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FeuerwehrWiehler Wehrführer kritisiert Aufwand bei der Unterhaltung der zweiten Drehleiter

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Feuerwehrchef Jens Schmidt (2.v.l.), hier bei der Fahrzeugübergabe vor einer Woche, wäre mit einer einzigen Drehleiter zufrieden.

Feuerwehrchef Jens Schmidt (2.v.l.), hier bei der Fahrzeugübergabe vor einer Woche, wäre mit einer einzigen Drehleiter zufrieden.

Auf das neue Drehleiterfahrzeug hätte die Wiehler Feuerwehr gern verzichtet.

Eine moderne technische Ausstattung gilt normalerweise als wichtiges Zugeständnis an das ehrenamtliche Engagement bei der Feuerwehr. Auf das neue Drehleiterfahrzeug hätte die Wiehler Feuerwehr aber gern verzichtet. Wehrführer Jens Schmidt hat am Donnerstag eine Vorstellrunde im neuen Fachausschuss für Umwelt, öffentliche Sicherheit und Ordnung für Kritik an dieser Anschaffung genutzt.

„Der Betrieb der Drehleiter ist mit einem exorbitanten Aufwand bei der Ausbildung und Wartung verbunden“, erläuterte Schmidt. Die Feuerwehr wäre damit zufrieden gewesen, wenn sie auch weiterhin wie seit den 70er Jahren mit einem einzigen derartigen Fahrzeug ausgestattet geblieben wäre.

Das neue Fahrzeug habe man im Drabenderhöher Gerätehaus untergebracht, das dafür aber viel zu klein ist. Die Vorschriften der Unfallverhütung seien darum nicht einzuhalten, zudem sei die Ausfahrt auf die Drabenderhöher Straße nicht ungefährlich, weil der ausladende Leiterkorb die Sicht behindert. Schmidt sieht darum „erheblichen Handlungsbedarf“ und fordert eine schnelle Realisierung des geplanten Feuerwachenneubaus am östlichen Dorfrand.

Dass im Brandschutzbedarfsplan für die Stadt Wiehl überhaupt solch ein Fahrzeug vorgesehen ist, ergebe sich aus dem Baurecht, sagte Schmidt. Steckleitern reichten nur bis in eine Höhe von sieben Metern. Für höhere Gebäude müsse die Feuerwehr eine Drehleiter vorhalten, um einen zweiten Rettungsweg zu gewährleisten. Im Bereich Wiehl/Oberwiehl gebe es mehr als 80 Häuser dieser Größe, in Drabenderhöhe am anderen Ende der Stadt weitere 30. Die flächendeckende Einhaltung der gesetzlichen Hilfsfristen sei nur von zwei Standorten aus möglich.

Die Investition der Stadt Wiehl für das aufwendig ausgestattete Fahrzeug beläuft sich auf 2,15 Millionen Euro.