Die Strategie, das Problem auszusitzen, konnte nicht funktionieren, sagt unser Autor zur erneuten Sperrung der Leverkusener Brücke.
Leverkusener BrückeSchnee, der von Tragseilen fällt, bleibt ein ungelöstes Problem


Die Leverkusener Brücke muss nachgebessert werden, findet unser Autor.
Copyright: Ralf Krieger
Ob sich der Winter 2025/2026 mit der Pappschnee-Nacht vom Rosenmontag erledigt hat, ist noch nicht ausgemacht. Bei starkem Schneefall ist erneut mit einer Sperrung zu rechnen.
Die Strategie, das Problem einfach auszusitzen, konnte absehbar nicht funktionieren. Die Wettersituation, die am 10. Januar 2025 zur Sperrung der Brücke führte, bezeichnete die Autobahn als „sehr unwahrscheinlich“, aber der unwahrscheinliche Fall ist jetzt schon wieder eingetreten und auch eine Sperrung in nur einer Nacht im Jahr ist eigentlich zu viel.
Ingenieure wollen aus nachvollziehbaren Gründen nicht von einer Fehlkonstruktion sprechen – das macht man nicht gerne unter Kollegen. Aber eine Idee für eine Lösung muss her, die Brücke muss nachgebessert werden. Dabei sind die Schneebretter und Eisschollen auf den Pylonen vielleicht noch irgendwie mit einer Heizung oder einer Dachreling in den Griff zu bekommen; der Schnee, der von den schrägen Tragseilen fällt, aber nicht. Am besten wäre, der Autobahn GmbH fiele eine Lösung ein, bevor der zweite Brückenzwilling steht und der später auch nachgebessert werden muss. Die zweite Brücke wächst schnell.
Die Konstruktionsweise der „zweihüftigen Schrägseilbrücke“, nach der die neue Leverkusener Brücke gebaut wurde, wird ein Einzelstück bleiben. Sie hat sich nicht bewährt. Ganz sicher wird es keine zweite ihrer Art im deutschen Autobahnnetz geben.


