. Gibt nur Falten!“, trat er am vergangenen Wochenende in Burscheid auf. Es ist ein Appell dazu, gelassen zu sein und sich nicht über alles aufzuregen, denn „die Deutschen sind absolut nicht gelassen“, findet Stelter. Ganz wichtig ist ihm dabei: „Den Krachhumor will ich nicht“, also möglichst viele Witze auf Kosten anderer. Denn erst wenn man sich genug über sich selbst lustig gemacht hat, darf man auch mal Witze über jemanden anderen machen, findet er.

Seine Spaziergänge sucht Stelter selbst raus, auch den rund um die Lambertsmühle in Burscheid. Immer wieder bleibt er stehen, schaut sich um und schießt ab und zu auch mal ein Foto, denn: „Unter der A1, so ein Foto hat man auch nicht oft“. Für alle, die auch in eine solche Routine kommen möchten, empfiehlt der Komiker, mit nicht zu großen Zielen anzufangen. Das Laufen sei dabei eine ganz besonders gute Möglichkeit, denn er findet, der innere Schweinehund ist nicht so groß. Und beim Laufen nehme man die Umwelt auch noch mal ganz anders wahr – für ihn häufig eine Inspiration.

Am Ende des Spaziergangs rund um Burscheid stehen 7070 Schritte auf der Uhr, alleine auf der Bühne kommen noch mal 2000 hinzu – das sind schon gut 9000. Die restlichen 1000 fallen einfach so an. 10.000 Schritte sind an diesem Tag also locker erreicht.