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„Einfach lächerlich“Spott und Häme zum Eis-Dilemma der Leverkusener Rheinbrücke

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Mit einem Spezial-Hubwagen lassen sich Einsatzkräfte zu den Spitzdächern der Brückenpylone der Leverkusener Rheinbrücke hochfahren. (Archivfoto)

Mit einem Spezial-Hubwagen lassen sich Einsatzkräfte zu den Spitzdächern der Brückenpylone der Leverkusener Rheinbrücke hochfahren. (Archivfoto)

Erneut ist die A1 an der Leverkusener Rheinbrücke wegen herabfallender Eisplatten gesperrt worden. Pendler zeigen wenig Verständnis.

Die Leverkusener Rheinbrücke musste am Montag (16. Februar) für den Verkehr in beide Richtungen voll gesperrt werden. Die Ursache ist Eisbildung auf den Brückenpylonen. Ein bekanntes Thema, denn bereits im vergangenen Winter 2025 musste die Brücke deswegen gesperrt werden. Viele Menschen üben nun Kritik an der Autobahn GmbH.

In der Nacht zum Montag waren mehrere Fahrzeuge von herabfallenden Eisplatten getroffen worden. Es blieb glücklicherweise bei Sachschäden. Doch die Autobahn 1 musste im Bereich der Leverkusener Rheinbrücke voll gesperrt werden. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren gefährlichen Situationen kommt“, erklärte ein Polizeisprecher.

Leverkusener Rheinbrücke erneut wegen Eis-Gefahr gesperrt

Nicht zum ersten Mal: Erst im Vorjahr musste die A1 aufgrund von herabfallenden Eisplatten an der Leverkusener Brücke gesperrt werden. Nachdem es nicht gelang, das Eis mit einem Rettungshubschrauber zu entfernen, mussten sich Einsatzkräfte mit einem Spezial-Hubwagen zu den Pylonen hochfahren lassen.

Vielen Menschen stieß die Meldung über die erneute Vollsperrung der Leverkusener Rheinbrücke bitter auf. Unter dem Post des „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf Facebook meldeten sich viele Userinnen und User mit verärgerten und hämischen Kommentaren.

„Klasse, 25 Kilometer Umweg heute Morgen. Den Architekten würde ich gerne mal sprechen“, schreibt ein User am Montagmorgen. Andere sprechen sarkastisch von „Deutscher Ingenieurskunst“, man solle die „Alten“ aus dem Ruhestand holen.

Die neue Leverkusener Rheinbrücke war erst im Februar 2024 eröffnet worden. Der umstrittene Bau startete 2017. Es handelt sich um den ersten Teil des Brückenneubaus. Die alte Rheinbrücke wird schrittweise abgebrochen.

Einige Stimmen vermuten eine Fehlkonstruktion hinter dem Bau der neuen Brücke. „Ich würde mal behaupten ... falsches Material und Bauneigung zur Wasserverdrängung“, kommentiert ein Nutzer.

Autobahn GmbH will an Leverkusener Rheinbrücke nichts verändern

Nach den Eisbrüchen im vergangenen Jahr hatte die Autobahn GmbH bekannt gegeben, an der Leverkusener Rheinbrücke nichts verändern zu wollen. Man halte die damalige Wettersituation für „sehr unwahrscheinlich“, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage im Januar 2025 mit. Falls sich das Problem wiederholt, will man abgestuft reagieren. Das Konzept enthielt bereits damals Teil- und Vollsperrungen.

In Anbetracht der erneuten Vollsperrung am Montag (16. Februar) reagierten Nutzerinnen und Nutzer mit wenig Verständnis für die Linie der Autobahn GmbH. „Am besten sperrt man das Ding über den Winter“, so der ironisch gemeinte Vorschlag eines Users.

Ich denke, die Sperrung kostet die Wirtschaft auf Dauer mehr Geld, als diese Investition.
User auf der Facebook-Seite „Leverkusener Anzeiger“

Eine Userin schreibt: „Nur weil die Autobahn GmbH kein Geld für die Enteisung ausgeben will! Vielen Dank. Ich denke, die Sperrung kostet die Wirtschaft auf Dauer mehr Geld, als diese Investition.“

Auch ein anderer Nutzer kritisiert die Baukonzeption sowie die Weigerung der Autobahn GmbH, Veränderungen an der Leverkusener Rheinbrücke vorzunehmen. „Und ich könnte darauf wetten, dass die zweite daneben genauso gebaut wird!“, so der User, der seinem bissigen Kommentar ein lachendes Emoji hinzufügt.

Weitere Kommentare zur Leverkusener Rheinbrücke:

  1. „Einfach nur lächerlich“
  2. „Was für eine Lachnummer“
  3. „Unfassbar“
  4. „Und das im Jahr 2026“
  5. „Ein Witz ist das“
  6. „Und das am Rosenmontag“
  7. „Das ist leider kein schlechter Witz“
  8. „Da baut man etliche Jahre an dem Ding rum und dann das, unglaublich!“

Wie es mit dem Problem der Eisbildung an der Leverkusener Rheinbrücke nun weitergeht, bleibt abzuwarten. Bei der Autobahn GmbH Rheinland hieß es dazu, der Einbau von Heizstäben in die Brückenkonstruktion sei geprüft worden. Man habe sich dagegen entschieden. Aus Kostengründen sei das nicht umzusetzen.