Für Rhein-Berg hat die Kreispolizei die Jahresbilanz für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahl der Delikte ist gestiegen.
KriminalitätSo viele Straftaten wie noch nie in Rhein-Berg

Die Zahl der Delikte ist in Rhein-Berg im vergangenen Jahr auf einen Höchststand geklettert
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In den vergangenen Jahren kannten die Kriminalitätszahlen im Rheinisch-Bergischen Kreis nur eine Tendenz: die nach unten. Für das Jahr 2025 mussten Landrat Arne von Boetticher (CDU) und der Leiter der Direktion Kriminalität, Marc André Linden, auf der Jahrespressekonferenz der Kreispolizei von steigenden Fallzahlen berichten. Diebstahlsdelikte und Betrug: Das sind die Straftaten, die auf dem Vormarsch sind im Kreis. 14.823 Delikte in Summe ereigneten sich im vergangenen Jahr in den acht Kreiskommunen, eine Zunahme von 1226 Straftaten (plus 9,0 Prozent) und mehr als je zuvor.
Die Aufklärungsquote ging leicht von 57,0 auf 54,6 Prozent zurück. Andererseits kletterte die Zahl der aufgeklärten Straftaten in absoluten Zahlen mit 8033 auf einen Höchstwert für Rhein-Berg (2024:7750). Der Kreis bleibe trotz der Steigerung einer der sichersten im Land NRW, betonte Linden. Ein Trend sehe er in der Entwicklung nicht, der Kreis habe zuvor von einer Coronadelle profitiert.
Reaktion auf Anstieg
Gleichwohl bewerte die Kreispolizei fortlaufend die Situation und reagiere entsprechend. Die Menschen könnten sich hier weiterhin sicher fühlen, dies die Botschaft. Aus den Spitzenpositionen der sichersten Kreise rutschte Rhein-Berg aber heraus. Platz 13 von 47 vermeldete der Landrat in seine Bericht.
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Bei der Häufigkeitszahl, so die Mitteilung aus der Kreispolizeibehörde, liege man mit 5214 Punkten weiterhin sehr deutlich unter dem Landesmittel mit 7524. Anders als im NRW-Trend kletterte diese Quote (Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner) aber um 473 Punkte nach oben. In NRW ging sie um 261 zurück. Die Jahrespressekonferenz der Kreispolizei gibt immer auch Einblicke in die Ermittlungsarbeit der Beamtinnen und Beamten. Einer der Schwerpunkte, erläuterte Linden, sei schon im Jahr 2025 der Bereich der Betäubungsmittel gewesen. Schwerpunkteinsätze seien auch für dieses Jahr geplant.
Kölner Umfeld
Eine aktuelle Entwicklung spielt für die Beamtinnen und Beamten dabei eine Rolle: Aus der Nachbarstadt Köln seien Personen aus dem Umfeld der Drogenszene abgedrängt worden, dies betreffe insbesondere den Ebertplatz. Mit der S-Bahn-Linie 11 sei diese Personengruppe schnell in Bergisch Gladbach. „Es betrifft vor allem die Stadtmitte von Bergisch Gladbach“, sagte Linden.
Gerade bei sonnigem Wetter gebe es den Trend Richtung Gladbach. Die Polizisten wüssten um diesen Trend und würden entsprechend reagieren. Schwerpunktkontrollen werde es im laufenden Jahr immer wieder geben. Typisch seien in diesem Bereich der Kriminalität auch Fahrraddiebstähle. Dass dieses Delikt in der Stadt Bergisch Gladbach 2025 deutlich angestiegen sei (von 313 auf 435, plus 40 Prozent), passe zur Entwicklung.
Auf für einem für Linden erfreulich niedrigem Niveau ist im vergangenen Jahr die Zahl der Wohnungseinbrüche geblieben. 397 Fälle gab es, ein leichter Anstieg von 336 im Jahr 2024. Dabei seien die Einbrecher etwa in der Hälfte der Taten an den Schutzvorrichten gescheitert, aber auch diese versuchten Einbrüche seien für die Statistik Einbrüche.
Mehr Prävention
Hier zahle sich die Präventionsarbeit der Behörde aus. In 2025 habe es die Rekordzahl von 1197 Beratungen gegeben, betonte Linden. Schockanrufe und Enkeltrick: 39 Fälle registrierten die Ermittler. Eine „perfide Masche“, so Linden. Rund 764.000 Euro erbeuteten die Täter auf diese Weise, im Jahr zuvor waren es 1,2 Mio. Euro. Für Linden nur ein schwacher Trost, denn die Opfer litten danach oft unter Schamgefühlen.
Auch hier helfe die Polizei und kümmere sich um den Opferschutz. Nach wie vor liefen bei der Behörde auch neue Fälle der Verbreitung von kinderpornografischem Material auf. „Wir haben eine eigene Ermittlergruppe. Aber wir kommen mit der Aufarbeitung nicht nach“, berichtete Linden. Akten für noch ausstehende Verfahren müssten übergangsweise auch im Keller gelagert werden. Dass die Verfahrenszahl von 140 auf 131 gesunken sei, habe nur mit der Vielzahl unbearbeiteter Fälle zu tun. Täter knüpften schnell Verbindungen.
Drei Tötungsdelikte im Kreis
Im Jahr 2025 hat es laut Linden drei Tötungsdelikte im Kreisgebiet gegeben. In zwei Fällen handele es sich um fahrlässige Tötung, bei denen nach Angaben von Angehörigen die Pflege älterer Personen vernachlässigt worden sei. Im dritten Fall gehe um einen Sohn, der in Bergisch Gladbach-Frankenforst seinen Vater getötet habe. „Das ist ein laufendes Verfahren“, ging Linden auf Einzelheiten nicht weiter ein.
Dass sich die Täter umstellen und auf Entwicklungen reagieren, erläuterte Linden am Beispiel der Handwerkerfahrzeuge. Sie werden in jüngster Zeit häufig aufgebrochen, wenn sie an der Straße oder auf Privatgrundstücken geparkt sind Die Täter hätten bemerkt, dass in diesen Fahrzeugen oft eine lukrative Beute zu finden sei und diese auf dem „Markt“ auch besser Abnehmer finde als Gegenstände aus Wohnungseinbrüchen.
Über die Kreishandwerkerschaft habe die Kreispolizei kürzlich an Handwerker appelliert, ihre Fahrzeuge abends auszuräumen. Das sei zwar aufwendig, schütze aber vor Diebstahl.

