Etliche tausend Jecke säumen den Zochweg in Lindlar. Insgesamt 43 Gruppen und 17 Festwagen zogen durch den Ort.
KarnevalszugEine rollende Kamellebud und eine Großbaustelle zogen am Sonntag durch Lindlar

Die Jecken in Lindlar strahlten beim Zug am Sonntag mit der Sonne um die Wette.
Copyright: Dennis Börsch
Gleich hinter Michael Krause und seinem Trecker mit der Aufschrift „D'r Zoch kütt“, der endgültig klar macht, was gerade in Lindlar abgeht, und Zugleiter Oliver Knauf kommt schon ein Höhepunkt des Lindlarer Karnevalszugs: das Kinderprinzenpaar Anton und Luise. Beide strahlen um die Wette, ist doch die Fahrt auf dem Prunkwagen an diesem Sonntag der Höhepunkt ihrer Session. Bei vielen Auftritten hat das erste Kinderprinzenpaar der Gemeinde unter der Obhut des Komitees Lenkelner Karneval den Jecken viel Freude bereitet. Natürlich ist auch das Schmölzjen mit dabei. Es regnet jede Menge Kamelle und das ein oder andere Strüßje.
Seit vielen Jahren fester Bestandteil des Zochs ist die Sambatruppe „Sambaloco“, die den Jecken am Wegesrand mit heißen Rhythmen ordentlich einheizt und für viel Bewegung am Zugweg sorgt.

Insgesamt 43 Gruppen und 17 Festwagen waren beim Lindlarer Karnevalszug dabei.
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Unter anderem Piraten eroberten am Sonntag Lindlar.
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Die Lenkelner Piraten ziehen mit ihrem großen Schiff und einer Fußgruppe durch den Ortskern, in der Bugwelle folgt der Elferrat der KG Rot-Weiß Lindlar, mit Bürgermeister Sven Engelmann, der reichlich Kamelle schmeißt. Als Bürgermeister kann er angesichts der Haushaltssperre zurzeit alles andere als freigiebig sein.
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Für Toleranz und Miteinander werben die bunten Zochvögel, ein Freundeskreis von rund 30 Personen, die einige Bollerwagen mitziehen. Sie sind zum zweiten Mal dabei und genießen die Stimmung, für die einige tausend Jecke am Wegesrand sorgen. Zu Beginn des Zuges ist es noch sonnig, aber sehr kalt. Mit Tanzen, Schunkeln und Singen halten sich die Jecken warm und bejubeln die bunte Fußgruppe der Linder, die für ihr Kirchdorf werben und die ehrenamtlichen Gruppen repräsentieren. Ihr Motto: „Mer dun et för Linde!

In Lindlar wurde sich warmgeschunkelt.
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Insgesamt 43 Gruppen und 17 Festwagen waren beim Lindlarer Karnevalszug dabei.
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Einen Traum hat sich Regina Polkow mit der Gruppe jeck und bunt erfüllt. Sie feiert auf dem Zoch ihre Party zum 40. Geburtstag. Bunt sind auch die „Krähen op d'r Hüh“ aus Schmitzhöhe, die in diesem Jahr einen eigenen Wagen haben. Die KG Rot-Weiß, die den Zoch veranstaltet, ist auch mit einer Fußgruppe und der Jugendabteilung unterwegs. Ordentlich was auf die Ohren gibt es es musikalisch vom Wagen der Gruppe „Wann Orsen“. Ein Abstecher in die Nachbarkommune macht die Landjugend Engelskirchen. Die Lang AG ist als Zirkustruppe unterwegs und Firmenchef Tobias Lang unterhält mit einer Jonglage. Fenker Freunde, Berjische Pänz und Kürtener Knallköpp lassen es ebenfalls ordentlich krachen.
Die Bergischen Pänz bringen den wilden Dschungel mit, die Knallköpp sind mit dem Schiff unterwegs. Die Lindlarer Hauptschule setzt sich für Artenvielfalt ein und die Mädels vom Land haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Ihr Wagen ist als rollende Kamellebud liebevoll mit Süßkram gestaltet und die Truppe ist in Pink gekleidet – ein echter Hingucker.

Eine der vielen bunt kostümierten Gruppen waren die Mädels vom Lande, die als Kamelle durch Lindlar zogen.
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Von den Wagen wurde kräftig Kamelle geschmissen.
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Nicht weniger aufwendig haben die „Jecke Fetze“ ihren Wagen gestaltet, sie haben ihn in eine Goldmine verwandelt und sprengen das Edelmetall aus den Felsen, das wird lautstark gefeiert. Party ist auch bei den „Bergischen Suffböcken“ angesagt, sie haben ihren Wagen in eine fahrende Baustelle mit Kran verwandelt. Die Sünger Butzen und Horjasser Jecker freuen sich, nach ihrem eigenen Zoch am Samstag jetzt in Lindlar mitzufahren.
„De Mucher Buurepenz“ sind wieder mit von der Partie und der TSC Lindlar und der TuS Lindlar mit großen Abordnungen dabei. Der Vorstand der KG Rot-Weiß schmeißt Kamelle ohne Ende und nach knapp zwei Stunden kommt der Höhepunkt: das Damendreigestirn mit Prinz Sandra, Bauer Manu und Jungfrau Gabi. Schon vor dem Start des Zuges waren die drei total aufgeregt. Sie habe schon am Morgen ein paar Tränen verdrückt – aus Wehmut, weil die Session so gut wie vorbei ist, aber auch aus Freude, verrät Jungfrau Gabi. Strahlend fahren die drei schließlich durch die jubelnde Menge und genießen den Höhepunkt einer für sie besonderen Session.
Viel zu schnell ist der närrische Lindwurm mit 43 Gruppen durch den Ort gezogen. Die Prämierung der schönsten Wagen und Gruppen ist diesmal die Aufgabe von Alexander Besgen von der Steinhauergilde, Verena Schneider, Leiterin der Kreissparkassenfiliale Lindlar, und Herbert Schmitz, dem aktuellen Bessemsbenger-Ordensträger.

