Für überregionale Straßen ist der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig. Der sieht zurzeit kaum Möglichkeiten, den Leverkusenern beim Entsiegeln zu helfen.
Straßen entsiegelnIn Leverkusen steckt viel Potenzial – aber nichts zu machen

Eine aufgebrochene Asphaltdecke: Die Stadt hat Straßen gesucht, die entsiegelt werden können, aber überall gibt es Bedenken.
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Die Stadt Leverkusen sucht nach Flächen, die entsiegelt werden können. Aber tatsächlich Grundstücke zu finden, auf denen nennenswerte Asphaltflächen entfernt werden können, fiel der Stadtverwaltung schwer. Eine Hoffnung lag darauf, einige der überdimensionierten Leverkusener Durchfahrtstraßen verkleinern zu können. Die Hoffnung ist jetzt geplatzt.
Im Ratsinformationssystem hat die Verwaltung ein Papier des Landesbetriebs Straßen NRW veröffentlicht, das sich mit den von der Stadtverwaltung gewünschten Straßenabschnitten beschäftigt, die überdimensioniert gebaut worden sind: Die Oulustraße und der Kreisverkehr am Oulusee, der vierspurige Westring und die Bonner Straße in Opladen.

Das schraffierte Stück Asphalt auf der Bonner Straße wird eigentlich nicht gebraucht.
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Davon lässt sich auf die Schnelle nichts entsiegeln, allenfalls in Opladen besteht eine vage Hoffnung auf eine Entsiegelung, weil die Bonner Straße, der Autobahnzubringer, in diesem Jahr saniert werden soll, schreiben die NRW-Straßenbauer.
Viel Potenzial zum Entsiegeln soll der Zubringer allerdings nicht hergeben, schreibt Straßen NRW. Prüfen könne man, ob die schraffierte Sperrfläche zwischen den Fahrbahnen unterhalb der Kneippstraße entfallen könnte. Das dürften keine 500 Quadratmeter sein, aber auch hier gibt es Bedenken: wegen der Regenwasserkanäle. Fahrspuren gar wegzunehmen oder zu reduzieren, komme auf dem Zubringer zur Autobahn nicht infrage. Die Bonner Straße werde von täglich 20.000 Kraftfahrzeugen befahren.
An eine andere überflüssige Asphaltfläche hat offenbar niemand nachgedacht: Auf der Seite der Autobahnmeisterei liegt ein sinnloser Fußweg, der im Nichts endet und der bei der letzten Sanierung der Bonner Straße trotzdem komplett neu asphaltiert wurde. 2008 wurde die Bonner Straße im Bereich des Burger-Kings sogar noch verbreitert: zugunsten einer neuen Fahrbahn wurde ein Grünstreifen geopfert.

Die Oulustraße ist mit vier Spuren üppig breit, aber Straßen NRW sieht keine Möglichkeit, zu entsiegeln. Beim Hochwasser 2021 war sie überspült.
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Die Oulustraße wirkt überdimensioniert. Dennoch kann und will Straßen NRW dort vorerst nicht entsiegeln. Weder am großflächig asphaltierten Kreisverkehr noch an der mit vier Spuren üppig breiten Straße. Der Grund leuchtet ein: in den nächsten zehn Jahren stehe keine Sanierung an.
Sollte der großzügig versiegelte Kreisverkehr oben am Oulusee eines Tages saniert werden müssen, prognostiziert Straßen NRW, wäre wegen der Vorschriften ein Ausbau fällig, bei dem sogar noch zusätzliche Fläche versiegelt würde.
Dass der vierspurige Westring zwischen Rheindorf und Olof-Palme-Straße deutlich überdimensioniert ist, dem ist kaum zu widersprechen. Der ADFC hatte deshalb schon mal daran gedacht, dass eine Fahrspur als Radstreifen umgewidmet werden soll, die Stadtverwaltung sah großes Entsiegelungspotenzial.
Leverkusen: Der Westring bleibt breit
Die breiten Asphaltstreifen werden aber wohl bleiben, wie sie sind: Straßen NRW sieht keinen Erneuerungsbedarf, also kann auch nichts entsiegelt werden. In der Bau-Prioritätenliste liege er weit hinten auf Rang 75, deshalb ließe sich „für den Bereich keine kurzfristige Entsiegelung feststellen“.
Eigene städtische Flächen zum Entsiegeln zu finden, fällt der Verwaltung schwer – und es ist zudem teuer. Teilweise entsiegelt werden könnten ein kleiner Parkplatz an der Manforter Straße, ein noch kleinerer an der Borkumstraße, der Musikschulparkplatz und der Vorplatz am Neulandpark. Allerdings fehlt jetzt Geld in der Stadtkasse.
Die Verwaltung muss aber noch weitere Flächen finden, denn davon könnte auch der Neubau der Feuerwache Auf den Heunen abhängen: Der Stadtrat hat 2022 beschlossen, dass die Neuversiegelung, die für die Feuer- und Rettungswache ansteht, anderswo im Stadtgebiet mindestens in gleichem Umfang ausgeglichen werden muss. Nach dem letzten Stand der Planung müsste die Stadtverwaltung 11.670 Quadratmeter entsiegeln, wenn sie Auf den Heunen bauen will.

