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Junge PolitikLeverkusens Jugendstadtrat ist schon fast voll besetzt

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Erfahrene Jugendstadtratsmitglieder helfen bei der Organisation mit.

Erfahrene Jugendstadtratsmitglieder helfen bei der Organisation mit.

Sparsame Alternativen zu finden, ist ein Schwerpunkt des diesjährigen Jugendgremiums.

Auf 72 Mandatsträger ist der Leverkusener Stadtrat nach der Kommunalwahl angewachsen. Da der Jugendstadtrat ein Abbild der „großen Politik“ sein soll, können in diesem Jahr auch so viele Jugendliche im Ratssaal Platz nehmen. Als das Format 2022 ins Leben gerufen wurde, hatte die Stadt noch Probleme, für jedes Stadtratsmitglied eine Jugendvertretung zu finden. „Jetzt haben wir schon 68 Anmeldungen“, freut sich Simon Frädrich, der den Jugendstadtrat organisiert. Das Format hat sich etabliert, es sind nur noch wenige Plätze frei für das Planspiel, das in diesem Jahr vom 10. bis zum 12. März stattfindet.

Nachdem 2025 das Sonderformat „Jugendstadtrat international“ mit Jugendvertretern aus den Partnerstädten stattgefunden hatte, kehrt das Gremium jetzt zur ursprünglichen Struktur zurück. Die Jugendlichen finden sich in Fraktionen zusammen, die nicht mehr die Namen von Parteien tragen, sondern „Strömungen“ abbilden. Unterstützt von Mitarbeitenden der Stadtverwaltung erarbeiten sie selbst eingebrachte Themen, stimmen diese in Fachausschüssen ab und bringen sie schließlich in der großen Abschlusssitzung zur Abstimmung. Anträge, die mehrheitlich beschlossen werden, werden in die Gremien der Stadtpolitik eingebracht.

Wir wissen, dass man sich nicht einfach von der Stadt alles wünschen darf.
Konrad, Teilnehmer Jugendstadtrat

„Neu ist in diesem Jahr, dass wir schon beim Vortreffen Formulare austeilen, auf denen jeder drei Themen nennen kann“, sagt Frädrich. Das sei eine Idee aus den Vorbereitungstreffen gewesen. Auch die Finanzlage der Stadt soll dabei nicht außer Acht gelassen werden. „Wir wissen, dass man sich nicht einfach von der Stadt alles wünschen darf“, sagt Konrad. Sparsame Alternativen zu suchen und Fördermöglichkeiten mitzudenken, ist ein Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung.

Rund 18 Jugendliche, die schon in den Vorjahren dabei waren, haben sich daran beteiligt, das Programm vorzubereiten. Sie müssen nicht lange überlegen, warum sie jedem empfehlen würden, beim Jugendstadtrat mitzumachen: „Ich finde gut, dass man Jugendliche von anderen Schulen kennenlernt“, sagt Lara. „Es ist spannend zu sehen, welche Ideen von anderen kommen, das ist je nach Schule und Stadtteil auch ganz unterschiedlich“, berichtet Konrad. Daher findet Cosmo es auch gut, dass die Fraktionen nach Interessen organisiert werden, nicht nach Freundesgruppen.

Lernen, wie Politik funktioniert, wie man Anträge schreibt und Mehrheiten bildet. Vor allem aber zu spüren, dass man selbst etwas bewegen kann, das ist allen wichtig. „Bevor ich zum Jugendstadtrat gehe, frage ich auch in meiner Klasse rum: Habt ihr noch Ideen, was ist euch wichtig?“, sagt Viktoria. Eine Idee hat sie schon: „Bessere Integration an Schule, vor allem Deutschförderung, damit alle die Chance haben, ihren Abschluss zu machen.“ Und damit auch die Zukunft gestalten können, fügt Hooman an: „Wir brauchen mehr junge Leute, die Ahnung von Politik haben. Die Zukunft liegt in unserer Hand.“


Teilnehmen können alle Leverkusener Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen sind bis 25. Februar möglich. Informationen auf der Homepage der Stadt und bei Simon Frädrich unter Jugendstadtrat@stadt.leverkusen.de oder Telefon 0172 8715076.