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ParkenGladbacher berichten über Probleme mit den neuen Automaten

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Das Foto zeigt einen Parkscheinautomaten in Bergisch Gladbach

In Bergisch Gladbach gibt es neue Parkscheinautomaten

Manchmal erkennen die neuen Parkscheinautomaten in Bergisch Gladbach die Bankkarten nicht.

Nichts geht mehr am Parkscheinautomaten in Refrath-Mitte. Die Karte wird nicht akzeptiert vom Chipleser. Zweiter Versuch. Wieder nichts, obwohl die Karte ganz nah an den Sensor gehalten wird. Dritter Versuch, auch nichts. Die Unruhe steigt, ein Arzttermin rückt näher. Was tun? Einfach ohne Parkschein los?

Das Gratisticket für 15 Minuten wird gezogen, mit dem handschriftlichen Hinweis „EC-Karte wurde abgelehnt“ ergänzt. Das sollte doch reichen bei einer Kontrolle, denkt sich der Autofahrer. Falsch gedacht. Nach dem Arztbesuch, der länger als 15 Minuten dauert, klemmt ein freundlicher Gruß der Verwaltung an den Scheibenwischern. 20 Euro Verwarngeld sind zu zahlen. Zwei Wochen später, wieder in Refrath.

Bankkarte nicht angenommen

Der Automat verweigert sich der Bankkarte erneut, wieder ohne Begründung. Und natürlich kommt auch diesmal ein Mitarbeitender des Ordnungsamtes vorbei und erteilt erneut ein Verwarngeld. Zweimal Parken, 40 Euro Verwarngeld. Was ist da los mit den neuen Parkautomaten? Einkaufen mit Karte, bezahlen mit Karte, das ist Alltag für die meisten.

Die Bankkarte ist im Portemonnaie, an der Kasse wird sie vor einen Kartenleser gehalten oder kurz in das Gerät geschoben. Pin eingeben, oder auch nicht, und schon ist die Rechnung bezahlt. Das ist die neue digitale Welt. An den öffentlichen Parkautomaten im Gladbacher Stadtgebiet soll das Zahlen auch ganz bequem gehen, das ist die Vorstellung der Verwaltung. Bezahlen mit Karte: Aktuell ist dies die bevorzugte Methode, nach der jüngsten Automatenumstellung.

15 Beschwerden bei der Stadt

Das klimpernde Münzgeld wird jetzt nicht mehr angenommen, sämtliche Automaten sind umgerüstet oder ausgetauscht worden. Einen Hinweis, was bei einer Ablehnung zu tun ist, gibt es nicht. „Die Automaten funktionieren und buchen täglich Umsätze. Nur sehr selten kommt es zu Beschwerden über unsere Automaten, in den drei Monaten seit Umstellung circa 15 Beschwerden“ , erklärt Patrick Ortmanns, Sprecher der Bergisch Gladbacher Verwaltung.

Ganz überwiegend also funktioniert das neue System. Flächendeckend seien die Automaten mit dem Kartenleser „Epsum A1000“ ausgestattet. Dieser akzeptiere alle kontaktlosen Kredit- und Debitkarten der Marken Master, Maestro und Visa und auch Apple Pay und Google Pay, sofern diese über eine Master- oder Visakarte abgedeckt seien. Auch seitens der Zahlungsabwicklung seien alle gängigen Karten dabei.

Diese Liste ist lang: Visa, Visa Electron, V Pay, Mastercard, Maestro, Diners Club, Union Pay, JCB und Alipay. Nur American Express nicht, weil dies einen besonderen Vertrag vorausgesetzt hätte und dazu kein Angebot gemacht worden sei. Der Sprecher schildert dann auch Szenarien, bei denen eine Karte abgelehnt werden könnte. Es könne sein, dass der Bankkunde ein Bezahllimit festgesetzt hat, bis zu der man kontaktlos zahlen könne. Bei höheren Summe akzeptiere die Karte dies nicht.

Limit höher setzen

Dieses Limit könne gegebenenfalls höher gesetzt und angepasst werden. In einigen Fällen, schildert der Sprecher, sei ab einer bestimmten Bezahlsumme auch eine obligatorische Eingabe der PIN-Nummer erforderlich. Darauf sind die Bergisch Gladbacher Parkautomaten aber nicht eingestellt: Sie verfügen über kein Tastenfeld, mit der die meist vierstelligen Zahlenkombinationen eingegeben werden könnten.

Kein Tastenfeld, keine PIN, und schlussendlich kein Parkticket. Es könne noch eine weitere Situation eintreten, bei der der Kunde kein Parkticket erhalte: wenn die Bankkarte beim Bezahlvorgang zu schnell vom Automaten gelöst werde. Die Bankkarte dürfe erst dann entfernt werden, wenn im Bedienfeld die Aufforderung dazu erfolgt sei. „Erst dann wird die Transaktion durchgeführt“, schildert der Verwaltungssprecher. Und die Bankkarte müsse auch freigeschaltet sein für das kontaktlose Bezahlen.

Wenn es mit der Karte nicht klappt: Parktickets gibt es auch über verschiedene Park-Apps (via Smartphone) und über die „Plustickets“ aus dem Bürgerbüro.