In Kürten-Biesfeld steht ab März die Aufführung des neuen Mundartschwanks an.
MundartBiesfelder Schwank strapaziert die Lachmuskeln

Das Ensemble des Biesfelder Volksstücks.
Copyright: Christopher Arlinghaus
Manchmal kann nur der Heilige Antonius helfen.Jedenfalls spielt er im neuesten Schwank der Theatergruppe des MGV Biesfeld in Kürten eine wichtige Rolle, das kann ja an dieser Stelle verraten werden. Es ist Probenabend im Pfarrsaal von Biesfeld. „Der dritte Akt kommt heute an die Reihe“, sagt Spielleiter Reimund Scheurer.
Seit einigen Jahren führt der Diakon im Ruhestand die muntere Theatergruppe. Mit dem Bauernschwank „Nää, wat en Souerei!“ („Nein, was für eine Sauerei“) geht es aktuell ins 42. Aufführungsjahr. Die Akteure strömen zur Bühne, hinter dem Vorhang öffnet sich altbergischer Wohnzimmercharme, mit Küchentisch, Schrank, Sofa und geblümter Tapete.
Lockere Proben
Entspannt ist die Stimmung, die beiden Darsteller Jill Kühn („Liesel“) und und Max Steinkrüger („Toni“) gehen in Position. „Wenn dich dä Vater süht“, sagt die „Liesel“. Und schon beginnt das Liebeschaos auf dem Hof des Schweinezüchters „Wellem Grimm“ (Heinz Schmidt). Das wird tatsächlich heiter, und bei den Aufführungen ab März werden die Zuschauer viel zu lachen haben. Der Mundartschwank ist in Biesfeld unverwüstlich und mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal.
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Dass es immer schwieriger wird, besonders junge Leute zu finden, die noch die Biesfelder Mundart sprechen, findet auch der Spielleiter. Dürscheid , Kürten oder Bechen haben schon einen anderen Zungenschlag, das macht das Ganze tatsächlich schwierig. Die Biesfelder profitieren vom Nachwuchs, sie haben auch einige Jüngere mit im Ensemble.
Bernhard Dahl schreibt die Stücke
Feste Größe bei den Biesfeldern ist Autor Bernhard Dahl. Nach seinem Rückzug als Spielleiter der Gruppe ist er als versierter Autor geblieben. Auch dieses Mal liefert Dahl einen Dreiakter, bei dem es in Sachen der Liebe hin und her geht. Ein klassischer Stoff. Es gibt zwei im Dorf, die sich nicht leiden können. Die Kinder dieser beiden können sich dafür ziemlich gut leiden. Romeo und Julia auf dem Dorfe, eben.
Bei der Probe geht es schon ganz gut mit dem Text, nur ganz selten hakt es ein wenig. Dann muss Reimund Scheurer schauen, dass der Takt von Rede und Gegenrede passt. Immerhin stattliche 80 Seiten stark ist das Textbuch, das jeder Darsteller zur Hand hat. „Da stehen auch Regieanweisungen drin“, erklärt Scheurer. Grundlage für das Drehbuch ist stets das handschriftliche Manuskript von Bernhard Dahl in „Beesfeiler Platt“. Wer die Mundart nicht so gut kann, kommt als Gast aus der Ferne nach Biesfeld. Dann geht auch hochdeutsch.
Charaktere haben ihr Eigenleben
Tür auf, Tür zu, Auf- und Abgang. Es geht auf der Bühne jetzt Schlag auf Schlag. Die Dame des Hauses steht in der Kittelschürze auf der Bühne und versucht händeringend das aufkommende Liebes-Wirrwarr zu entzerren. Natürlich, es geht um Liebe, auch das kann verraten werden. Der Schweinezüchter aus Biesfeld hat da so seine Probleme mit den Liebeleien.
Das Ensemble ist meist über viele Jahrzehnte dabei und im Bühnenspiel erfahren. Bernhard Dahl schreibt ihnen die Rollen auf den Leib, er kennt die Biesfelder Charaktere. Wenn es auch manchmal etwas rau auf der Bühne zugeht, im Grunde haben alle Figuren ein gutes Herz. Nur müssen sie manchmal erst dahin gelenkt werden. Nach Karneval startet in Biesfeld die Aufführungszeit.
Anfang März sind es insgesamt sieben Aufführungen. Karten für das Theatervergnügen sind begehrt und werden oft lange Zeit voraus gekauft. Das ein oder andere müsse bis zur Premiere noch etwas vertieft werden, findet der Regieleiter und blättert zur nächsten Textseite. Jetzt hat der Schweinezüchter seinen großen Auftritt: Das Chaos geht munter weiter.
Aufführungen am 6., 7. und 8. März sowie am 12., 13., 14. und 15. März, immer im Pfarrheim Biesfeld. Restkarten können telefonisch bei Gerda Simon unter Telefon (02207) 5607 bestellt werden.
