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KonzertBayer Mandolinen kreieren Klangzauber „von fein bis voluminös“

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Veronika Fuchs (l.) begeisterte als Solistin an der Querflöte.

Veronika Fuchs (l.) begeisterte als Solistin an der Querflöte.

Das Bayer Mandolinen-Orchester gab am vergangenen Samstag sein Jahreskonzert.

„Die Mandoline ist eher ein zartes Instrument, aber sie hat ein breites Spektrum von fein bis voluminös“, mit diesen Worten gibt Konzertmeisterin Jutta Ahl einen Vorgeschmack darauf, was das Publikum im Jahreskonzert des Bayer Mandolinen-Orchesters erwarten wird. Unter dem Titel Klangzauber möchten die Musikerinnen und Musiker in diesem Jahreskonzert die verschiedenen Facetten der Mandolinen-Musik präsentieren. 

„Wir haben Modernes bis Mozart, stimmungsvoll bis emotional“, so Ahl. Die Mandoline ist ein spezielles Instrument, Orchester sind dementsprechend deutlich seltener als sinfonische Orchester. „Viele kennen Mandolinen-Musik nicht, aber wenn sie es kennenlernen, gefällt es ihnen. Ich würde sagen: Mandolinen-Musik ist nicht sehr bekannt, aber sehr beliebt“, sagt die Konzertmeisterin. Die Stückauswahl ähnelt dabei stark der sinfonischer Orchester. 

Mandolinen-Musik ist nicht sehr bekannt, aber sehr beliebt.
Jutta Ahl, Konzertmeisterin

Den Konzertabend eröffnet Mozarts kleine Nachtmusik – ein vertrautes Stück, das trotz seiner Bekanntheit durch die ungewohnten Klänge eine neue Stimmung entfaltet. Dabei wirkt es weniger verspielt und bekommt eine meditative Note. Die filigranen Klänge der Mandolinen sind hier noch zurückhaltend. Die Töne rieseln durch den Kirchraum der Christuskirche.

Die Musik wirkt so leicht und mühelos wie sie klingt: Selbst im Allegro gleiten die Finger der Musikerinnen und Musiker scheinbar ohne jede Hast über die Saiten ihrer Instrumente. Diese Gelassenheit, die den gesamten Kirchraum einhüllt, spiegelt sich auch bei dem Dirigenten Detlef Tewes wider, dessen Gestik ruhig und kontrolliert das Stück führt. Dabei zeigt das Orchester, dass weder impulsive Figurationen, noch sanfte, anmutige Sätze ein Problem für die Mandolinen darstellen.

Bénjamin Godards Valse aus der Suite de Trois Morceaux op. 116 verleiht die Solistin Veronika Fuchs an der Querflöte eine neue Leichtigkeit. Hell und klar führen die Töne der Flötistin durch die Melodie. Diese leuchtende Tongebung bildet einen erfrischenden Kontrast zu der kontemplativen Stimmung, die die Mandolinen erzeugen, während sie sich gleichsam harmonisch einfügt.

Solistin überzeugt Leverkusener Publikum

„Uns hat es gefallen, wie die Flöte die Mandolinen-Musik aufgelockert hat“, erzählen zwei Besucherinnen aus Bergisch Gladbach nach dem Konzert. Sie loben auch die Akustik des Kirchenraums, der ihnen als Veranstaltungsort zusagt. „Wir hätten nur früher kommen müssen, damit man mehr sieht“, sagen sie. 

Tatsächlich ist der gesamte Kirchraum gefüllt und auch auf der Empore haben noch einige Besucherinnen und Besucher Platz genommen. Konzertmeisterin Jutta Ahl freut sich sehr darüber. Viele seien Stammgäste sagt sie und das zeige, „dass wir als kulturelle Institution eine Bereicherung für die Stadt Leverkusen sind“.

Der Altersdurchschnitt ist beim Jahreskonzert auffallend hoch, wie auch ein Besucher anmerkt. „Ich denke, es bräuchte noch ein bisschen mehr Pep, um jüngere Leute anzulocken, damit die Konzerte auch zukünftig weiter Bestand haben“, sagt er. Ihm sagen besonders die Solisten zu, die regelmäßig auf dem Jahreskonzert auftreten: „Die Solistin ist sehr hörenswert, sie ist das I-Tüpfelchen. Ich mag die Kombination von Mandolinen-Musik in verschiedenster Form und der Ergänzung durch Solisten.“