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Auch Sascha Lobo gratuliertAggerenergie feiert in Gummersbach ihr 100-Jährges in Spielfilmlänge

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Jörg Jansen und Jörg Bukowski (v.li.) sowie Till Cremer (r.) flankierten die Übergabe des Staffelstabes von Frank Röttger (M.) an Andreas Esser. 

Unter den Gratulanten zum 100-Jährigen der Aggerenergie in Gummersbach war auch KI-Fachmann Sascha Lobo.

100 Jahre Aggerenergie waren am Mittwochvormittag der Anlass für eine Matinee im Gummersbacher Kino Seven. Die Geburtstagsfeier, die mit Blick auf die Dauer von über zwei Stunden durchaus Blockbusterlänge hatte, war zugleich der feierliche Rahmen für einen Stabwechsel: Nach 20 Jahren an der Spitze des Unternehmens nahm Geschäftsführer Frank Röttger Abschied und sein Nachfolger Andreas Esser wurde begrüßt.

KI-Fachmann Sascha Lobo war als Keynote-Speaker engagiert worden.

Mit dem Digitalfachmann Sascha Lobo aus Berlin hatte die Aggerenergie sich und ihren Gästen ein Geburtstagsgeschenk gemacht. Der bekannte Publizist ist auch Experte für Künstliche Intelligenz und trat als solcher als Keynote-Speaker auf. Sein spannender und zugleich nachdenklich machender Vortrag stand für den Gastgeber passend unter der Überschrift „von der Kohle zur KI“. Neben vielen Zahlen und Auszügen aus Studien zeigte Lobo der Geburtstagsrunde auch, was längst mit KI möglich ist: Etwa komplette Werbevideos, die Menschen im Marketing drohen arbeitslos zu machen, oder die rasante Entwicklung von humanoiden Robotern, deren Fähigkeiten sich im Grunde von Jahr zu Jahr dramatisch verbessern.Ist KI also ein Grund Angst zu haben? Sascha Lobo sagt nein, betont aber, dass man sie sinnvoll steuern muss. „Die schlechten Folgen von Transformation kommen von allein, für die guten Folgen müssen wir gemeinsam arbeiten“, lautete dann auch Lobos Zuversicht stiftendes Motto.

Arbeitsplatz für 200 Menschen

Josef Hovenjürgen, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte, dass die Aggerenergie in ihren 100 Jahren zu einer „Säule der Region“ geworden sei. Sie gebe 200 Menschen Arbeit und fördere Sport, Kultur, Bildung und Umweltschutz. Unter dem Titel „Zukunft hat Herkunft“ blickte Frank Röttger auf die Unternehmensgeschichte. Rückblickend sagte er, man habe in der Region schon früh erkannt, dass man gemeinsam mehr machen könne.

Till Cremer, Vorstand der Rhenag und Aufsichtsratsvorsitzender der Aggerenergie, würdigte die Arbeit von Frank Röttger und führte zugleich dessen Nachfolger Andreas Esser ein. Schon sehr früh sei in der Energiewirtschaft aufgefallen, dass Röttger anpacken könne. Als der dann 2006 dem Ruf zur gerade aus Aggerstrom und Aggergas fusionierten Aggerenergie gefolgt sei, seien dort zwei Kulturen und zwei Welten aufeinander getroffen. Dass daraus eine Erfolgsgeschichte wurde, sei auch Röttger mit dessen ruhigen, verlässlichen und konsequenten Art zu verdanken gewesen. „Du hast immer eine Ruhe ausgestrahlt, Du standest für Ergebnisse rund Leistung “, so Cremer.

Röttger ist stolz auf das, was geschaffen wurde

Und Röttger wirkte auch daran mit, wer sein Nachfolger wird. Denn: eine gute Übergabe sei eine geräuschlose, wie Cremer sagte. Und die Wahl fiel auf den 1982 in Lohmar geborenen Andreas Esser. Der gelernte Wirtschaftsingenieur kam nach verschiedenen Stationen zur Rhenag und wurde dort Geschäftsführer der Netzgesellschaft. Den Job muss er so gut gemacht haben, dass man ihn schließlich zur Aggerenergie lotste. Röttger sagte in seinem Schlusswort, dass er 20 Jahre mit Höhen und Tiefen erlebt habe. „Und wir hatten auch schwere Zeiten.“ Doch am Ende habe es Spaß gemacht und er sei auch stolz darauf, „was wir geschaffen haben“. So ein Weg sei nicht ohne Förderer möglich.

Allen voran dankte der scheidende Geschäftsführer seiner Frau Kirsten, die in Gummersbach aufgewachsen und zu Schule gegangen sei. „Du hast mir den Halt gegeben und mit die Sicht der Mitarbeiter gespiegelt.“ Apropos Mitarbeiter: Ihnen galt Röttgers besonderer Dank. Denn: „Kein Erfolg ohne Mannschaft.