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BarrierefreiheitProjekt „Wiehl enthindert“ hatte zu einem inklusiven Aktionstag eingeladen

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Protesttag Gleichstellung, Wiehl, Andreas (v.l.) und Maria Lamsfuß, Pauline Schramm und Astrid Wollenweber

Protesttag Gleichstellung, Wiehl, Andreas (v.l.) und Maria Lamsfuß, Pauline Schramm und Astrid Wollenweber

Im Mittelpunkt der Veranstaltung in Wiehl standen Sichtbarkeit, Austausch und Mitgestaltung.

„Menschenrechte sind nicht verhandelbar – und Teilhabe ist ein Menschenrecht“ – so lautete das Motto am Samstag beim „Treffpunkt Inklusion“ im Wiehler Stadtzentrum. Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hatte das Projekt „Wiehl enthindert“ der Lebenspfade Oberberg zu einem inklusiven Aktionstag eingeladen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Sichtbarkeit, Austausch und Mitgestaltung. Sie umfasste als zentrale Elemente eine Plakataktion zum Thema „Sichtbar sein“, die Präsentation der Skulptur „Du-Ich-Wir“, eine Mitmach-Kunstaktion sowie den Markt der Möglichkeiten „Gemeinsam enthindern“.

Gesunden fällt Vieles einfach nicht auf.
Pauline Schramm aus Wiehl ist auf den Rollstuhl angewiesen

Die beiden Projektkoordinatorinnen Maria Lamsfuß und Astrid Wollenweber schilderten als Ziel der Veranstaltung, dass sie die Herausforderungen für Menschen mit Einschränkungen öffentlich sichtbar machen wollen. Zudem möchten sie das Bewusstsein für Inklusion stärken und zu einer aktiven Mitgestaltung einladen. „Uns war wichtig, diese Aktion gemeinsam zu gestalten“, erklärte Lamsfuß. So hatten sich insgesamt zehn Organisationen und Projekte, von der ADHS-Selbsthilfegruppe über den „Leseclub für Alle“ bis zum Team Asyl daran beteiligt.

Die Wiehlerin Pauline Schramm etwa ist auf den Rollstuhl angewiesen. Sie erläuterte am Aktionstag ihre Tätigkeit als Barrierecheckerin im Rahmen des Projektes „Wiehl enthindert“ und betonte, dass es für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sehr wichtig sei, sich selbstständig zurechtzufinden und nicht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Das betreffe nicht nur Menschen im Rollstuhl, sondern auch solche mit Seheinschränkungen oder Blinde: „Gesunden fällt Vieles einfach nicht auf.“ Daher würden in lockerer Folge die unterschiedlichsten Bereiche in der Stadt Wiehl auf Barrierefreiheit geprüft und Verbesserungen vorgeschlagen.

An mehreren Stellwänden wurde die Ausstellung „Sichtbar sein“ präsentiert. In den Monaten zuvor hatten sich Menschen aus der Region auf die „Bank gegen Ausgrenzung“ gesetzt und ihr persönliches Statement zum Thema Ausgrenzung abgegeben. Die Ausstellung wird zukünftig auf Tour gehen, um eine noch breitere Öffentlichkeitswirkung zu erreichen.

Das Spannungsfeld zwischen Ausgrenzung und Inklusion zeigte auch der Gummersbacher Bildhauer Roland Glatz-Wieczorek mit seiner Skulptur „Du-ich-Wir“. Er erläuterte, dass er diese aus einem Berghausener Eichenstamm von etwa 1,4 Metern Durchmesser herausgearbeitet habe. Daneben hatte er die Besucher eingeladen, ihre eigene Kunst aus farbigen Drähten zu gestalten. Die so entstandenen Werke wurden im Anschluss in die Platanen vor dem Treffpunkt Inklusion gehängt.