Im Naturerlebnispark Panarbora in Waldbröl begeistert die Klemmbaustein-Ausstellung mit Riesenrad, Achterbahnen und Workshops.
AusstellungWaldbröl zeigt in Panarbora die größte Klemmbaustein-Kirmes Deutschlands

Die größte zusammenhängende Klemmbaustein-Kirmes Deutschlands wurde in Waldbröl aufgebaut.
Copyright: Kupper
Man meint, den Duft von gebrannten Mandeln in der Nase zu haben. Zu den Attraktionen der Kirmes zählen das Riesenrad „Bellevue“ sowie Fahrgeschäfte wie „Calypso“, „Flying Circus“ und „Ikarus“. Die vierte Auflage der Klemmbaustein-Ausstellung im Waldbröler Naturerlebnispark Panarbora bringt nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Kevin Deppe, Park- und Herbergsleiter von Panarbora, sagt in der Begrüßung am Freitagnachmittag: „Es sind die motorisierten Modelle, die vielen Figuren und die blinkenden LEDs, die die Ausstellung so besonders machen.“
Jahrmarktslandschaft im Miniaturformat
Nach den Themen „Eisenbahn“ und „Autobahn“ in den vergangenen beiden Jahren kehren die elf Klötzchen-Schausteller aus ganz Deutschland zu ihren Wurzeln von 2023 zurück und zeigen auf rund 30 Metern Länge eine Jahrmarktslandschaft in all ihren Facetten – die größte zusammenhängende Klemmbaustein-Kirmes Deutschlands. Der Ausdruck „Lego“ ist urheberlich streng geschützt und darf nicht verwendet werden. Der Begriff „Klemmbaustein“ sei etwas sperrig, sagt Ausstellungsorganisator Werner Nowotny aus Kevelaer am Niederrhein. Doch habe er sich etabliert – auch weil die Bastler auch andere Marken verwenden.
„Wie kommt man als erwachsener Mensch dazu, sich mit Klemmbausteinen zu beschäftigen?“, fragt Nowotny in die Runde. Und dann auch noch eine Kirmes zu bauen? Er selbst sei in einem kleinen Dorf bei Aachen aufgewachsen, wo er von seinem Zimmerfenster aus den Blick auf einen tristen Schulhof hatte: „Aber einmal im Jahr war dort eine bunte Kirmes, und die habe ich dann begonnen nachzubauen.“
Alles zum Thema Bergisches Land
3D-Druck und innovative Bautechniken in der Modellbauszene
Auffällig sind die beiden detailgetreu im Maßstab 1:43 nachgebauten Achterbahnen „Feuer und Eis“ und „Rock ‚n‘ Roller Coaster“. Ein weiteres Highlight ist der „Breakdancer“ von Jens Bernstein aus Dortmund, der zum Markenzeichen der Waldbröler Kirmes geworden ist.
Nowotny betont, dass es aber nicht nur um das Anschauen geht. Interaktion und Teilnahme seien ausdrücklich erwünscht. Mit den Kindern will er etwa bunte Clowns nachbauen, denen Zuckerwatte aus den Ohren quillt: „Mein Ziel ist, dass die Kinder weg von den Handys kommen und Spaß daran zu haben, mit den Händen aktiv und kreativ zu spielen.“ Zudem wird Angelique von der Klemmbaustein-Bauwerkstatt unter dem Motto „Mit Klemmbausteinen viel Spaß“ auch in diesem Jahr wieder Workshops und Spiele für Kinder anbieten.
Tourismus-Highlight für Oberberg
Während er für den Clown eine Bauzeit von 20 bis 30 Minuten ansetzt, könne es bei einem beweglichen Karussell, das mit den originalen Lichteffekten ausgestattet ist, auch schon mal ein halbes Jahr dauern, sagt Nowotny. Viel Zeit beanspruche die Suche nach den passenden Bauteilen: „Wenn ein benötigtes Teil in einem Baggerbausatz enthalten ist, kann ich für mein Karussell ja keine 30 Bagger kaufen.“ Derart aufwendige Konstruktionen werden vor dem Transport in Baugruppen zerlegt und für die Ausstellung wieder zusammengesteckt. Der eigentliche Aufbau der Kirmeslandschaft hat am Donnerstagvormittag begonnen.
„Unter den Modellbauenden haben wir einen besonderen Status“, berichtet Nowotny. „Wir beschreiten innovative Wege: Kleben und Schneiden von Bausteinen und andere unkonventionelle Bautechniken sind für uns legitime Mittel, um Visionen umzusetzen. Inzwischen gehört auch 3D-Druck dazu. Unser Team versteht sich als Punk-Rocker der Szene.“
Als Aussteller erstmals dabei ist der siebenjährige Jannis aus Waldbröl: „Bald werde ich schon acht.“ Klemmbausteine haben ihn schon immer fasziniert, anfangs waren es die größeren Duplos. Mitgebracht hat er einen Flughafen und – sehr zur Freude von Bürgermeisterin Larissa Weber – ein Rathaus. Und einen Mini-Van mit Windrad auf dem Dach: „Der fährt elektrisch.“
Gabi Wilhelm von „Das Bergische“ schwärmt: „Panarbora erfindet sich immer wieder neu.“ Naturerlebnis und Events seien hier kein Widerspruch: „Das ist eine echte Imageverstärkung für die Region.
Zwei Tage lang
Die Ausstellung findet im Tagungszentrum von Panarbora statt, Nutscheidstraße 1. Sie ist am Samstag von 10 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass erfolgt eine Stunde vor Schließung. Der Eintritt kostet 5 Euro, für Jahreskarteninhaber ist er gratis.

