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JahresbilanzSparkasse Leverkusen bekennt sich zu Filialen und wächst

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Die Sparkasse Leverkusen verzeichnet auch für das Jahr 2025 Zuwächse in allen Geschäftsbereichen.

Die Sparkasse Leverkusen verzeichnet auch für das Jahr 2025 Zuwächse in allen Geschäftsbereichen.

Der Vorstand der Leverkusener Bank hat seine Geschäftszahlen für 2025 vorgestellt.

Die Laune bei den Sparkassen-Vorständen Oliver Klenner, Markus Grawe und Alessandro Tetté dürfte angesichts der am Donnerstagvormittag vorgestellten Zahlen gut sein: Die Sparkasse Leverkusen wächst und verzeichnet sowohl im Kredit- und Einlagengeschäft als auch bei den Wertpapieren Zuwächse.

In Zahlen: Die Sparkasse erhöhte ihre Bilanzsumme von rund 4,43 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf rund 4,48 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Der Kreditbestand des Leverkusener Geldinstituts hat sich um 16 Millionen Euro auf rund 3,7 Milliarden Euro erhöht, rund 526 Millionen Euro hat die Bank im vergangenen Jahr an neuen Krediten vergeben (375 davon für Firmen- und 151 für Privatkunden). Auch das sind Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr.

Zufrieden mit dem Jahr 2025 sind Oliver Klenner, Markus Grawe und Alessandro Tetté (von links, Archivbild).

Zufrieden mit dem Jahr 2025 sind Oliver Klenner, Markus Grawe und Alessandro Tetté (von links, Archivbild).

Etwa die Hälfte der vergebenen neuen Kredite würden fürs Bauen genutzt, so der Vorstandschef Markus Grawe. Die Corona-Talsohle sei wohl durchschritten und das Immobilienfinanzierungsgeschäft laufe wieder an. „Mehr bauen“ sei für ihn auch die Antwort auf die Frage, wie man das Problem von immer weniger bezahlbarem Wohnraum lösen könne. Mit mehr Angebot werde sich der Preis regulieren. Die Baukosten seien aber natürlich trotzdem weiter hoch gerade.

Rund 3,5 Milliarden Euro verwaltet die Sparkasse an Einlagen (plus 54 Millionen Euro), nicht enthalten in dieser Summe sind die Wertpapiergeschäfte. Hier setzte man im vergangenen Jahr rund 688 Millionen Euro um, sodass der Wertpapierbestand auf rund 1,3 Milliarden Euro angewachsen ist, den Kundinnen und Kunden in ihren Depots halten. Rund 850.000 Euro hat die Sparkasse im Rahmen von Sponsoring und Stiftungen im vergangenen Jahr für soziale Zwecke ausgegeben.

Das Jahresergebnis der Bank liegt wie im Vorjahr auch bei rund drei Millionen Euro. Rund 66 Millionen Euro kostet die Bank ihre eigene Verwaltung, 40 Millionen Euro davon das Personal. Außerdem gebe man viel Geld für IT aus, besonders für die Sicherheit. Denn die Sparkassen-Finanzgruppe greift nicht auf bekannte Server zurück, sondern hat ihr eigenes Cloud-System, um vor Cyber-Angriffen geschützt zu sein.

Im April 2024 eröffneten Filialleiterin Heike Schulz, Vorstand Markus Grawe (rechts) und der damalige OB Uwe Richrath in seiner Rolle als Vorsitzender des Verwaltungsrats die umgebaute Filiale der Sparkasse in Lützenkirchen.

Im April 2024 eröffneten Filialleiterin Heike Schulz, Vorstand Markus Grawe (rechts) und der damalige OB Uwe Richrath in seiner Rolle als Vorsitzender des Verwaltungsrats die umgebaute Filiale der Sparkasse in Lützenkirchen.

525 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat das Unternehmen, dessen Hauptsitz sich an der Friedrich-Ebert-Straße in Wiesdorf befindet, darunter 44 Auszubildende. Es gibt sechs Filialen im Stadtgebiet plus die kürzlich eröffnete „Youfin“-Filiale in der Neuen Bahnstadt Opladen, die auf junge Menschen ausgerichtet ist.

Bei diesen sechs Filialen soll es auch bleiben, berichtete Vorstandschef Markus Grawe. Für rund eine Million Euro habe man zuletzt die Filiale in Lützenkirchen modernisiert, Küppersteg sei gerade dran, noch vor den Sommerferien sei man dort voraussichtlich fertig. Ab Herbst soll dann die Hauptstelle in Wiesdorf modernisiert werden. Rund drei Millionen Euro, so Grawe, stecke man ins Filialnetz, hinzu kämen noch mal rund 1,5 Millionen für Nachhaltigkeit – für PV-Anlagen oder moderne Heizungssysteme zum Beispiel.

Bei Kundinnen und Kunden stoßen besonders Aktien und Investmentfonds auf Interesse, berichtet die Sparkasse. Rund 249 Millionen Euro hat die Bank bei Fonds und ETFs (Exchange Traded Funds, an der Börse gehandelte Fonds) im vergangenen Jahr umgesetzt, rund 183 Millionen bei Aktien. So ein bisschen seien Fonds und ETFs die neuen Sparbücher, sagt Markus Grawe, der Anlegerinnen und Anlegern grundsätzlich dazu rät, breit gestreut zu investieren.

Mehr Beratung zu Wertpapieren

Die Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten bedeutet für die Sparkasse auch einen erhöhten Beratungsbedarf. Denn gerade weil man sich inzwischen im Internet über vieles schlau machen könne, setzten viele Kundinnen und Kunden auf die Fachleute, „weil es so kompliziert geworden ist“. Gerade bei jungen Menschen bemerke man das große Interesse am Thema Vermögensaufbau durch Wertpapiere.

Was das Tagesgeschäft angeht, nutzen immer mehr Menschen Onlinemöglichkeiten. 82 Prozent der Zahlungsverkehre würden digital abgewickelt, berichtet der Sparkassen-Vorstand. Für das Banking über die Sparkassen-Internetseite, oder „Internetfiliale“, wie Markus Grawe sie nennt, verzeichne man rund fünf Millionen Besuche im Jahr. Rund 45.000 Menschen nutzten die Sparkassen-App, um ihre Konten zu verwalten. Gerade bei jungen Leuten erkennt Grawe „eine Verschiebung von der Internetfiliale zur App“.

Auch das Bezahlen per App nimmt massiv zu: 3,1 Millionen Transaktionen verzeichnet die Sparkasse für 2025 per Apple Pay (2,8 Millionen) und Google Pay (270.000). Das seien doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Wobei die Zahl noch höher gehen wird, ist sich Grawe sicher. Allein, weil das Google-Angebot noch nicht so weit verbreitet sei, was sich aber sicher ändern werde.

„Zufrieden“ sei man mit den vorgestellten Zahlen, sagte Markus Grawe, der eine ähnliche Entwicklung auch für das laufende Geschäftsjahr 2026 voraussagt.