Die zu Jahresbeginn neu eingeführten Plustickets für das Parken auf städtischen Parkplätzen führen ein Nischendasein.
ParkenPlustickets werden in Bergisch Gladbach kaum nach

Ein Parkscheinautomat im Stadtteil Bensberg
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Die Plus-Tickets, die die Stadt Bergisch Gladbach als neue Bezahlmöglichkeit für das Parken auf öffentlichen Parkplätzen eingerichtet hat, hängen ein bisschen hinterher. Man könnte auch sagen: Sie werden kaum nachgefragt und tendieren in Richtung „Ladenhüter“.
Seit Einführung zu Jahresbeginn registrierte die Stadt den Verkauf von 4329 Plus-Tickets über die Bürgerbüros, mit einem Wert von 4602,50 Euro. Das ergibt im Vergleich mit den Einnahmen aus Kartenzahlung, Handytickets und Monatskarten einen Anteil von etwa 1,25 Prozent.
Mehrere Varianten
Am beliebtesten waren dabei bislang die Tickets über eine Stunde Parkzeit in der Parkzone 2, davon gingen1320 Stück über die Tresen der Bürgerbüros. In der Parkzone 1 folgen 1111 Tickets für das Parken über eine Stunde. 20 Minuten-Tickets in Zone 1 wurden 865 Mal verkauft, für 30 Minute in Zone 2908 Stück.
Das Tagesticket, nur für Zone 2 möglich, wurde seit Jahresbeginn 125 Mal nachgefragt. Die Verkaufszahlen des Plus-Tickets seien in den vergangenen Wochen stark gesunken, berichtet Sprecher Patrick Ortmanns nach Erkundigung in der Fachabteilung.
Rückgang der Zahlen
„Allgemein lässt sich feststellen, dass der Verkauf von anfänglich über 200 Tickets für Plustickets in der Woche auf unter 50 zurückgegangen ist.“ Eine Erklärung dafür könnte sein, dass sich die Gladbacherinnen und Gladbacher zu Jahresbeginn gut eingedeckt haben mit den neuen Bezahlkärtchen und nicht für jeden Parkvorgang einzelne Tickets in den Bürgerbüros kaufen möchten. Die vorhandenen Tickets könnten dann bei Bedarf eingesetzt werden.
Interessant: Auch das für manchen umständlich erscheinende Parken mit den Apps der Parkanbieter auf dem Smartphone wird deutlich stärker angenommen als die Plus-Tickets. Hier registrierte die Stadt seit Jahresanfang Einnahmen von 97.829,08 Euro Das entspricht bei den Entgelten einem Anteil von knapp 27 Prozent. Die Zahlen beim Handyparken seien in den vergangenen Wochen stetig gestiegen, berichtet der Sprecher.
Handy-Bezahlung wird beliebter
Es sei eine Tendenz weg vom Bezahlen am Parkautomaten hin zu zur Handy-Bezahlung festzustellen – dabei muss man die Anwendung der entsprechenden Anbieter auf sein Handy laden. Die weitere Handhabung vor Ort ist (sofern man über ein Handy verfügt oder überhaupt eines hat) ist dann recht einfach, die Anwendung erkennt selbstständig, auf welchem Parkplatz das Auto abgestellt wurde. Diese Funktion muss der Nutzer über die App erlauben. Platzhirsch ist aber das Parken mit der eigenen Bankkarte.
Diese Möglichkeit wurde nach dem Aus für das Münzgeldparken zum Jahresbeginn neu eingeführt. Knapp 66 Prozent aller Einnahmen generiert die Stadt aktuell über den Bezahlvorgang mit Karte, die Einnahmen belaufen sich bislang auf 238.463 Euro. Für die meisten Autofahrer ist die Nutzung der Karte offenbar die praktischste und schnellste Variante. Nach dem Parkvorgang reicht es aus, die Karte an das Lesegerät des Automaten zu halten. Zurück zu den Plus-Tickets.
Besuch im Bürgerbüro
Hier müssen die Kunden im Bürgerbüro vor dem Kauf genau wissen, ob sie in Parkzone 1 (teurere Parkplätze in der City) oder in Parkzone 2 (günstigere Parkplätze außerhalb) parken. Um ein Verwechseln zu vermeiden, sind die Tickets farblich abgestuft. Gelbe und orangefarbene Kärtchen gibt es etwa für die Parkzone 1. Die Tickets müssen vorab ausgefüllt mit Datum und Ankunftszeit hinter die Windschutzscheibe gelegt werden. Der Parkschein ist nur einmal nutzbar und verliert seine Gültigkeit nach Ablauf der Parkzeit.
Wer später versucht die Daten auszuradieren, um das Ticket erneut zu gebrauchen, riskiert eine Strafanzeige wegen Betrugs. Jedes Ticket hat eine individuelle Seriennummer. Auch darüber ist die Nutzung nachprüfbar für Kontrolleure.

