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KriminalitätGeldautomat in Overath-Immekeppel gesprengt

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Das Foto zeigt das Bankgebäude nach der Sprengung

Bei der Automatensprengung wurde das Gebäude schwer beschädigt

Unbekannte haben am Morgen des Maifeiertags (1. Mai) den Geldautomaten der Kreissparkasse in Overath-Immekeppel gesprengt. Das Gebäude wurde schwer beschädigt

Seit dem Maifeiertag stehen die Immekeppeler unter Schock. Gegen 5.15 Uhr riss eine schwere Detonation die Anwohner der Kreissparkassen-Filiale auf der Lindlarer Straße aus dem Schlaf. Bei der Sprengung des Geldautomaten der Kreissparkasse verursachten die Täter einen erheblichen Schaden am Gebäude.

Das Haus mit der Filiale der Kreissparkasse geriet durch die Explosion in Brand. Die Flammen griffen auch auf eine benachbarte Tierarztpraxis über, die Praxis wurde schwer beschädigt. Bei der Filiale der Bäckerei Klappenbach, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, gingen durch die Wucht der Sprengung mehrere Fensterscheiben zu Bruch. Die alarmierten Kräfte der Feuerwehr schafften es, sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner aus dem in Flammen stehenden Gebäude in Sicherheit zu bringen.

Fahndung ohne Erfolg

Die Fahndung nach den Tätern blieb am frühen Morgen des 1. Mai zunächst ohne Erfolg. Zeugen, so die Polizei, beobachteten zwei maskierte Männer, die nach der Sprengung in einen schwarzen Mercedes gestiegen sein sollen. Ein Fahrer habe, so die Polizei nach Befragung von Zeugen, auf die Maskierten gewartet und sei mit ihnen in Richtung Lindlar/Oberbergischer Kreis geflüchtet. Die Polizei leitete unmittelbar eine Fahndung ein.

Auch ein Polizeihubschrauber stieg auf und suchte die Umgebung nach dem möglichen Fluchtfahrzeug ab. Bislang sei die Fahndung ohne Erfolg geblieben. Die Kriminalpolizei war den gesamten Freitag mit der Sicherung von Spuren beschäftigt. Die Spezialisten suchten die Bankfiliale nach Spuren ab, ebenso die Umgebung.

Den gesamten Tag über blieb die Lindlarer Straße voll gesperrt. Ab dem Morgen waren auch Kräfte des Technischen Hilfswerks im Einsatz. Einsatzleiter Stephan Menrath berichtete, dass seine Helfer die Standsicherheit des Gebäudes sicherten. Schwere Holzbalken dienten zur Absicherung. „Wir sind mit insgesamt elf Kameraden hier“, sagte der Einsatzleiter.

Zugänge schützen

Es gehe auch darum, die offenen Zugänge abzusichern. Bei der Explosion waren sämtliche Fensterscheiben zerborsten. Auch zwei Mitarbeitende des Bauordnungsamtes waren am Vormittag zur Einsatzstelle geeilt, auch sie nahmen die Gebäudeschäden in Augenschein. Für vertiefte Aussagen sei es noch zu früh, hier könne frühestens am Montag der Erste Beigeordnete Thorsten Steinwartz Konkreteres mitteilen.

Was aus dem Gebäude wird, könnte also in den kommenden Tagen von der Expertise der Schadensgutachter abhängen. Ob die Täter mit einer Beute flüchten konnten, blieb am Freitag zunächst unklar. Banken sichern ihre Geldbestände mit einem Farbschutz, bei einer Sprengung werden die Geldscheine unbrauchbar. Zum Schutz vor Sprengungen sind außerdem zahlreiche Bankautomaten zur Nachtzeit nicht zugänglich und die Schalterhallen gesperrt. In Immekeppel wollten die Automatensprenger offenbar die Ruhe des Maifeiertags ausnutzen, um ungestört die Sprengung durchzuführen.

Große Sprengkraft

In der jüngsten Zeit nahm NRW-weit zwar die Zahl der Automatensprengungen zurück, allerdings wurden die Schäden an den Gebäuden größer: Um die Automaten aufzusprengen, erhöhen die Täter die Sprengkraft. Auch in Immekeppel könnte dies der Fall gewesen sein. Die Schadenshöhe am Gebäude war am Tag der Sprengung zunächst nicht absehbar. Auch wie es mit der betroffenen Bankfiliale und der Tierarztpraxis in den kommenden Tagen weiter gehen wird, war eines der Gesprächsthemen. Viele Anwohner zeigten sich geschockt über den Vorfall.

Niemand habe vermutet, dass die Automatensprenger in Immekeppel unterwegs sein könnten. Die Sprengung hatte zahlreiche Anwohner aufgeweckt, einige waren nach dem Knall auch auf die Lindlarer Straße gelaufen. Die Täter müssen unmittelbar nach der Tat geflüchtet sein. Wer den schwarzen Mercedes beobachtet hat, soll sich an die Ermittler des Kriminalkommissariats 23 unter 0221-2290 oder per Mail wenden. In den vergangenen Jahren waren den Ermittler einige Schläge gegen Automatensprenger gelungen. Zahlreiche Spuren führten zuletzt in die Niederlande.

In welche Richtung die Täter von Immekeppel flüchteten, ist deshalb wichtiger Teil der Ermittlungen. Weil die Geldautomaten deutlich stärker geschützt sind, nehmen die Täter mit der Sprengung bewusst große Schäden mit in Kauf. poststelle.koeln@polizei.nrw.de