An Brücken in schlechtem Zustand herrscht auf dem Stadtgebiet kein Mangel. Auch zwei denkmalgeschützte Bauwerke in Bürrig sind betroffen.
Marode BrückeÜber dem Mühlengraben in Leverkusen bröckeln die Backsteine

Die Brücke über den Mühlengraben am Gut Reuschenberg in Bürrig muss instandgesetzt werden.
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Fehlendes Mauerwerk im Stirnbogen, ausgewaschene Mauerwerksfugen, Ablösung der Stirnwand von dem gemauerten Bogen, fehlende Steine im Fundamentbereich, Korrosionsschäden am Geländer, Schäden an der Verankerung der Geländer: Die Liste der Mängel an der Brücke über den Mühlengraben am Gut Reuschenberg, die die Verwaltung für die Bezirksvertreter im Stadtbezirk II aufgelistet hatte, ist lang. Über die Brücke am nördlichen Ende von Bürrig führt ein Rad- und Wanderweg, der Bürrig mit Rheindorf verbindet.
Zuletzt wurde sie vor 40 Jahren, 1986, instandgesetzt. Sie sei noch standsicher, bedürfe aber dringend einer erneuten Sanierung, schreibt die Verwaltung. Geplant sei, die Brücke in Absprache mit dem Denkmalschutz komplett zu überholen. Die Gewölbebrücke stammt in etwa aus dem Jahr 1840, ist also circa 185 Jahre alt und damit vermutlich gemeinsam mit einer weiteren, weiter südlich gelegenen und zur gleichen Zeit entstandenen Brücke über den Mühlengraben eines der, wenn nicht das älteste Brückenbauwerke in der Stadt. Und beide Bauwerke stehen unter Denkmalschutz als Teil des Bodendenkmals Mühlengraben. Der wiederum kam Ende November 1989 unter Denkmalschutz.
In der Sitzung der Bezirksvertretung herrschte einhellig die Meinung, dass die Brücke am Gut Reuschenberg ebenso wie die weiter südlich – auf der anderen Seite des Bahndamms – gelegene zweite Brücke beide saniert werden müssen. Dabei liegt aus Sicht der Verwaltung die klare Priorität auf der Brücke direkt am Gut Reuschenberg, weil sie eben für Spaziergänger und Radler wichtig ist. Die zweite Brücke ist fast ausschließlich für die Landwirtschaft von Bedeutung.
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Hochwasser von 2021 nicht die Ursache für Schäden
Die Schäden seien schlicht über die Zeit entstanden. Das Hochwasser vom Juli 2021 sei nicht deren Ursache, teilte ein Vertreter der Technischen Betriebe Leverkusen auf Nachfragen von Benedikt Rees (Klimaliste) mit, der beratend an den Sitzungen der Bezirksvertretungen teilnimmt, aber selbst nicht Mitglied ist. Deshalb gebe es auch keine Möglichkeit, eine finanzielle Förderung der Sanierung über den Fluthilfe-Topf des Landes zu beantragen.
Der Wasserstand, führte der TBL-Experte weiter aus, im Mühlengraben ist reguliert, damit die Turbinen in der Reuschenberger Mühle immer genügend Wasser zur Stromerzeugung haben. Das hat einen relativ hohen Wasserstand im Mühlengraben zur Folge. Die Bezirksregierung habe dem Eigentümer der Mühle, ein Wasserkraftanlagenbetreiber aus der Oberpfalz, das höhere Aufstauen des Wassers genehmigt. Die Schäden an den Brücken sind aus Sicht der TBL zum Teil auch durch den höheren Pegel entstanden.
Die Bezirksvertretung stimmte der Vorlage der Verwaltung für die Instandsetzung der Brücken einstimmig zu. Sie sieht vor, die Arbeiten im Laufe des Sommers 2026 zu erledigen. Allerdings steht das Projekt, wie so vieles in Leverkusen, unter dem Vorbehalt, dass die Bezirksregierung in Köln es genehmigt. Möglicherweise steht das Stoppschild bereits vor den Planungsmitteln für die Sanierung der beiden historischen Brücken, denn auch dafür muss die Stadt einen Kredit aufnehmen und auch diesem muss die Kölner Behörde ihr Placet geben.

