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Neueröffnungen und UmzügeIm Engelskirchener Einzelhandel tut sich derzeit einiges

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Eine Frau stellt einen Blumenstrauß zusammen.

Ricarda Müller ist innerhalb des Engelskirchener Ortszentrums mit ihrem Blumenladen „Hej Flowers“ in ein größeres Ladenlokal umgezogen.

Neue Läden haben im Engelskirchener Ortszentrum eröffnet und bestehende sind umgezogen. Wir haben uns umgeschaut.

Am Samstagvormittag ist im Blumenladen „Hej Flowers“ in Engelskirchen die Hölle los. Inhaberin Ricarda Müller und ihre Mitarbeiterinnen haben kurz vor Ostern alle Hände voll zu tun, um die floralen Wünsche der Kunden zu erfüllen. Ein Blumenstrauß nach dem anderen verlässt den Laden. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind bunt. Und bunt ist auch der Blumenladen an der Märkischen Straße 17.

Neben Blumen gibt es farbenfrohe Dekoartikel, Kerzen, Handgemachtes und vieles mehr, was gerade im Trend ist. „Seitdem wir in das größere Ladenlokal umgezogen sind, kommen noch mehr Kunden als vorher“, berichtet Müller erfreut. Vorher hat sie – bereits seit 2023 – einen kleineren Blumenladen in einem Eckgeschäft gegenüber des jetzigen Ladens betrieben. Die neuen Räumlichkeiten scheinen sichtbarer zu sein und locken neben den Stammkunden viel Laufkundschaft.   20 Jahre lang war Ricarda Müller als gelernte Floristin angestellt, bis sie sich mit dem Umzug von Köln nach Engelskirchen den Traum eines eigenen Geschäfts erfüllte. Und das brummt an diesem Vormittag.

Türkische Backwaren gibt's in der neuen Bäckerei „Yildirim“ in Engelskirchen

Aber nicht nur bei „Hej Flowers“ wird deutlich, dass sich im Engelskirchener Ortszentrum einiges getan hat. Während Ricarda Müller die Kunden mit Blumen glücklich macht, können sich Hungrige nur wenige Meter weiter bei Erol Yildirim und seiner Freundin Selina mit türkischen Backwaren stärken. Seit etwa vier Wochen ist die türkische Bäckerei und Café Yildirim“ geöffnet – und auch hier läuft es am Samstag. Eine Gruppe Frauen hat gerade ihr ausgiebiges Frühstück beendet, als schon die nächsten Kunden kommen und nach Sesamringen und Baklava verlangen.

Erol Yildirim freut sich über den Zuspruch. Er berichtet, wie es zur Eröffnung der Bäckerei gekommen ist: „Auf dem Weg von Gummersbach nach Overath bin ich durch Engelskirchen gefahren. Da ist mir aufgefallen, dass es gar keine türkische Bäckerei in der Gegend zwischen Bergneustadt und Bensberg gibt. Ich habe das leere Ladenlokal gesehen und die Idee ist entstanden, hier eine Bäckerei aufzumachen.“

Erol Yildirim sitzt an einem gut gedeckten Frühstückstisch in seiner türkischen Bäckerei.

Neu ist in Engelskirchen die türkische Bäckerei von Erol Yildirim.

Seine Schwester arbeitete zu dieser Zeit bereits in einer anderen Bäckerei und seine Freundin ist gelernte Hotelfachfrau. So kam eins zum anderen. Erol Yildirim, der vorher keine Gastro-Erfahrung hatte, wuchs dank der familiären Erfahrung und Unterstützung schnell in seine neue Aufgabe hinein. „Wir wurden sowohl von der Gemeinde als auch von den Engelskirchenern so herzlich empfangen“, schwärmt er. Da in dem Ladenlokal einst eine Metzgerei war, gibt es eine gut ausgestattete Küche. In dieser werden warme Speisen zubereitet und in einem neu angeschafften Steinofen die Backwaren, die vorbereitet geliefert werden, frisch aufgebacken.

Besonders die Suppen, darunter türkische Linsensuppe, seien beliebt, sagt Yildirim. Gekocht werden diese von seiner Schwester. Aber auch das typisch türkische und herzhafte Frühstück kommen gut an. Und die Bäckerei ist besonders für Frühaufsteher attraktiv, denn in der Woche ist bereits ab 5.30 Uhr offen.

Zwei Schwestern stehen vor ihrem eigenen Friseursalon bei der Eröffnung.

In Engelskirchen haben die Schwestern Pinar und Ava Amedova ihren eigenen Friseursalon eröffnet.

Nur eine Tür weiter ist ebenfalls alles neu. Dort haben Pinar und Ava Amedova, ebenfalls vor vier Wochen, ihren Friseursalon eröffnet – gegenüber von Friseur Hagen, dort haben sie ihre Ausbildung absolviert und waren zehn Jahre lang angestellt. Dass genau gegenüber ein Laden frei wurde, sei Zufall gewesen, berichtet Ava Amedova. „Das war eine große Chance, die wir einfach ergreifen mussten.“ Die Schwestern freuen sich, dass ihnen viele Stammkunden erhalten geblieben sind, aber auch, dass neue Kunden kommen und neugierig auf den neuen Friseursalon seien.

Angeboten werden Haarschnitte für alle Generationen, mit Fokus auf das, was heute modern ist. „Die Leute sind offen für Neues und   für eine Typveränderung“, sagt Ava Amedova erfreut darüber, dass ihr so viel Vertrauen entgegengebracht wird. Die persönliche Beziehung zu den Kunden sei wichtig und stärke das Vertrauen. Der Salon wurde dank Unterstützung der Familie in viel Eigenleistung gestaltet. „Wer hätte gedacht, dass wir das hier mithilfe so vieler Freunde und großzügigen Engelskirchenern schaffen, als wir 2016 mit nichts aus Mazedonien kamen und hier einen neuen Lebensabschnitt begonnen haben“, sagen die beiden Friseur-Schwestern.

Eine Frau füllt in einem Teeladen Tee ab.

Ute Oehlen ist mit ihrer Gewürzmanufaktur in den Laden „Teezeit“ gezogen, den sie übernommen hat.

In die „Teezeit“ gegenüber sind derweil Gewürze eingezogen. Ute Oehlen, Inhaberin der Gewürzmanufaktur „OxklusiviA“, hat den Laden übernommen. „Die Vorbesitzerin hat nach Nachfolgern gesucht. Viele Kunden haben sich gewünscht, dass wir den Laden übernehmen und mit unseren Gewürzen zusammenführen. Wir mussten nur eine Nacht drüber schlafen, um uns dafür zu entscheiden“, erzählt Oehlen lachend. Das bisherige Ladenlokal von „OxklusiviA“ an der Reckensteinstraße bleibt erhalten – unter anderem für Workshops. In der Märkischen Straße 8 sind Oehlen und ihr Team nun sichtbarer.

Neben dem gesamten Bestand hat Oehlen auch das Team der „Teezeit“ übernommen. „Wir sind dabei, uns gegenseitig auf Stand zu bringen. Ich muss mich durch alle Tees probieren“, sagt sie schmunzelnd. Die Kunden schätzen neben der guten Qualität von Tee und Gewürzen vor allem die persönliche Beratung. Denn die mache den Einzelhandel aus.