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OveratherDieser Pflegedienst mach Urlaub mit Betreuung möglich

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Zu sehen ist eine Gruppe Senioren vor einem Reisebus mit Pflegepersonal.

Mittlerweile ist die Truppe schon in Regensburg angekommen. Bei einem Zwischenhalt gab es ein Gruppenfoto mit den Senioren, dem Pflegepersonal und Andreas Neuber (hinten, mittig im roten T-Shirt).

Die Mobile Pflege Overath GmbH ist mit 27 Senioren nach Regensburg in den Urlaub gefahren.

Urlaub macht jedem Spaß. Die Vorfreude, das Erkunden neuer Orte und die Erinnerungen, die hinterher noch lange nachwirken, sorgen für eine willkommene Abwechslung vom Alltag. Doch für viele Menschen ist Urlaub machen einfacher gesagt als getan. Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die zum Beispiel nicht gut laufen können, haben es in diesem Punkt oft schwer. Wenn durch das Alter noch Erkrankungen hinzukommen, ist der Traum von der Ferne oft abgehakt. Außer es gäbe Urlaub, der Pflege miteinschließt.

Genau das gibt es bei der Mobilen Pflege Overath GmbH. Mehrmals im Jahr organisiert Andreas Neuber, einer der Geschäftsführer, circa einwöchige Urlaube für seine Pflegekunden, aber auch für Externe. „Dadurch, dass wir mit einem Reisebus fahren, können wir auch Leute unterwegs einsammeln“, sagt er.

Weite Strecken rentieren sich nicht

Das Angebot gab es bereits, als Neuber zusammen mit seinen Kollegen Heinz Plitzko und Dr. Jörg Müller 2015 die Mobile Pflege Moitzfeld GmbH von ihrem ehemaligen Chef übernahmen. Außerdem habe Neuber als gelernter Altenpfleger früher oft mitbekommen, wie seine Kunden den Wunsch äußerten, noch einmal zu verreisen, doch die Möglichkeiten hätten oft gefehlt. „Der ehemalige Geschäftsführer hat auch weitere Strecken angeboten, zum Beispiel nach Mallorca. Für uns muss sich das aber auch rechnen, deshalb bieten wir Reisen nur innerhalb Deutschlands oder der näheren Umgebung an“, erläutert Neuber. Schließlich müsse man in der Branche schauen, wo man bleibe. Ohne eine gute Kalkulation könne man die Reise sonst nicht anbieten.

Laut Andreas Neuber variieren die Kosten, da es auf die Aufenthaltsdauer und Hotels ankommt. Das sind die Preise für Regensburg: Ein Doppelzimmer kostet für den gesamten Aufenthalt 1945 Euro pro Person, ein Einzelzimmer 1729 Euro, beides mit Halbpension, da auf den Ausflügen gegessen wird. Hinzu kommt der Pflegedienst mit 1500 Euro pro Person. Eine Reiseversicherung kostet 80 Euro und eine Haustürabholung mit dem Reisebus 25 Euro. Mit diesen Preisen seien auch   Eintritte, Fahrscheine oder Ähnliches abgedeckt.

Hotels werden erst getestet

Für 27 glückliche Senioren ging es daher vergangenen Sonntag von Overath bis zum 18. April nach Regensburg. „Dort war ich schonmal mit einer Gruppe und das hat damals mit dem Hotel prima geklappt, deshalb gehen wir dort noch mal hin“, erzählt der Geschäftsführer. Vor einer solchen Fahrt möchte Neuber nämlich auf Nummer sicher gehen und schaut sich die Orte und   Hotels selbst an, indem er ein bis zwei Tage dort verbringt. So kann er testen, ob die Räume barrierefrei sind oder das Personal mit ihren Bedürfnissen klarkommt. Damit alles glatt läuft, vertraut Neuber auch auf die Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter DMR Touristik seines Bruders Thomas Neuber.

Wer sich entscheidet mitzufahren, den erwartet ein Rundumpaket. Eine vorbereitete Mappe, in der die geplanten Ausflüge, Fakten über das Reiseziel und Notfallnummern nachzulesen sind, eine Kofferpackliste, die Mahlzeiten und vieles drumherum wurden von ihm organisiert und vorbereitet. „Im Bus gibt es Verpflegung, auf dem Hotelzimmer warten Getränke. Eigentlich muss so gut wie nichts mehr vor Ort bezahlt werden, außer persönliche Souvenirs.“ Sogar ein Fotoalbum, das nach der Reise an die Teilnehmer ausgegeben wird, gehört dazu. Nicht zu vergessen ist, dass das mitgefahrene Pflegepersonal 24 Stunden am Tag für die Senioren da ist. „Eine Eins-zu-eins-Betreuung können wir nicht leisten, deshalb muss eine gewisse Selbstständigkeit da sein, aber wenn unsere Hilfe benötigt wird, sind wir rund um die Uhr für die Teilnehmer da“, sagt er. Die Organisation habe er über die Jahre aus Erfahrungen entwickelt und bisher funktioniert das gut. „Jedes Mal wird es besser“, findet Neuber. Mittlerweile ist es die zwölfte betreute Reise.

Laufen und lange sitzen sollte möglich sein

Voraussetzung für das Mitfahren ist, dass man mit Hilfe in den Bus ein- und aussteigen und länger sitzen kann. „Dieses Mal haben wir jemanden im Rollstuhl dabei, der kann aber mit Hilfe aufstehen und einige Schritte gehen“, erklärt Neuber. Auch bei Erkrankungen wie Demenz komme es auf die Art an. Jemanden mit Aggressiver Demenz könne er zum Beispiel nicht mitnehmen. Besonders wichtig sei die finanzielle Situation. Wer sich die Reise privat nicht leisten könne, könne die Mittel aus seinem Pflegegrad verwenden, sofern sie nicht für andere Bedarfe wie eine Haushaltshilfe gebraucht wurden.

Auch für Tage ohne den Bus hat Neuber immer einen Plan. Dann wird im Hotel eben ein Spieletag veranstaltet. Für viele Teilnehmer sei das gar nicht so schlecht. Wenn jeden Tag strammes Programm herrschen würde, könnte das auch zu viel für manche sein. Auch damit hänge die Dauer der Reisen zusammen. Bei längeren Reisen werde es für einige anstrengend, wären die Reisen kürzer, wäre der Preis im Vergleich zu teuer. Für dieses Jahr sind noch zwei weitere Fahrten im September und Dezember geplant.

Weitere Infos zu den Reisen gibt es im Internet oder unter (02206) 90 80 0. www.mobilepflegeoverath.de