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Großeinsatz in Bergisch GladbachSohn zündet nach Streit mit Vater Rauchbombe im Treppenhaus

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Feuerwehr und Polizei im Einsatz wegen Rauchentwicklung in Treppenhaus.

In der Nacht zum Dienstag kam es in Bergisch Gladbach zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. 

Ein eskalierter Streit zwischen Vater und Sohn hat in Bergisch Gladbach einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst.

Ein beißender Rauchgeruch, aufgeregte Bewohner an Fenstern und Balkonen und ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei: In der Nacht zu Dienstag (28.4.)   ist es in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Hauptstraße im Bergisch Gladbacher Stadtzentrum zu einem dramatischen Einsatz gekommen.

Teilweise machten sich Bewohner auf der Gebäuderückseite bemerkbar, weil sie ihre Wohnungen nicht mehr gefahrlos verlassen konnten.
Elmar Schneiders, Pressesprecher der Feuerwehr Bergisch Gladbach

Gegen Mitternacht ging der Alarm bei der Feuer- und Rettungsleitstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises ein. Als die ersten Kräfte eintrafen, war schnell klar, dass es sich nicht um einen Routineeinsatz handeln würde. Das Treppenhaus im dritten Obergeschoss war bereits massiv verraucht, mehrere Menschen saßen in ihren Wohnungen fest.

„Teilweise machten sich Bewohner auf der Gebäuderückseite bemerkbar, weil sie ihre Wohnungen nicht mehr gefahrlos verlassen konnten“, schilderte Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders die Lage. Für die Einsatzkräfte begann ein Wettlauf gegen die Zeit.

Streit zwischen Vater und Sohn eskaliert

Unter Atemschutz drangen Feuerwehrleute in das Gebäude vor und retteten zunächst vier Personen direkt aus dem verrauchten Treppenraum. Parallel wurde das Gebäude belüftet, um den giftigen Rauch aus dem Haus zu drücken. Erst danach konnten weitere Bewohner aus ihren Wohnungen ins Freie begleitet werden.

Insgesamt wurden zehn Menschen vor Ort vom Rettungsdienst untersucht und betreut. Rund 40 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Die Polizei sperrte die Umgebung weiträumig ab.

32-jähriger Sohn soll Rauchbombe gezündet und gegen Vater geworfen haben

Die Ursache für die Rauchentwicklung ist ebenso ungewöhnlich wie brisant: Eine Rauchbombe im Treppenhaus hatte eine Fußmatte entzündet und so den dichten Qualm verursacht. „Den bisherigen Ermittlungen zufolge war es zuvor in einer Wohnung zu einem Streit zwischen Vater und Sohn gekommen“, erklärte Polizeisprecher Christian Tholl.

Dabei soll der 32-jährige Sohn eine Rauchbombe gezündet und in Richtung seines 77-jährigen Vaters geworfen haben. Dieser trat den qualmenden Gegenstand nach eigenen Angaben weg – mit fatalen Folgen: Die Rauchbombe landete im Treppenhaus und setzte dort die Rauchentwicklung in Gang.

77-jähriger Vater erleidet leichter Verletzungen und muss ins krankenhaus

Der Vater erlitt leichte Verletzungen und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Ein größerer Brand entstand nicht, auch am Gebäude entstand kein nennenswerter Schaden.

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet. Gegen den tatverdächtigen Sohn wurde zudem ein 14-tägiges Rückkehrverbot verhängt.