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KommentarDas Postengeschacher in Leverkusen muss aufhören

2 min
Rathaus Leverkusen in Wiesdorf

Die Idee im Rathaus, den Chef der Informationsverarbeitung Leverkusen ohne Ausschreibung dauerhaft zu installieren, taugt nichts.

Der neue Besetzungskodex ist nicht gemacht worden, um ihn bei erster Gelegenheit zu unterlaufen.

Eines vorweg: Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Holger Breuer bei der Informationsverarbeitung Leverkusen einen prima Geschäftsführer abgibt. Der Mann, den der Mehrheitseigner EVL der Stadt erfolgreich empfohlen hat, bewährt sich seit fast einem Jahr – wenn er seinen Job auch unter völlig anderen Vorzeichen angetreten hat: Die doch sehr kleine IVL sollte in der viel größeren Aachener Regio-IT aufgehen. Im Leverkusener Rathaus erhoffte man sich davon mehr Schub bei der allzu schleppenden Digitalisierung.

Thomas Käding

Thomas Käding

Redakteur in Leverkusen, kümmert sich dort um Wirtschaft, kommunale Finanzen, das politische Geschehen und alles, was sonst noch interessant ist. Studienabschluss in Politischer Wissenschaft, Sozial- ...

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Aber Eilbedürftigkeit bei einem Projekt sollte nicht zu Hektik bei wichtigen Personalentscheidungen führen. Deshalb war es von vornherein falsch, Breuers befristeten Vertrag für die Phase der geplanten Fusion mit Aachens Datenfirma umstandslos in eine reguläre fünfjährige Festanstellung umwandeln zu wollen – und das per Mitteilung, die der Stadtrat abzunicken hat.

So etwas widerspricht eklatant dem Geist jener Regeln, die sich Stadtverwaltung und Stadtrat doch gerade erst gegeben haben, um bei wichtigen – und hoch dotierten – Posten sauber zu bleiben. Das, was man gemeinhin als Ämterpatronage bezeichnet und von Systemkritikern immer wieder aufgespießt wird, soll durch die Grundregel, wirklich jeden Job auszuschreiben, ausgeschlossen werden.

Der Plan, sie mithilfe der kuriosen Lesart auszuhebeln, dass Breuer schon IVL-Chef sei – wenn auch mit Kurzfristvertrag für die gedachte Fusion – ist zu Recht gescheitert. Regeln sind nicht da, um sie sofort zu brechen. Damit hätte man Holger Breuer keinen Gefallen getan. Der kann sich bestimmt auch gegen auswärtige Konkurrenz behaupten. Wenn er – siehe oben.