Auf Schloss Bedburg fand die dritte Revierkonferenz der SPD-Landtagsfraktion statt. Vieles drehte sich um die geplanten Rechenzentren.
SPD-RevierkonferenzWas Ministerin Bärbel Bas für Bedburg und seine Nachbarn fordert

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas war zu Gast bei der SPD-Revierkonferenz der SPD auf Schloss Bedburg. Im Beisein der Landtagsabgeordneten Lena Teschlade (l.) und Bürgermeister Sascha Solbach (r.) trug sie sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
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Es war die bereits dritte Revierkonferenz der SPD-Landtagsfraktion seit 2023, und das Kernthema ist unverändert: der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung 2030 und der Strukturwandel im Rheinischen Revier. „2030 ist gefühlt übermorgen“, sagte der prominenteste Gast auf Schloss Bedburg am Donnerstag (30. April), die Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD).
Nicht nur der Wandel im Revier sei längst da, auch die Revolution hin zur Künstlichen Intelligenz (KI) habe längst begonnen. Und im Rheinischen Revier werde der Wandel von der Kohle zur KI gestaltet, sagte Bas mit Blick auf die geplante Ansiedlung von Microsoft-Rechenzentren in Bedburg, Bergheim und Elsdorf. „Mensch und Maschine finden zusammen.“
Bedburg: Microsoft will Menschen in Künstlicher Intelligenz schulen
Vor rund 80 Teilnehmern, darunter Euskirchens Landrat Markus Ramers, dem Bundestagsabgeordneten Daniel Rinkert, dem DGB-NRW-Vorsitzenden Thorben Albrecht, dem SPD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Jochen Ott und der Landtagsabgeordneten Lena Teschlade, sprach sich Bas für „gute Jobs mit guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen“ aus. Gute Bedingungen seien wichtig, sagte Bas und zog einen Vergleich zum Tesla-Werk in Brandenburg. „Wenn Tesla hier kein guter Arbeitgeber ist, wird das scheitern, und danach sieht es im Moment aus.“
Zwar sei klar, dass nicht alle RWE-Jobs ersetzt werden könnten, doch könne der Wandel sanfter gestaltet werden, wenn das Rheinische Revier jetzt schon in die Ausbildung gehe. Da sei es löblich, dass Microsoft sich vorgenommen habe, bundesweit 300.000 Menschen in Sachen KI zu schulen.
Väter der Ansiedlung von Microsoft in den Städten Bedburg, Bergheim und Elsdorf seien unzweifelhaft „Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach und seine Kollegen“, sagte der designierte SPD-Kandidat für das Ministerpräsidentenamt bei der Landtagswahl 2027, Jochen Ott. 300 Arbeitsplätze werde es in den Rechenzentren geben, weitere 2500 in der Folge der Ansiedlung „Die Landesregierung hat nichts dazu beigetragen.“ Sollte die SPD die Landtagswahl gewinnen, wolle er die Organisation für den Strukturwandel neu aufstellen.
Impulsrednerin Anna Klaft, Expertin für die Databranche, sieht gute Chancen, dass sich weitere Rechenzentren im Rheinischen Revier ansiedeln. Die bisherigen Knoten Frankfurt, London, Amsterdam, Paris und Dublin hätten ihre Kapazitäten ausgereizt, das Revier wiederum zeichne sich durch seine gute Lage aus. „Hier kann man richtig was auf die Beine stellen“, sagte Klaft.
Hier kann man richtig was auf die Beine stellen.
Gesucht seien Flächen – und Strom für den gewaltigen Energiebedarf der Hyperscaler. „Man kann keine Rechenzentren mit Erneuerbaren Energien betreiben, auch nicht mit Batteriespeichern“, sagte Klaft. Im Rheinischen Revier müsse also geschaut werden, wo man mehr Strom herbekomme.
Bürgermeister Sascha Solbach nutzte die Gelegenheit, den Besuch der Bundesarbeitsministerin in Bedburg gebührend zu dokumentieren – er hatte das Goldene Buch der Stadt im Gepäck, und Bärbel Bas hinterließ ihre Unterschrift auf einer Doppelseite mit Porträtbild.
