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SpatenstichUmbau des Bahnhofsvorplatzes in Leichlingen hat begonnen

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Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Leichlingen beginnt.

Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Leichlingen beginnt.

Der Zeitplan, den sich die Beteiligten auferlegt haben, ist sportlich. Bis Mitte Juli soll das meiste fertig sein.

Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, die die Verantwortlichen am Mittwochmorgen am Leichlinger Bahnhof immer wieder hervorheben, ist hör- und sichtbar. Das liegt nicht nur am Offensichtlichen: Zum offiziellen Spatenstich für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes hatten sich Maurice Winter (Bürgermeister), Ludger Steffen (Tiefbauamtsleiter), Peter Bruckes (Strabag, Leiter Operativ Rheinland) und Holger Fritsch (Go Rheinland) zusammengefunden. Sondern auch im Hintergrund war eine weitere Partnerin zu hören und zu sehen: die Deutsche Bahn.

Die saniert nämlich noch bis Mitte Juli in Leichlingen Bahnsteige, Beleuchtung und die Reiseinformation. Und während dieser Zeit, in der in Leichlingen kein Zug hält, soll auch der Vorplatz umgestaltet werden. Dass der Zeitplan dafür – Mitte April bis Mitte Juli – durchaus „ambitioniert“ ist, weiß auch Peter Bruckes von der Strabag. Das Bauunternehmen ist für die Arbeiten rund um den Bahnhof verantwortlich.

Ludger Steffen (v. l., Leiter Tiefbau Stadt Leichlingen), Peter Bruckes (Strabag, Leiter Operativ Rheinland), Maurice Winter (Bürgermeister) und Holger Fritsch (Fachbereichsleiter ÖPNV-Investitionsförderung bei Go Rheinland) beim offiziellen Spatenstich.

Ludger Steffen (v. l., Leiter Tiefbau Stadt Leichlingen), Peter Bruckes (Strabag, Leiter Operativ Rheinland), Maurice Winter (Bürgermeister) und Holger Fritsch (Fachbereichsleiter ÖPNV-Investitionsförderung bei Go Rheinland) beim offiziellen Spatenstich.

Ende des vergangenen Jahres hatte der Rat noch rechtzeitig abgesegnet, Geld für den Umbau bereitzustellen. Dann habe man noch ausschreiben und weitere Absprachen treffen müssen, sodass es nun losgehen könne, erklärte Bürgermeister Maurice Winter. Dass sich Politik und Verwaltung so beeilt haben, liegt am günstigen Zeitpunkt für die Arbeiten. Denn wegen der DB-Sanierung passiert vor Ort ohnehin nichts. „Und das im laufenden Betrieb zu machen, wäre quasi nicht umsetzbar gewesen“, sagt Winter und erntet Kopfnicken von Peter Bruckes von Strabag.

Holger Fritsch vom Nahverkehrsträger Go Rheinland hatte den Bescheid über 1,5 Millionen Euro im Gepäck, das entspreche 90 Prozent der Gesamtkosten, sagte er. Die übrigen zehn Prozent, also gute 160.000 Euro, übernimmt die Stadt. Das ist durchaus viel angesichts der angespannten Haushaltslage. Trotzdem, so Winter, sei das nötig – einmal wegen des Zeitpunkts und auch weil der ÖPNV grundsätzlich wichtig sei für die Menschen: „Wenn wir wollen, dass die Menschen auf den ÖPNV umsteigen, dann müssen wir dafür auch die Bedingungen schaffen.

Die Häuschen rechts werden abgerissen, die Bäume bleiben stehen.

Die Häuschen rechts werden abgerissen, die Bäume bleiben stehen.

Wie diese Bedingungen künftig sein werden, erklärte der städtische Tiefbauamtsleiter Ludger Steffen. Zuerst werde man die neue Zufahrt am nordwestlichen Ende an der Landwehrstraße herrichten. Da sollen dann die Baufahrzeuge von Strabag ein- und ausfahren können. Wenn die Bauarbeiten beendet sind, sollen Autofahrerinnen und Autofahrer rechts auf den Park-and-Ride-Parkplatz abfahren, um auf die Landwehrstraße auszufahren.

Wenn die Zufahrt hergerichtet ist, geht es an den Kern der Umbauarbeiten: an die Asphaltdecke rund um das Bahnhofsgebäude. Dort sollen drei Bussteige gebaut werden, zwei gibt es bisher. Deren Herrichtung soll auch am Anfang der Arbeiten erfolgen, sagt Steffen. Denn: Priorität hat, dass der Busverkehr bald wieder fließe. Individualverkehr will Steffen künftig aus diesem Bereich möglichst heraushalten. Ein paar wenige Parkplätze dort – am Ende, wo der Kiosk ist – blieben erhalten. Dafür würden in Richtung Westen andere entstehen, sodass die Anzahl ungefähr gleich bleibe.

Die DB arbeitet derzeit an Bahnsteigen, Beleuchtung und der Reiseinformation.

Die DB arbeitet derzeit an Bahnsteigen, Beleuchtung und der Reiseinformation.

Die Bushäuschen gegenüber dem Bahnhofsgebäude werden abgerissen, ebenso die Telefonstele, die dort noch steht. Der Bürgersteig werde dort verbreitert, weil man noch mehr Grün pflanzen wolle, so Steffen. Und: Die Bäume dort blieben erhalten.

Für die neue WC-Anlage, die in etwa dort stehen soll, wo jetzt die Fahrradboxen stehen, fehle noch die Baugenehmigung. Ob die öffentlichen Toiletten bis Mitte Juli fertig seien, könne er deshalb nicht mit Gewissheit sagen, sagt Steffen – sie werden es wohl eher nicht. Die Fahrradboxen sowie der Anlaufpunkt für Wupsi-Car wechseln für die WC-Anlage die Straßenseite.

88 Fahrradstellplätze mit Überdachung sollen rechts der Zufahrt zum Bahnhofsgelände entstehen, eine Kiss-and-Ride-Zone in unmittelbarer Nähe zu den Zugängen zum Gleis. Es wird ein neues Leitsystem und moderne Anzeigen geben. Am Ende sollen die Busbuchten zur Landwehrstraße ausgebaut werden.

Und alles barrierefrei, wie Holger Fritsch von Go Rheinland betont. Die Arbeiten in Leichlingen in Verbindung mit den parallel stattfindenden Sanierungen der Strecke hätten Modellcharakter im Go-Rheinland-Gebiet, sagt er. In der Strategie des Verkehrsunternehmens spiele die Verbesserung der Aufenthaltsqualität eine wichtige Rolle.