Während Verena Köster bei der 17. Auflage von Meerhardt Extreme die schnellste Frau war, ging der Sieg bei den Männern ins Sauerland.
Steil bergaufKölner Triathletin gewinnt den Crosslauf in Gummersbach-Dieringhausen

Genau 160 Frauen und Männer wollten am Samstag die zehn Kilometer lange Strecke mit 310 Höhenmetern zwischen Dieringhausen und Lobscheid bezwingen.
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Bei bestem Laufwetter – gut neun Grad und jeder Menge Sonnenschein – hat der Lauftreff des TSV Dieringhausen am Samstagnachmittag seinen 17. Crosslauf „Meerhardt Extreme“ gestartet. Dabei wagte sich die große Mehrheit – nämlich 160 Frauen und Männer – tatsächlich an die zehn Kilometer lange Steilstrecke bis hinauf nach Lobscheid, immerhin 310 Höhenmeter waren über diese Distanz zu bewältigen.
Vorbereitungen begannen schon im Oktober
Insgesamt schnürten am Samstag genau 202 Sportlerinnen und Sportler ihre Laufschuhe – eine Zahl, die die Organisatoren Klaus Walter Misere und Eckhard Hauer strahlen ließ. „Alles über 200 Meldungen ist für uns ein tolles Ergebnis“, betonte das Duo, das zusammen mit Lena Barf, Uli Lorenzen und Ina Rauch seit Oktober an der Vorbereitung getüftelt und noch am Samstagmorgen überprüft hatte, ob sich nicht in letzter Minute doch noch eine borkenkäfergeplagte morsche Fichte quer auf die Rennstrecke gelegt hatte.

Die schnellsten Frauen über die lange Distanz: (v.l.) Sara Veith, Verena Köster und Petra Henkel.
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Nicht zufrieden waren die Mitglieder des Lauftreffs dagegen mit der Resonanz auf das siebeneinhalb Kilometer lange Walkingangebot. Nur elf Menschen machten sich mit ihren Stöcken auf den Weg. Unter Umständen sei die Walkingstrecke an der Meerhardt nicht attraktiv genug, vermuteten die Organisatoren. Möglicherweise schrecke auch das „Extreme“ im Namen der Veranstaltung „Genusswalker“ ab, vielleicht müsse ein neuer Name für den Wettkampf der Geherinnen und Geher her, dachte Eckhard Hauer laut nach. Diese Gedanken werde man auf jeden Fall mit in die Planung für 2027 nehmen. Ganz leicht sei eine Umorganisation indes nicht, es müsse nämlich unbedingt vermieden werden, dass sich Walker und Läufer am Berg gegenseitig behinderten, so Hauer.
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Letztlich war der Matsch aber so tief, dass ich auch damit eingesunken bin.
Nachdem das Nordic-Walking-Trüppchen um die erste Kurve verschwunden war, schickte Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit das Läuferfeld auf die fünf Kilometer, kurz darauf gab Jörn Richling, Vorstandsmitglied des Hauptsponsors Volksbank Oberberg, den Startschuss für die zehn Kilometer. Zurück im Ziel, berichteten viele Läuferinnen und Läufer, dass der Wechsel zwischen der Sonne ausgesetzten und damit warmen Passagen und solchen, die im kalten Schatten lagen, eine gewisse Herausforderung gewesen sei. Vor allem aber: Da es in der Nacht auf Samstag noch geregnet hatte, gab es Stellen, in denen der Matsch wie Schmierseife wirkte.

Tückisch war der Matsch vor allem dann, wenn es mit Speed bergab ging. Damit hatte auch Tobias Lautwein aus Wenden zu kämpfen, der Sieger der Männer über zehn Kilometer.
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In dieser Hinsicht zum besonderen Pechvogel wurde Maciek Miereczko: Der 46-Jährige von der LG Donatus Erftstadt preschte über fünf Kilometer vom Start an vorneweg, rutschte nach etwa zwei Kilometern aber böse aus. Zwar konnte er das Rennen mit blutenden Knien und Ellenbogen fortsetzen und letztlich auch mit einer Minute Vorsprung gewinnen – einen neuen Streckenrekord, für den immerhin 250 Euro Prämie ausgesetzt waren, verpasste er aber um wenige Sekunden. An einer abschüssigen Stelle sei er sofort weggerutscht, habe keine Chance gehabt, berichtete Miereczko im Ziel.
Schnellster Oberberger wurde Moritz Flader aus Gummersbach
Den Sieg über zehn Kilometer holte sich Tobias Lautwein aus Wenden vor Moritz Becker vom Team 7G Runery aus Bad Honnef und Jannik Farnschläder vom TuS Deuz aus Netphen. Auch das Siegertrio diskutierte nach dem Zieleinlauf vor allem den aufgeweichten Boden. Gewinner Lautwein hatte auf extra grobe Stollen gesetzt. „Letztlich war der Matsch aber so tief, dass ich auch damit eingesunken bin“, verriet der 39-Jährige. Schnellster Oberberger war Moritz Flader von der LG Gummersbach auf Rang acht.
Bei den Frauen war Verena Köster, Kölnerin und 31 Jahre alt, bei ihrer dritten und rasantesten Teilnahme bei „Meerhardt Extreme“ nicht zu schlagen. Für Sara Veith wurde die Uhr nach 50 Minuten und 44 Sekunden angehalten, das bedeutete für die Gummersbacherin den zweiten Platz. Für mindestens zwei Läufer endete die Teilnahme am Samstagnachmittag im Rettungswagen des Roten Kreuzes, der die Sportler ins Krankenhaus brachte. In einem Fall wurde ein ausgekugeltes Schultergelenk nach einem Ausrutscher vermutet.
Die schnellsten Frauen und Männer 2026:
10 Kilometer Crosslauf, Frauen: 1. Verena Köster (TriCologne) 49:25 Minuten, 2. Sara Veith (LG Gummersbach) 50:44, 3. Petra Henkel (Runnergy.de) 51:29; Männer: 1. Tobias Lautwein (Runnergy.de) 38:29, 2. Moritz Becker (7 G Runergy) 39:08, 3. Jannik Farnschläder (TuS Deuz) 40:35.
5 Kilometer Crosslauf, Frauen: 1. Klara Frackenpohl 31:40 Minuten, 2. Lia Pollmann 31:44, 3. Alina Schneevogt 33:51; Männer: 1. Maciek Miereczko (LG Donatus Erftstadt) 19:45, 2. Kilian Cremer (SC Frettler) 20:45, 3. Pascale Pauke (TuS Deuz) 24:34.
7,5 Kilometer Nordic Walking, Frauen: 1. Heike Müller (Volksbank Oberberg) 1:20:08 Stunden; Männer: 1. Holger Ahrens (LG Gummersbach) 55:28 Minuten, 2. Patric Rötzel (TSV Dieringhausen) 57:25, 3. Wolfgang Cieplik (Unitechnik) 1:00:32.

