Entgasung und Entwässerung würden die Kosten für einen Kunstrasenplatz von 2,5 auf 3,6 Millionen Euro erhöhen. Stadt plant günstigere Lösung.
SportplatzsanierungDeponie unter Ascheplatz am Stadion in Bergisch Gladbach verteuert Pläne

Weil sich unter dem alten Ascheplatz am Stadion an der Paffrather Straße eine ehemalige Deponie befindet, wird aus den Kunstrasenplänen nichts.
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Der alte Ascheplatz am Stadion Paffrather Straße kann nicht wie geplant zu einem neuen Kunstrasenspielfeld plus multifunktionaler Spielfläche umgebaut werden. Der Grund: Die Kosten würden explodieren: von 2,5 auf 3,6 Millionen Euro. Es gilt aber weiterhin die Zusage, dass der Platz zu einer allgemein zugänglichen Fläche umgebaut werden soll. Zum Leidwesen des Stadtsportverbandes gibt es dafür keine verbindliche zeitliche Perspektive.
Ein Jahr ist es jetzt her, dass der Stadtrat den Beschluss fasste, aus dem bislang als Parkplatz genutzten Ascheplatz an der Paffrather Straße einen normgerechten Kunstrasen- Fußballplatz zu machen. Darüber hinaus sollte die in die Jahre gekommene Sportanlage, es ist die größte in der Stadt, insgesamt saniert werden.
Im Untergrund befindet sich eine ehemalige Deponie
Bei den Planungen für das Kunstrasenspielfeld gemäß des Ratsbeschlusses habe sich jedoch herausgestellt, dass die Realisierung mit vielen Schwierigkeiten verbunden sei. Inzwischen ist zwar die mit Schadstoffen belastete rote Kieselerde abgetragen. „Die Probleme liegen im Untergrund“, berichtet der zuständige Dezernent Stephan Dekker am Donnerstagabend in der Sitzung des Sport- und Kulturausschusses.
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Dort befinde sich eine ehemalige Deponie. „Deshalb müsste eine Entgasungs- und Entwässerungsanlage eingebaut werden“, so Dekker. Eine erste Kostenschätzung des beauftragten Fachplaners habe ergeben, dass die Umsetzung der Maßnahme sich auf 3,6 Millionen Euro belaufen würde. „Das ist zu viel“, stellt Dekker fest. Für den Haushalt 2026 seien insgesamt für die Maßnahme 2,5 Millionen Euro angemeldet worden.
Die abgespeckte Variante verzichtet auf den Kunstrasenplatz
Deshalb präsentierte die Verwaltung eine neue, wirtschaftliche Variante für etwa zwei Millionen Euro: Dabei wird auf einen großen Kunstrasenplatz verzichtet. Stattdessen wird ein verkleinertes Feld in der Größe 45 Meter mal 90 Meter auf einem unterhalb liegenden Nebenplatz gebaut. „Die Abmessungen entsprechen aber immer noch den Vorgaben des Deutschen Fußballbundes“, betont Dekker. Ein Pflichtspielbetrieb könne also abgebildet werden, sogar für Erwachsene.
Der alte Tennenplatz soll im vorderen Teil mit einer Schotterschicht abgedeckt werden, so dass er befahrbar und bei Sportveranstaltungen wieder als Parkplatz genutzt werden könne. Sportarten ohne Fallschutz seien dort möglich. Als Beispiele nennt die Stadt Parcour, Dirtbike, Jumpbike oder Bogenschießen.
Stadtsportverband sorgt sich um Realisierung der Freizeitanlage
Die hintere Fläche solle sukzessive zu einer öffentlich zugänglichen Freizeitanlage umgebaut werden. Die Umsetzung müsse nicht sofort erfolgen. In Form von „Insellösungen“ könnten die sportiven Angebote nach und nach in den nächsten Haushaltsjahren entstehen.
Da klingeln bei Dettlef Rockenberg, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, alle Alarmglocken: „Meine Sorge ist, dass nach dem Bau des Kunstrasenplatzes aufgrund von Kostensteigerungen gar kein Geld mehr für die Freizeitanlage da ist.“ Deshalb schlägt er vor, dass die rund 450.000 Euro, die von den ursprünglich beschlossenen 2,5 Millionen Euro noch zur Verfügung stehen, gleichzeitig in die Freizeitangebote investiert werden.
Die Sportanlage mit Basketballplatz soll aufgewertet werden
Aber Rockenberg muss sich mit der Versicherung der Verwaltung zufrieden geben, dass alle im Ratsbeschluss versprochenen Aufwertungen der Sportanlagen umgesetzt würden. Dazu gehören auch die Sanierung des bestehenden Basketballplatzes und der Weitsprunganlage. „Da bin ich mal Optimist und hoffe, dass es mit der Schotterfläche schnell vorangeht“, gibt er der Verwaltung einen Vertrauensvorschuss.
Die Ausschussmitglieder stimmen dem Gesamtpaket einstimmig zu. Eine echte Wahl hatten sie auch nicht. „Keiner von uns will den teuersten Kunstrasenplatz in ganz Deutschland entwickeln“, sagt Robert Martin Kraus (CDU).

