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Umbau verzögertDeswegen ist der Bahnhof in Bergheim immer noch nicht barrierefrei

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Das Bild zeigt zwei Züge am Bahnhof in Bergheim.

Um in den Zug zu steigen, müssen Fahrgäste in Bergheim eine Treppe überwinden. 

Im Juli 2025 hatte die Stadt Bergheim signalisiert, im März 2026 mit dem Umbau des Bahnhofs fertig sein zu wollen. Die Bürokratie bremste das Projekt aus.

Eigentlich wollte die Stadt noch vor Ostern mit dem Umbau des Bergheimer Bahnhofs fertig sein. Stattdessen schleppen sich noch immer Menschen die marode Treppe hoch und runter, ob mit dem Kinderwagen oder dem Fahrrad, um von einem Gleis zum nächsten zu kommen. 

Das Bild zeigt die Treppe. An den Wänden sind viele Graffiti zu sehen.

Für Menschen mit Gehbehinderungen, Eltern mit Kinderwagen oder Fahrradfahrer ist die Treppe eine Zumutung.

Die geplanten Aufzüge, mit denen der Bahnhof barrierefrei erschlossen werden sollen, und die zu errichtende Rampe, die mit 12,6 Prozent Steigung nicht barrierefrei sein wird, sehen Bahnhofsbesucher nur in einer Visualisierung auf einem großen Schild. Von einer Baustelle ist dagegen noch keine Spur zu sehen – abgesehen von einigen Bauzäunen, die sich selbst nur mit Mühe aufrecht zu halten scheinen, aber immerhin aus Blickrichtung des Busbahnhofs mit einigen ollen Plakaten den Blick zur Treppe verdecken.

Viel Bürokratie für Umbau des Bahnhofs in Bergheim nötig

Dabei hatte die Stadt im Juli 2025 verkündet, dass die Deutsche Bahn grünes Licht für die Umgestaltung des Bahnhofs gegeben hat – dem waren fünf Jahre mit Verhandlungen vorausgegangen. Zwar konnte im Juli bereits der Gestattungsvertrag unterschrieben werden, wie sich herausstellte war das aber noch nicht das Ende eines langen bürokratischen Weges.

„Der Baudurchführungsvertrag musste dann letztlich Monate später unterschrieben werden, da es Änderungsbedarf seitens der Deutschen Bahn gab“, erklärt die Pressestelle der Stadt Bergheim. Dies habe sich bis zum Dezember 2025 hingezogen. Danach sei die Stadt aufgefordert worden, einen zertifizierten Bauüberwacher für dieses Bauvorhaben einzusetzen, der nicht leicht zu finden gewesen sei.

„Nachdem dieser jetzt unter Vertrag genommen werden konnte, wurde zudem eine technische Begleitperson gefordert, die ebenfalls für die technischen Anlagen zertifiziert sein muss“, sagt die Behördensprecherin. Diese Posten müssten vor Beginn der Baumaßnahmen benannt werden. „Alle diese geforderten Abläufe verzögern den Baubeginn leider.“

Wenn die Genehmigungen vorliegen, soll der Umbau innerhalb von drei bis vier Monaten umgesetzt werden können. Auch die Aufzüge liegen schon bereit. Jedoch müssen die Leistungen ausgeschrieben werden – und diese Ausschreibung muss wiederum von der Bahn genehmigt werden.

Während der Bauzeit wird die Unterführung nicht nutzbar sein

Wie geht es dann weiter? Die Bahnunterführung wird während der Arbeiten nicht nutzbar sein. In dieser Zeit soll ein provisorischer Treppenübergang über die Gleisanlage hergestellt werden. „Diese Maßnahme sollte Bestandteil der Ausschreibung sein, wird jedoch jetzt separat umgesetzt, da wir davon ausgehen, dass diese Teilmaßnahme schneller umsetzbar ist“, heißt es von der Pressestelle. Für die Umsetzung des Treppenübergangs sei die Beantragung einer Sperrpause erforderlich. „Da der derzeitige Fahrplan nachts keine Fahrten vorsieht, steht nachts ein nutzbares Zeitfenster von rund drei Stunden zur Verfügung, welches für den Einbau des Mittelteils des Übergangs genutzt werden soll.“

Der Ablauf werde bereits geplant, es müsse noch geprüft werden, ob die drei Stunden für die Montage ausreichend seien. Trotz der fahrplanbedingten Pause müsse für deren Nutzung eine Sperrpause beantragt werden, hier gelte eine Vorlaufzeit von zehn Wochen.

Die Stadtwerke Bergheim hätten bereits um einen zentralen Ansprechpartner für den Umbau gebeten, allerdings noch keine abschließende Rückmeldung dazu erhalten (Stand 2. März 2026).

Die Deutsche Bahn erklärte auf Anfrage, dass es sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und Besitzverhältnisse um ein komplexes Projekt handle: „Hierfür müssen alle Beteiligten auch den rechtlichen Rahmen sicherstellen. Hierzu zählt zum Beispiel auch die Prüfung, ob die Arbeiten unter das Eisenbahnkreuzungsgesetz fallen. Dies hat leider etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant“, so ein Bahnsprecher.

Die DB betonte eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Stadt. Keine Antwort gab die Bahn auf die Frage, ob und warum die Stadt erst nach Vertragsabschluss aufgefordert wurde, einen zertifizierten Bauüberwacher und zusätzlich eine technische Begleitperson zu benennen, wie das Verfahren hätte beschleunigt werden können oder ob weitere formale oder organisatorische Punkte offen sind, die einem Baubeginn entgegenstehen.