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KulturNeue Ausstellung zeigt Bildwelten aus vielen Jahrzehnten

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Zu sehen ist Künstler Eckard Alker vor einem seiner Werke.

Kunstwerke aus vielen Jahrzehnten präsentiert Eckard Alker im Basement 16.

Ein Rückblick auf Eckard Alkers künstlerisches Schaffen ist seine aktuelle Ausstellung im Basement 16.

Ölgemälde, Drucke, Zeichnungen mit Kohle und Bleistift, Architektur, menschliche Figuren, Landschaften, mal in Farbe, mal schwarz-weiß: Es ist eine große Bandbreite, die der Künstler Eckard Alker in der Galerie Basement 16 in Bensberg unter dem Titel „...manchmal gelang mir was“ präsentiert. Es ist ein Rückblick, wie er sagt, Zeuge dessen, wie sich der Künstler, der in diesem Februar seinen 90. Geburtstag feierte (wir berichteten), über die Jahre entwickelt hat.

Spielen und komponierenFrühere Werke, etwa aus den 1970ern und 1980ern, zeigen eine realistische Herangehensweise. Detailliert und klar erkennbar sind die Motive: ein Auto, das Gesicht einer Frau, eine Kiste mit Pflanzen. Viele, feine Linien sind zu sehen, auch in einer groben Kohlezeichnung. Die hat Alker damals alle von Hand gezeichnet. „Ich weiß gar nicht, ob ich das heute noch könnte“, sagt er und lacht.

Lehre zum Maler absolviert

1954 schloss Alker eine Malerlehre ab, im Jahr darauf besuchte er die Kölner Werkschulen als Abendschüler. Im Anschluss studierte er dort Malerei und Grafik, bevor er freiberuflich tätig wurde. Heute arbeitet Alker in einem Atelier in seinem verwinkelten Häuschen in Refrath, erschafft meist Werke, die kaum noch an die frühe realistische Kunst erinnern. Auf einer großen Leinwand hat er eine detaillierte Landschaft gemalt, darüber eine zweite, die er grob mit grüner Farbe aufgetragen hat. Andere Werke zeigen Behausungen, die „arm“ beziehungsweise kaputt sind, wie Alker sagt. Die Hintergründe zeichnen sich durch starke Farben aus: lila, rot, grün. Die Bilder scheinen wie auch die anderen Werke, eine eigene Welt, eine „Bildwelt“ zu sein. „Sie ist nicht besser und nicht schlechter als die reale, sie ist anders“, sagt der Künstler.

Das spiegelt sich auch in den vielen Werken wider, die die menschliche Form thematisieren. Es sind Silhouetten, mal abstrakter, mal deutlich als solche erkennbar. Alker spricht von „spielen und komponieren“, davon, eine Spannung im Bild zu erzeugen. Es gelingt ihm wieder und wieder, nicht nur mit den Figuren. Eine seiner Landschaften, die Berge zeigt, hat er vor dem Foto eines Himmels platziert. Es entsteht ein Realitätsanspruch, der letztendlich nie erfüllt werden kann. Es ist ein Balanceakt, der nur durch die Spannung zwischen den Elementen gelingt.

Ein Kunstwerk, das menschliche Silhouetten zeigt, ist zu sehen.

Menschliche Silhouetten stehen in den Werken oftmals in einem Spannungsverhältnis mit weiteren Bildelementen.

Weniger Balanceakt, dafür aber ein tieferer Einblick in Alkers Leben sind die vielen kleinen Postkarten, auf denen Alker das festhält, was in der Welt und in seinem Leben los ist. Auf einer ist eine kleine illustrierte Pizza zu sehen. „An dem Tag hatte mein Sohn mich gefragt, ob ich eine Pizza essen möchte. Da habe ich sofort zugestimmt“, sagt der Künstler. „Ich bin ein Pizzafan.“

Es sind diese kleinen Anekdoten, die im Zusammenspiel mit Alkers großen Kunstwerken erahnen lassen, wie er sein Leben als Künstler aber auch als Mensch gelebt hat. Die Ausstellung zeigt: Eckard Alker gelang nicht nur manchmal was.

Im Basement 16 wird die Ausstellung am Freitag, 8. Mai, um 18.30 Uhr eröffnet. Dann ist sie bis zum 25. Mai in Bensberg zu sehen.