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Leserbrief„Der Sensenhammer ist eine wichtige Bildungsbrücke“

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Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer

Das Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer 

Mareen Lethaus, Leiterin der Theodor-Wuppermann-Schule in Manfort, reagiert auf unsere Berichterstattung über den Vorschlag, die drei Stellen im Industriemuseum zu streichen. 

„Mit großer Sorge habe ich von den Plänen erfahren, den außerschulischen Lernort „Sensenhammer“ im Zuge städtischer Sparmaßnahmen zu schließen. Als Schulleiterin der Theodor-Wuppermann-Hauptschule in Leverkusen möchte ich eindringlich darauf hinweisen, welche weitreichenden Folgen diese Entscheidung für unsere Schülerinnen und Schüler hätte.

Der Sensenhammer ist weit mehr als ein historischer Ort – er ist ein lebendiger Lernraum. Gerade für unsere Schülerschaft, die oft besonders von praxisnahen und handlungsorientierten Lernangeboten profitiert, bietet dieser Ort eine unverzichtbare Ergänzung zum Unterricht. Hier werden Inhalte aus den Fächern Physik, Biologie, Chemie, Technik, Wirtschaftslehre, Geschichte und Erdkunde nicht nur theoretisch vermittelt, sondern konkret erfahrbar gemacht.

Hier werden Inhalte aus den Fächern Physik, Biologie, Chemie, Technik, Wirtschaftslehre, Geschichte und Erdkunde konkret erfahrbar gemacht
Mareen Lethaus

Viele unserer Schülerinnen und Schüler erleben dort zum ersten Mal, dass Lernen auch außerhalb des Klassenzimmers stattfinden kann – mit allen Sinnen, mit Neugier und mit echtem Interesse. Besonders hervorzuheben ist zudem die integrative Kraft dieses Lernortes: Unterschiedliche Lernvoraussetzungen treten in den Hintergrund, gemeinsames Arbeiten und Entdecken stehen im Mittelpunkt. Das stärkt nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch soziale Fähigkeiten und das Selbstbewusstsein.

Viele unserer Schülerinnen und Schüler erleben dort zum ersten Mal, dass Lernen auch außerhalb des Klassenzimmers stattfinden kann – mit allen Sinnen, mit Neugier und mit echtem Interesse
Mareen Lethaus

Gerade für eine Schulform wie die Hauptschule, die oft vor besonderen Herausforderungen steht, sind solche außerschulischen Angebote von unschätzbarem Wert. Sie schaffen Motivation, eröffnen neue Perspektiven und ermöglichen Erfolgserlebnisse, die im klassischen Unterricht nicht immer in gleicher Weise erreichbar sind.

Eine Schließung des Sensenhammers würde somit nicht nur ein Stück kulturelles Erbe betreffen, sondern vor allem eine wichtige Bildungsbrücke für viele junge Menschen in unserer Stadt zerstören.

Ich appelliere daher eindringlich an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, diese Entscheidung zu überdenken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um diesen wertvollen Lernort zu erhalten.“