Der Kreis informierte oberbergische Umweltpolitiker über Neuigkeiten. Fakt ist: Gerichtlich endgültig entschieden ist das Thema noch nicht.
Elf Jahre danachGülle-Katastrophe an der Neye beschäftigt noch immer die Gerichte

Ökologisch tot: Mehrere hundert Kubikmeter Gülle wurden am Abend des 7. September 2024 in einem Nebenarm der Neyetalsperre entdeckt. Im März 2015 waren es geschätzte 1,7 Millionen Liter.
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Um für einen erneuten Gülle-Unfall an der Neyetalsperre gewappnet zu sein, setzt der Wupperverband auf spezielle Messtechnik. Die Wasserexperten haben einen Sensor im Neyebach installiert, der permanent die elektrische Leitfähigkeit des Wassers untersucht. Mischt sich salzhaltige Gülle in das Wasser, fließt der Strom merklich besser – und der Sensor schlägt Alarm. Im besten Fall können so bereits Zuflüsse geschlossen und weitere Schutzmaßnahmen getroffen werden, bevor das Wasser-Gülle-Gemisch die Talsperre erreicht.
Kontrolle im 14-Tage-Rhythmus
Auch elf Jahre nach dem großen und anderthalb Jahre nach dem letzten Gülle-Unfall nahe der Neye im September 2024 beschäftigen sich Behörden und Gerichte weiter mit den Folgen der Verunreinigung, das wurde in dieser Woche im oberbergischen Umweltausschuss deutlich. Dort brachte die Kreisverwaltung die Politik auf den neuesten Stand. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Märkischen Kreis berichtete Dezernent Frank Herhaus, dass die Verwaltung den Hof in Halver nach wie vor alle 14 Tage kontrolliere.
Zuletzt musste der Landwirt das Havariebecken, einen etwa 35 Meter langen Erdwall unterhalb der Hoffläche, der als Barriere für verunreinigtes Oberflächenwasser dient und durch starken Regen beschädigt wurde, auf Anordnung des Märkischen Kreises reparieren lassen. Auf Nachfrage bestätigt das Kreishaus in Lüdenscheid auch, dass im vergangenen Jahr sämtliche Güllebehälter auf dem Gelände noch einmal von einem Sachverständigen in Augenschein genommen wurden.
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Weder der Vorfall aus 2015 noch der aus 2024 sind bis dato juristisch abgeschlossen.
Zudem wurden durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima jüngst wieder Proben aus dem Wasser der Neyetalsperre und ihrer Zuflüsse genommen. Ein Ergebnis gibt es noch nicht – die Werte sollen aber in den Abschlussbericht zum Vorfall von 2024 einfließen. Diesen erwartet der Wupperverband im Sommer.
Der Märkische Kreis betont zudem: „Weder der Vorfall aus 2015 noch der aus 2024 sind bis dato juristisch abgeschlossen.“ Details will das Kreishaus nicht nennen. Dem Vernehmen nach wehrt sich der Landwirt weiter gegen Verfügungen des Kreises, die Verfahren sollen inzwischen beim Oberverwaltungsgericht in Münster liegen.

