An Heiligabend übernimmt Anette Bock, schon seit 1987 im Klinikum Leverkusen beschäftigt, den Spätdienst. Wie ist es, zu arbeiten, während die meisten Menschen Bescherung feiern?
Arbeiten an WeihnachtenPflege-Stationsleitung berichtet von turbulenten Heiligabend-Morgen

Annette Bock ist die Pflege-Stationsleitung im Klinikum Leverkusen.
Copyright: Daniel Thiel
Der Spätdienst an Heiligabend 2025 bringt Annette Bock nicht aus der Ruhe. Immerhin ist es bereits ihr 39. Weihnachtsfest in Diensten des Klinikums Leverkusen. Bock begann dort 1987 mit ihrer Ausbildung, mittlerweile ist sie die Pflege-Stationsleitung in Schlebusch. Damit ist sie inzwischen auch Jahr für Jahr an Weihnachten mit der Frage betraut: Wer übernimmt wie viele Dienste über besinnlichen Tage und zum Jahreswechsel?
„Viele arbeiten zwei Tage, manche drei Tage – die Frühdienste sind da entspannter als die Spätdienste“, erklärt Bock. Eine enorme Unterstützung seien dabei aber gerade Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus religiösen Gründen das Weihnachtsfest nicht feiern: Die übernehmen dann auch gerne die Nachtdienste. „Da kommen sich eigentlich alle sehr entgegen.“
Die Planungen für diejenigen, die wie Bock über Weihnachten im Dienst sind, beginnt natürlich aber nicht erst am 24. Dezember. Teil der besonderen Situation kurz vor dem Jahreswechsel sei auch, dass es in den Tagen zuvor – und selbst morgens an Heiligabend – noch durchaus turbulent werden kann. Denn natürlich wird versucht, so vielen Patientinnen und Patienten wie möglich, bei denen es medizinisch vertretbar ist, ein Weihnachtsfest in den heimischen vier Wänden und bei ihrer Familie zu ermöglichen.
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Es ist nicht selten, dass die Station dann halbleer ist.
„Da ist es nicht selten, dass die Station dann halbleer ist“, berichtet die Pflege-Stationsleitung. „Dann fährt es hier runter und so kommt dann auch Entspannung.“ Darüber hinaus wird aber auch auf den Stationen geschmückt, die Teams bekommen jeweils vom Haus einen Weihnachtsbaum gestellt. Da ziehen auch viele Patientinnen und Patienten mit – und schmücken auch in ihren Zimmern.
Durch die tendenziell eher geringe Belegung an Heiligabend bleibe dann auch die nötige Zeit, um den Patientinnen und Patienten vor Ort etwas mehr Zeit zu schenken. Für den Spätdienst an Heiligabend haben sich Bock und eine Kollegin bereits vorgenommen, „etwas Besonderes zum Essen mitzubringen“ – auch für einige schöne Momente innerhalb des Teams bleibt die eine oder andere ruhige Minute.
Aus Bocks Erfahrung wird es dann am 26. Dezember wieder voller. Dann werde die Station nach und nach wieder voller. Mal gebe es Jahre, an denen es an Silvester „noch ruhig“ sei – in anderen Jahren habe es da schon zahlreiche Neuaufnahmen gegeben.
Zeiten haben sich geändert
Durch ihre langjährige Zugehörigkeit zum Team im Schlebuscher Klinikum kann die Pflege-Stationsleitung auch auf Situationen an Weihnachten zurückblicken, die heutzutage so nicht mehr vorstellbar sind.
„Ich habe einst auf der Geriatrie angefangen, das war so meine erste Station hier. Da sind wir dann zu Weihnachten hingegangen, haben wirklich alle Patienten aus den Zimmern geholt und in die Pflegestühle gesetzt“, erklärt Bock. „Dann haben wir im Flur einen ellenlangen Tisch aufgebaut, da saßen dann alle. Auch für alle Diabetiker wurde Rosinenbrot gekauft, da war alles egal. Die durften dann auch mal sündigen.“
Andere Zeiten, andere Aktionen. Bock blickt zurück: „Das war dann eben damals Weihnachten, aber da hatten wir dafür auch noch die Zeit – das war noch anders. Aber es ist einfach alles sehr schnelllebig geworden – leider, aber so ist es.“
Für die Diabetikerinnen und Diabetiker wird 2025 vermutlich kein Rosinenbrot auf dem Plan stehen, für Bock steht an Heiligabend der Spätdienst an. Dann heißt es aber ab zur Familie – die Umstellung fällt dann aber nicht schwer: „Ich kann gut abschalten, wenn ich hier raus bin.“ So lässt sich die gemeinsame Zeit mit den Liebsten dann auch vollends auskosten.

