Die Karnevalsfreunde Bechen hatten am Dienstag (17. Februar) zum Kinderzug eingeladen
KinderzugWenn in Bechen der Nachwuchs Kamelle sammelt

Die große Gruppe aus dem Katholischen Kindergarten Bechen
Copyright: Claus Boelen-Theile
Wie gut, dass die Grundschule in Bechen ein Foyer hat. Bevor am Dienstag um Punkt 14.11 Uhr der Kinderzug startete, wärmten sich die großen und kleinen Karnevalisten im Schulgebäude. Dann ging es raus in die Kälte. Vier Grad und ein schubbiger Wind waren alles andere als gute Bedingungen. Aber die begeisterten Kinder der Katholischen Grundschule ließen sich nicht davon abhalten.

Das Prinzenpaar von Bechen Alexandra I. und Andreas I. (Keferstein)
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Als Hippies mit großen selbstbemalten Umhängen liefen sie über die Köllner Straße und erfreuten die kleinen Kamellejäger, die am Straßenrand ausharrten. Da muss man kein Hellseher ein: Die Supermärkte in Bechen werden in den nächsten Tagen bei den Süßwaren Umsatzeinbrüche haben.

Die Musikgemeinschaft Bechen beim Kinderzug
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Denn alle, wirklich alle Kinder, die auf dem kleinen Zoch warteten, erhielten Berge von süßen Sachen gereicht. Kinder für Kinder: Das ist wirklich eine Spezialität der Bechener. „Wir halten schon durch“, meinte am Startpunkt am Schulhof auch Bechens Strahlemann. Prinz Andreas I. (Keferstein) und seine Prinzessin Alexandra I. saßen gutgelaunt auf ihrem Gespann, vorneweg Bechens Trecker-Enthusiast Herbert König mit einem original Lanz-Traktor.
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Die Truppe Fäägtäsch
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Kamelle hatte auch das Prinzenpaar gebunkert. Wie alle anderen auch: Säckeweise stapelten sich die Süßwaren, die wenig später in die Tüten wanderten. Im Schlepptau der großen Schultruppe marschierten auch Hallo Ballett oder die Gruppe Fäägtäsch mit, froh gesinnt, aber vor allem warm eingepackt auf Kürtens Höhen. Polizei und Deutsches Rotes Kreuz sorgten für die Sicherheit. Kurz vorm Start sperrten die Bezirksbeamten die Kölner Straße, und die Kamelle-Kinder konnten unbesorgt nach den Süßigkeiten greifen.

Auch diese Koralle zog beim Kinderzug mit
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Wusch, diesmal regnete es nur Kamellen. Sogar ein bisschen Sonne war zu sehen, als die Musikgemeinschaft Bechen ihre Karnevalslieder anspielte. Auch die Musikanten zeigten sich wetterfest. Gut eingepackt überstanden sie den allerletzten Karnevalszug der Session in Rhein-Berg allerbestens.
Beute für die Meute
Vom Schulhof ging es auf die kleine Stichstraße hinunter zur Kölner Straße, wo sich die „Meute“ der Kinder befand. Mit Eltern und Verwandten wartete sie schon lange vor Zugstart auf den Umzug. Später marschierte der Tross über die Schulstraße zurück in den Ortskern. Wenn es Cowboys und Indianer gut anstellten, konnte sie sogar zweimal den Zug sehen. Und doppelte süße Beute machen.
Nach dem Zug ist in Bechen natürlich nicht alles vorbei. In der Katholischen Grundschule steigt eine große Karnevalsfete für die Kleinen. Und danach ist noch immer nicht Schluss. Es ist schließlich der letzte Karnevalstag für die Tollitäten. Eine große Party und das „Ausziehen“ der Majestäten: Das ist der Abschluss der Bechener Session. Der kleine Zug am Karnevalsdienstag hängt mit dem großen Festzug an Weiberfastnacht zusammen.
Weil die Kinder oft von den Erwachsenen bedrängt werden beim Kamellesammeln, soll sich beim Kinderzug der Nachwuchs ungestört auf der Kölner Straße treffen. Mütter und Väter hatten allerdings durchaus Probleme, die Mengen an Wurfmaterial zu verstauen. Mit prallgefüllten Tüten zogen die Kinder ab, glücklich, einen bunten Zug erlebt zu haben.

